Neuer KBV-Honorarbericht


Der aktuelle Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigt es erneut: Niedergelassene PsychotherapeutInnen erzielten im 4. Quartal 2012 den geringsten Umsatz aller Arztgruppen. Dies ist keine überraschende Neuigkeit, dass sich unsere Berufsgruppe am untersten Ende der Honorarskala bewegt. Dennoch lohnt sich der stetige kritische Blick auf die Entwicklungen, die sich aus dem quartalsweise erscheinenden Honorarbericht der KBV ergeben.

PsychotherapeutInnen hatten im 4. Quartal 2012 mit durchschnittlich 17.970 Euro erneut den mit weitem Abstand zur nächsten Arztgruppe niedrigsten Honorarumsatz. Selbst die am schlechtesten vergütete Arztgruppe, die Psychiater, konnten mit 32.625 Euro noch fast den doppelten Umsatz im Quartal erzielen.

Das Durchschnitts-Honorar der PsychotherapeutInnen ist gegenüber dem Quartal 4/2011 (damals noch 18.169 Euro) noch einmal um 1,1 % gesunken. Zum Vergleich die Ärzte: im Vergleich zum Vorjahr ist der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt im Jahr 2012 um 0,6 Prozent gesunken.

Der Psychotherapeuten-Honorarumsatz je Behandlungsfall ist innerhalb eines Jahres um 0,7 % von 388,31 Euro auf 385,64 Euro gefallen.

Im Bundesdurchschnitt aller Ärzte und Psychotherapeuten konnte in 4/2012 ein Honorarumsatz je Arzt/Psychotherapeut von 49.906 Euro erlangt werden. Dies ist ein Minus von 1,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal (4/2011: 50.778 Euro).

Für das gesamte Jahr 2012 zeigte sich ein durchschnittlicher Honorarumsatzverlust je Arzt in 2012 gegenüber 2011 um 1.251 Euro auf 201.087 Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 0,6 %.

Bei den PsychotherapeutInnen ist der durchschnittliche Honorarumsatz gegenüber dem Jahr 2011 von 73.093 Euro auf 72.299 Euro zurückgegangen. Dies entspricht einem Minus von 1,1 %. Je psychotherapeutischem Behandlungsfall ist der Honorarumsatz im Vergleich zum Vorjahr sogar um 1,5 % Prozent auf 384,48 Euro gesunken.

Der DGVT-Berufsverband fordert die längst anstehende Anpassung der Psychotherapeuten-Honorare an die Honorare, die ein Facharzt im Durchschnitt erzielen kann (gem. der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts). Hier wird zunehmend deutlich, dass ohne ein konkretes Handeln durch den Gesetzgeber keine Veränderungen, die eine deutliche Verbesserung der Honorarsituation bedeuten, zu erwarten sind.

Kerstin Burgdorf


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