Gesprächskreis der Psychotherapeutenverbände tagte in Würzburg


Eingeladen zu dieser zweiten Sitzung der Psychotherapeutenverbände des GK II im Jahr 2014 hatte die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e. V. als turnusgemäß gastgebender Verband.

Viele der ca. 35 TeilnehmerInnen waren bereits am Vortag nach Würzburg angereist. Nach einem netten Abend und vielen informellen fachlichen Gesprächen führte uns Heiner Vogel am nächsten Tag als Sitzungsleiter durch die vorbereitete Tagesordnung. Nach den organisatorischen Abstimmungen zu den Protokollen der beiden letzten Sitzungen und den Berichten aus den Verbänden ging es um folgende Inhalte:

Organisation eines Treffens mit Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)

Für den Winter ist von Hr. Hecken ein gemeinsames Treffen in Aussicht gestellt worden. Wir bilden eine interne Vorbereitungsgruppe und vereinbaren, welche Themenschwerpunkte mit Herrn Hecken besprochen werden sollen (die Bedeutung der Psychotherapie, die Reform der Psychotherapie-Richtlinie und die Bedarfsplanung).

Aktionstag – Große Demonstration zur Honorargerechtigkeit in Berlin am 25.09.2014

Die Verbände kommen überein, dass es eine gelungene Aktion war, bei der die Abstimmung und Koordination der Verbände gut geklappt hat (siehe hierzu den ausführlichen Bericht in VPP S. 1101 ff.). 

Honorarsituation

Seit Jahren sind die psychotherapeutisch Tätigen mit großem Abstand das Schlusslicht in der Einkommensskala aller Einkommensgruppen trotz des Urteils des Bundessozialgerichtes, nach dem die mit maximalem Einsatz arbeitenden PsychotherapeutInnen mindestens den Durchschnittsüberschuss des sog. Facharzt-Mix erreichen müssen. Siehe hierzu den Bericht in diesem Heft S. 49.

Versorgungsstärkungsgesetz

Ein erster Arbeitsentwurf zum Versorgungsstärkungsgesetz hat uns erst am Tag vor der GK II-Sitzung erreicht. Auf den ersten Blick erschienen uns folgende Punkte für die TherapeutInnen relevant.

  1. Die Kann-Bestimmung nach § 103 SGB V (Zulassungsbeschränkungen) zum Abbau von Überversorgung soll sich zur Sollregelung verschärfen. D. h. die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) werden zwangsverpflichtet, in überversorgten Regionen (Versorgungsgrad ab 110%) „freiwerdende“ Sitze, die zur Nachbesetzung ausgeschrieben werden sollen, aufzukaufen und gar nicht erst auszuschreiben.

  2. Zwei neue Bestimmungen in § 79 SGB V sollen künftig das Verhältnis von Haus- und Fachärzten regeln.

  3. Die Terminservicestellen werden mit einer Neufassung in § 75 SGB V geregelt. Diese sollen Bestandteil des Sicherstellungsauftrages der KVen sein und können gemeinsam mit den Krankenkassen betrieben werden. Hier stellt sich die Frage, inwieweit auch die Psychotherapie tangiert wird.

  4. Bis zum 30.06.2016 sollen die Psychotherapie-Richtlinien überarbeitet werden. Dabei geht es um die Einführung von Sprechstunden, die Gruppenpsychotherapie, die Vereinfachung des Gutachterverfahrens und dies soll alles möglichst kostenneutral eingeführt werden.

Austausch zum Stand der PEPP-Diskussionen

(Pauschaliertes Entgeltsystem Psychiatrie/Psychotherapie)

Die Verbände sind sich einig, dass man die neue Situation nach der gesetzlichen Verlängerung des Optionszeitraums zur „freiwilligen“ PEPP-Einführung um zwei Jahre nutzen muss, um an  einer inhaltlichen Weiterentwicklung des Konzeptes für ein zukünftiges Vergütungssystem im Sinne einer verbesserten PatientInnenversorgung in den psychiatrischen Kliniken zu kommen. Es zeichnen sich bereits eine Reihe von konsensfähigen Punkten ab:

Auf der Grundlage der Psychiatrie-Personalverordnung (PsychPV) muss ein Personalbemessungsverfahren entwickelt werden, das eine ausreichende Zahl an qualifiziertem Personal in der ambulanten und stationären Versorgung gewährleistet. Das Finanzierungssystem soll Vernetzung und moderne psychotherapeutisch orientierte Versorgungskonzepte fördern.

Psychotherapie-Ausbildungsreform

Es gab in den letzten Monaten viele Veranstaltungen und Stellungnahmen von der Bundespsychotherapeutenkammer und den Verbänden zur Ausbildungsreform. Etliche Verbände, so auch die DGVT, befürworten nach wie vor eine Reform der postgradualen Ausbildung mit einem breiten Zugang. Für eine Psychotherapie-Direktausbildung gibt es ein mit der Bundespsychotherapeutenkammer abgestimmtes Strukturmodell der DGPs, das auf dem GK II-Treffen noch einmal von Thomas Fydrich vorgestellt wird. Danach werden in der Diskussion die bereits allgemein bekannten ‚Pro- und Contra-Positionen“ ausgetauscht.

Vereinbart wurde außerdem, dass die Verbände möglichst eine gemeinsame Position zur Online-Therapie entwickeln. Die bestehende Arbeitsgruppe zu dieser Thematik wird gebeten, einen Vorschlag zu erarbeiten. Die DGVT ist ebenfalls an dieser AG beteiligt.

Die seit dem GK II-Treffen in Fulda am 11.11.2013 bestehende Arbeitsgruppe zur Koordination der Leitlinienarbeit im GK II wird fortgesetzt. Die Arbeitsgruppe hat einen entsprechenden Flyer zu der Thematik erstellt.

Das nächste GK II-Treffen findet am 18. April 2015 in Berlin statt.

Waltraud Deubert


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