Neue „Unabhängige Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch“ (UAK)


ja) Am 2. Juli 2015 hat der Deutsche Bundestag abschließend über die Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch (UAK) abgestimmt. Die Kommission wird im Januar 2016 ihre Arbeit aufnehmen und zunächst bis März 2019 tätig sein. Mit der  UAK wird erstmals der Missbrauch in Institutionen und in der Familie durch eine staatliche Kommission untersucht. Die Kommission wird dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, zugeordnet. Die UAK wird in einer interdisziplinären Zusammensetzung aus bis zu sieben Mitgliedern bestehen, unter anderem auch aus psychologischen Disziplinen. Für die anstehenden Kosten sollen jährlich ca. 3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Eine gesetzliche Grundlage wird es für die Kommission nicht geben. Auch die Finanzierung ist noch nicht abschließend geklärt. Die Einrichtung einer Kommission war seit Jahren eine zentrale Forderung von Betroffenen, weiteren ExpertInnen und dem Beauftragten.

Die UAK soll Betroffene anhören, Zeitzeugen- und ExpertInnengespräche führen und bereits vorliegende Aufarbeitungsbericht auswerten, dokumentieren und archivieren. Damit soll in der Kindheit erlittenes Unrecht gesellschaftlich Beachtung finden und anerkannt werden. Es sollen Forschungsaufträge initiiert werden, beispielsweise für die Aufarbeitung des Missbrauchs in Familien durch die Untersuchung von Straf-, Familiengerichts- und Jugendamtsakten. Das Ziel ist dabei, ein größeres gesellschaftliches Verständnis für das Ausmaß und die Folgen von Missbrauch für die Betroffenen und die Gesellschaft zu erlangen. Damit soll aus Erfahrungen der Vergangenheit für die Zukunft gelernt und Verantwortung für Fehler und Versäumnisse übernommen werden.

Mit der UAK setzt Deutschland international Akzente, da sie die erste Kommission ist, die Missbrauch in allen institutionellen Einrichtungen und in der Familie in den Fokus nehmen will.

Weitere Informationen finden Sie hier: beauftragter-missbrauch.de/aufarbeitung/aufarbeitung-in-deutschland

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 3/2015


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