Heilberufler müssen Bewertung im Internet hinnehmen


(kb). Heilberufler müssen es hinnehmen, in einem Online-Portal bewertet zu werden. Das entschied das Landgericht Düsseldorf in einem aktuellen Urteil (AZ: 5 0 141/12) und bestätigte damit das Recht auf anonyme Bewertung von Ärzten und Heilberufen durch Patienten.

Im konkreten Fall hatte eine Hebamme gegen die Veröffentlichung  und Bewertung im Arztbewertungsportal Jameda geklagt. Die Klage wurde abgewiesen mit der Begründung, dass „das Informationsinteresse der Allgemeinheit und die Freiheit der Meinungsäußerung in der Regel Vorrang haben vor dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Klägerin. Hebammen müssen sich genauso wie niedergelassene Ärzte den herrschenden Marktmechanismen stellen. Dazu gehören heute - wie in vielen anderen Lebensbereichen auch - Bewertungsmöglichkeiten in öffentlich zugänglichen Quellen.“

Die Entscheidung des OLG Düsseldorf ist in einer Reihe von Urteilen zu sehen, die sich mit der rechtlichen Zulässigkeit von anonymen Bewertungsportalen im Internet befasst haben. Die Rechtsprechung tendiert hier deutlich dazu, dass sich Ärzte / Psychotherapeuten vor dem Hintergrund des Rechts auf freie Arztwahl dem auch zwischen Ärzten und anderen Heilberuflern bestehenden Wettbewerb stellen müssen. Dazu gehöre es, auch Bewertungsportalen ausgesetzt zu sein, die unter das Grundrecht der Meinungsfreiheit zu fassen seien.


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