Kombination von Einzel- und Gruppentherapie in der VT

Die kürzlich geänderte Psychotherapie-Richtlinie lässt mehr Spielraum bei der Behandlung. Auch eine Kombination von Einzel- und Gruppentherapie bei zwei verschiedenen Behandlern ist möglich.


Mit der Änderung der Psychotherapie-Richtlinie vom 18.4.2013 kann eine Verhaltenstherapie zukünftig auch als alleinige Gruppentherapie erbracht werden (vgl. die ausführliche Darstellung in der Rosa Beilage 2/2013, S. 60 f.). Zuvor war eine Verhaltenstherapie als Gruppenpsychotherapie nur in Verbindung mit Einzeltherapie zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung möglich. Folgende drei Varianten der Durchführung von Verhaltenstherapie ergeben sich also: eine ausschließliche Einzeltherapie, eine ausschließliche Gruppenpsychotherapie sowie eine Kombination von Einzel- und Gruppenpsychotherapie.

Interessant dürfte ein weiterer Aspekt sein, der sich bereits aus der bisherigen Fassung der Psychotherapie-Richtlinie ergibt, der aber bislang selten diskutiert wurde.

Auf Nachfrage bei der KBV, unter welchen Umständen eine Kombination von Einzel- und Gruppenpsychotherapie bei zwei verschiedenen Behandlern möglich und abrechenbar nach EBM sei (z.B. i.R. einer Jobsharing-Gemeinschaftspraxis bzw. Anstellung), erhielten wir folgende Antwort von Dr. Andreas Dahm, zuständig für den Bereich Psychotherapie (Schreiben vom 5.8.2013):

„Der Sachverhalt der Behandlung durch zwei verschiedene Therapeuten für Einzel- und Gruppentherapie ist weder in der Psychotherapie-Richtlinie noch in den Vereinbarungen so geregelt, dass durch eine Vorschrift festgelegt wäre, dass die ggf. bei einem Patienten kombiniert durchgeführte Einzel- und Gruppentherapie in der VT immer von demselben Therapeuten durchgeführt werden muss.

Daher ist eine Konstruktion zulässig, bei der die jeweiligen Settings auch durch verschiedene Therapeuten durchgeführt werden. Dabei muss selbstverständlich eine enge Abstimmung zwischen den Therapeuten erfolgen. Konkrete Durchführung und deren Modalitäten müsste im Einzelfall mit der zuständigen KV geklärt werden. Empfehlungen zur konkreten Handhabung finden sich auch in Faber/Haarstrick: Kommentar Psychotherapie-Richtlinien, 9. Auflage, München, S. 101 f.“.

Mit dieser Auslegung von § 23b Abs. 1 Nr. 3 Psychotherapie-Richtlinie (Gruppentherapie) tritt also noch eine weitere Variante zu den oben bereits angeführten Möglichkeiten hinzu.

Mitglieder, die die Abrechnungsmöglichkeiten für Gruppentherapie erlangen möchten, können sich an die Bundesgeschäftsstelle wenden. Sie erhalten Hinweise, inwieweit regionale Qualifizierungsangebote in den Ausbildungszentren bestehen. 

Kerstin Burgdorf


Zurück