Gesundes Altern - 5. Präventionskongress: Demographischer Wandel im Fokus


Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) haben am 12. November 2012 in Köln den 5. gemeinsamen Präventionskongress „Gesund älter werden – Strategien für Deutschland und Europa“ durchgeführt.

BMG und BVPG zogen damit Bilanz über nationale und europäische Strategien und Programme zur Gestaltung des demografischen Wandels und des gesunden und aktiven Alter(n)s. Ziel des 5. Präventionskongresses war es zudem, den Diskurs über gesundes Altern aufzugreifen und mit neuen Impulsen fortzuführen – diese Gelegenheit nutzten weit mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung sowie Fachkräfte aus dem Gesundheits-, Sport- und Seniorenbereich, Akteure aus den Bereichen der Sozialen Stadt, Wohnungsunternehmen, Krankenkassen und Ehrenamtliche.

Mit dem demographischen Wandel (siehe Box 1) kommen große Herausforderungen auf die Gesellschaft und auf jeden Einzelnen zu – nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa und in vielen anderen Staaten der Welt. Dies erfordert zwingend die gemeinsame, intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Altern“, das dabei der ganzheitlichen Betrachtung bedarf. Geist, Körper, Psyche und soziale Teilhabe müssen gleichermaßen und gleichzeitig berücksichtigt werden, wenn es um die Gestaltung guten Lebens im Alter geht.

Es gibt eine Vielzahl von Gruppierungen älterer und alter Menschen, z. B. was die genetische Disposition, das Bildungsniveau und das soziale Umfeld betrifft. Zudem gibt es eine Diversität zwischen gesunden, (chronisch) kranken und beeinträchtigten bzw. behinderten Menschen.

Dabei steht die Vielfalt der subjektiven Faktoren auch immer in Wechselwirkung mit den objektiven Rahmenbedingungen. Dies alles führt dazu, dass sich für Staat, Gesellschaft und die Kräfte der Zivilgesellschaft neue Herausforderungen stellen. Dies gilt insbesondere für die partizipative Gestaltung des Zusammenlebens im öffentlichen Raum.

Vor diesem Hintergrund wurde auf dem 5. gemeinsamen Präventionskongress des BMG und der BVPG ein großer Bogen geschlagen – von den europäischen und nationalen Strategien für ein aktives und gesundes Altern bis hin zu konkreten gesundheitsfördernden Maßnahmen für ältere Menschen in einzelnen Settings bzw. Einrichtungen. So folgten nach der Eröffnungsrede des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr Vorträge zu den Schwerpunktthemen „Der demografische Wandel: Gestaltungsaufgabe für Europa“, „Gesund und aktiv älter werden – nationale Strategien und Ziele“ und „In der Praxis angekommen? Wie man gute Ansätze in die Fläche bringt und was man dafür braucht“.

Im Anschluss an die Vorträge wurde in Workshops diskutiert, wie die Umsetzung in den Settings „Kommune“, „Senioreneinrichtung“, „Sportverein“ und „Bildungseinrichtung“ gelingen kann. Abschließend wurden die Ergebnisse der Workshops im Plenum vorgestellt. Die Referentinnen und Referenten stellten dabei sehr deutlich heraus, dass die vorgestellten Strategien nur mit Leben gefüllt werden können, wenn eine praktische Umsetzung für ältere Menschen vor Ort erfolgt. Dafür ist die Einbindung aller verantwortlichen Akteure, insbesondere auch der Zivilgesellschaft, von besonderer Bedeutung.

Unter www.bvpraevention.de/8951 sind die Präsentationen und Abstracts der Referentinnen und Referenten sowie die Protokolle der Workshops zum Download aufbereitet. Eine vollständige Print-Dokumentation der Veranstaltung wird zurzeit erstellt und voraussichtlich ab Februar 2013 vorliegen.

Dr. Beate. Grossmann, stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., schrieb für uns diesen Bericht.

Demografische Entwicklung

  • Die Bevölkerungszahl Deutschlands geht seit 2003 zurück. Projektion Destatis: von derzeit ca. 81,7 Millionen auf 65 bis 70 Millionen Menschen bis 2060.
  •  Änderungen im Altersaufbau der Bevölkerung: Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung wird bereits in den kommenden zwei Jahrzehnten deutlich steigen.
  • Grund: anhaltend niedrige Geburtenniveaus und eine kontinuierlich ansteigende Lebenserwartung (Geburtenrate in Deutschland liegt bei durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau).
  • Die Zahl der über 60-Jährigen wird jedes Jahr um etwa zwei Millionen steigen.
  • Der Anteil 65-Jähriger und älterer Menschen in Deutschlag betrug 21 % im Jahr 2010. Im Jahr 2030 wird der Anteil voraussichtlich auf 29 % und 2060 dann auf 34 % steigen.

 

 


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