Geänderte Reha-Richtlinie in Kraft getreten – PP/KJP sind noch nicht verordnungsbefugt

29.11.2016

(kb). Die Änderungen der Reha-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die bereits zum 1.4.2016 in Kraft getreten sind, betreffen noch nicht die Einbeziehung von PP/KJP in das Reha-Verordnungsverfahren der Reha-Richtlinie. Es geht darin zunächst nur um eine Vereinfachung und Aktualisierung von Reha-Leistungen zu Lasten der Krankenkassen.

Möglicherweise nehmen Krankenkassen aber schon jetzt eine Reha-Verordnung eines PP/KJP an, so lauten jedenfalls Erfahrungsberichte einiger Mitglieder. Vom Wortlaut her lässt das die Reha-Richtlinie allerdings (noch) nicht zu. Die Verordnungsbefugnis für PP/KJP ist immerhin in einem aktuellen Beschlussentwurf des G-BA vom September 2016 vorgesehen, der derzeit noch nicht in Kraft ist.

Die anvisierte Möglichkeit der Reha-Verordnung durch eine Vertragspsychotherapeutin oder einen Vertragspsychotherapeuten soll nach diesem Entwurf nur dann zulässig sein, wenn eine rehabilitationsbegründende Diagnose aus dem Indikationsspektrum zur Anwendung von Psychotherapie vorliegt. Es wird noch einige Monate dauern, bis ein entsprechender Beschluss (nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt) in Kraft treten kann. Dann werden Sie auch die entsprechenden Formulare nutzen können (aus der Mustervordrucksammlung der KBV, www.kbv.de/media/sp/02_Mustersammlung.pdf).

Bis dahin gilt, wie gesagt, der Schwebezustand – formal sind PP/KJP aktuell noch nicht verordnungsbefugt für Reha-Maß-nahmen der Krankenkassen i.S. der Reha-Richtlinie des G-BA.[1] Wichtig ist aber, wie bereits in der Rosa Beilage 3/2016, S. 43, ausgeführt: Dies betrifft nur einen kleinen Teil der Reha-Leistungen (etwa 1/7), für die meisten Reha-Leistungen ist ohnehin die Deutsche Rentenversicherung zuständig, weil es sich um RehabilitandInnen im erwerbsfähigen Alter handelt. Und in diesen Fällen ist der/die Versicherte selbst der/die AntragstellerIn, sein/ihr Antrag sollte im besten Fall durch den Befundbericht eines behandelnden Arztes/Ärztin, ggf. auch des/der behandelnden PsychotherapeutIn, unterstützt werden.


[1] Auch für die gesetzlich vorgesehene Verordnungsmöglichkeit von Logopädie, Soziotherapie und psychosomatischer Krankenhausbehandlung hat der G-BA noch kein Umsetzungskonzept verabschiedet. Wie auch – das Gesetz ist ja erst seit 1,5 Jahren in Kraft und war zuvor auch nirgends bekannt.