bvvp-Veranstaltung „Welche Psychotherapie wollen wir?“

20.04.2018

Seit 2016 gibt es in Nordrhein eine Kooperation von vier Berufsverbänden, bestehend aus bvvp, DGPT, DGVT und VPP im BDP, in der wir (unter dem Label „vierverbände“) gemeinsam mit der KVNO regelmäßig Veranstaltungen für die KV-niedergelassenen PsychotherapeutInnen anbieten. Aktuell planen wir die Veranstaltungen für 2018. Thematisch greifen wir hierbei v.a. die aktuellen Entwicklungen im Rahmen der niedergelassenen psychotherapeutischen Arbeit, sowie häufig gestellte Fragen der KollegInnen (z. B. „Wie lese ich meine Abrechnung?“ oder „Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es?“) auf.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit hat uns der bvvp am 10.04.2018 zu einem Vortrag von Jürgen Doebert zum Thema „Welche Psychotherapie wollen wir?“ eingeladen. Die diesem Vortrag zugrunde liegende Fragestellung zielte auf die Möglichkeiten der Erhaltung des psychotherapeutischen Selbstbildes vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen. So zeigte Herr Doebert Konflikte auf, die sich in der psychotherapeutischen Arbeit auf unterschiedlichen Ebenen ergeben. Z.B. skizzierte er den „Spagat“ zwischen der notwendigen Wirtschaftlichkeit seitens der Krankenkassen und unserer Aufgabe des Beziehungsschutzes zu unseren PatientInnen andererseits. Er zeigte die Risiken auf, die sich durch die aktuellen Entwicklungen ergeben, verdeutlichte zum Teil aber auch Chancen, die sich daraus ergeben können.

Ein Statement, dem sich die DGVT uneingeschränkt anschließen kann, war der Aufruf von Herrn Doebert, dass wir die Lebensbedingungen nicht aus dem Blick verlieren dürfen. Wichtig für einen erfolgreichen therapeutischen Prozess ist es, auch die Umgebung des Patienten mit einzubeziehen und somit auch Themen wir prekäre Arbeitsbedingungen oder Mobbing mit in den Blick zu nehmen.

Im Fokus seines Vortrags stand vor allem der Aufruf zu berufspolitischem Engagement, um die weitere Entwicklung der Psychotherapie mitzugestalten.

Karolin Stengel
(Landessprecherin NRW)