Josef Hecken an der Spitze des Gemeinsamen Bundesauschusses


Josef Hecken hat am 1. Juli 2012 Rainer Hess nach acht Jahren an der Spitze des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) abgelöst. Der G-BA ist das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen und entscheidet über den Leistungsanspruch der rund 70 Millionen gesetzlich krankenversicherter Menschen. 

Einige Leser/innen erinnern sich vielleicht, dass Josef Hecken 2009 als heißer Kandidat für das Amt des Bundesgesundheitsministers in der schwarz-gelben Koalition galt. Im Koalitionsgeschachere zog der Vertraute von Angela Merkel allerdings den Kürzeren; das Bundesgesundheitsministerium fiel an die FDP. Hecken ging dann als Staatssekretär ins Familienministerium. Seine Kenntnisse im Sozialversicherungsrecht erwarb er sich während seiner siebenjährigen Tätigkeit als Büroleiter und Leiter des Leitungsstabs im Arbeits- und Sozialministerium von Norbert Blüm. Fast sein ganzes Berufsleben war der 52-jährige Hecken in der staatlichen Verwaltung. Von 2004 bis 2008 führte der Jurist das Gesundheits-, Sozial- und Justizministerium im Saarland. 2004 hatte er den Vorsitz des Gesundheitsausschusses im Bundesrat.

Er gilt als einer der Chefdenker des Gesundheitsfonds, und er sorgte 2008 als Präsident des Bundesversicherungsamtes dafür, dass das von den Kassen ungeliebte Finanzierungsinstrument relativ lautlos eingeführt wurde.

Quelle: kma, 17. Jahrgang Juni 2012


Zurück