Internationaler Tag der Seelischen Gesundheit (World Mental Health Day) am 10. Oktober 2012


Internationaler Tag der Seelischen Gesundheit (World Mental Health Day) am 10. Oktober 2012

Das Motto des Internationalen Tags der Seelischen Gesundheit lautet dieses Jahr: „Depression – eine weltweite Krise“. In Berlin widmet sich das Aktionsbündnis, dem auch die DGVT angehört, vor allem Kindern und Jugendlichen und ihren ungleichen Gesundheits- und Bildungschancen.

Der Internationale Tag der Seelischen Gesundheit findet jedes Jahr am 10. Oktober statt und feiert in diesem Jahr 20. Geburtstag. Er wurde 1992 durch die World Federation for Mental Health (WFMH) mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.

Die World Federation for Mental Health, die eng mit der WHO, der UNESCO und anderen transnationalen Organisationen aus 112 Ländern kooperiert, ruft zu weltweiten Aktionen auf. Der Welttag der Seelischen Gesundheit wurde initiiert, um auf die Belange von psychisch erkrankten Menschen aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für die Bedeutung psychischer Gesundheit zu schärfen. Psychisches Wohlbefinden ist von grundlegender Bedeutung für die Chancengleichheit und die Lebensqualität der Menschen. Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit, so die Weltgesundheitsorganisation. Die Förderung psychischen Wohlbefindens und die Maßnahmen zur Erhaltung psychischer Gesundheit müssen ein wesentlicher Teil der Gesundheitspolitik sein!

Das Motto des Welttages für Seelische Gesundheit 2012 lautet: „DEPRESSION: A GLOBAL CRISIS“,  „Depression - eine weltweite Krise“.

Depression ist eine der psychischen Erkrankungen, die weltweit verbreitet sind. Nach Prognosen der WHO wird die Depression bis zum Jahr 2030 zur Volkskrankheit Nummer 1 in den Industrienationen. In Deutschland leiden zurzeit 4 Millionen Menschen an dieser Erkrankung, ca 7000 Suizide werden jedes Jahr verzeichnet. Die Krankenkassen informieren immer wieder über den Anstieg der Fehlzeiten am Arbeitsplatz, denen psychischen Erkrankungen zu Grunde liegen. Nach Angaben der deutschen Rentenversicherung standen 2011 bei den Frühberentungen psychische Störungen sogar an erster Stelle.

Der Welttag für Seelische Gesundheit bietet eine Plattform, um über die Möglichkeiten der Vorsorge, der Behandlung und der Rehabilitation bei psychischen Erkrankungen zu informieren. Der Aktionstag trägt zum besseren Verständnis für die PatientInnen bei und regt damit auch zur Enttabuisierung dieses Leidens an.

In Berlin organisiert das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, dem auch die DGVT angehört, etliche Veranstaltungen: Hilfs- und Therapieangebote werden vorgestellt, der Umgang mit psychisch erkrankten Menschen allgemein wird thematisiert und es gibt diverse Informationen für Betroffene, Angehörige sowie LehrerInnen, ErzieherInnen und andere Berufsgruppen, die mit psychisch Kranken zu tun haben. In Berlin widmet man sich insbesondere der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Die Prävalenzrate von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen steigt stärker als dies im Erwachsenenbereich der Fall ist. Die epidemiologische Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (KIGGS-Studie) weist bei 9,6 % der untersuchten 7- bis 17jährigen eine psychische Störung aus, weitere 12,2 % zeigten in der Untersuchung Hinweise auf psychische Störungen.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes sowie der zurzeit diskutierte Entwurf des Armutsberichts, die sich mit den Lebensverhältnissen von Kindern und Jugendlichen befassen, belegen, dass die gesundheitliche Lage und das Bildungsniveau in Deutschland nach wie vor stark von den sozioökonomischen Bedingungen der Eltern abhängt.

Die DGVT fordert, die ungleichen Gesundheits- und Bildungschancen zu verringern. Hierzu bedarf es des Zusammenwirkens aller beteiligten Ressorts. Neben der Investition in Bildung muss die materielle Lage armer Haushalte mit Kindern verbessert werden. Das Betreuungsgeld, das vor allen Dingen die Union einführen will, ist u. E. allerdings nicht der richtige Weg. Das Geld sollte viel mehr in den Ausbau von Kindertagesstätten investiert werden, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen und allen Kindern dieselben Bildungs- und Entwicklungschancen zu ermöglichen.

Gesundheitsförderung und Prävention sollte fachlicher Standard in der Kinder- und Jugendhilfe werden. Dabei müssen sie konzeptionell stärker an unterschiedlichen Lebensläufen gesundheitlicher Entwicklung und Ressourcen bei Mädchen und Jungen ausgerichtet werden. Zudem sind aus unserer Sicht folgende Aspekte zu beachten: die Bedingungen des Aufwachsens in Armutslagen, Migrationshintergründe, Genderaspekte und vorliegende Behinderungen.

Waltraud Deubert

 

 


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