Gesundheitsmonitor der BARMER GEK

Ärztebefragung zur Wahrnehmung von Patientenrechten und zum PatRG


(ja) Die Bertelsmann Stiftung und die Barmer GEK haben im Rahmen eines Gesundheitsmonitors Online-Interviews mit 800 Ärzten durchgeführt. Gefragt wurde nach der Selbsteinschätzung der Ärzte bezüglich ihrer Kenntnisse über Patientenrechte (PatR) und das Patientenrechtegesetz (PatRG). 

Bezüglich der PatR wurden vier Hauptdimensionen abgefragt: Die Qualität und Sicherheit der Behandlung, Dokumentationspflichten, das Patientenrecht auf Einsicht in die Krankenunterlagen sowie die Pflichten zur Information und Aufklärung der Patienten. Die meisten der befragten Ärzte (80%) gaben an, dass sie sehr gute bis gute Kenntnisse über Patientenrechte haben. Krankenhaus-ärzte gaben häufiger als niedergelassene Ärzte an, dass sie eine hohe Kenntnis von PatR haben. 

Bezüglich des PatRG gaben 20% der Ärzte an, dass sie das Gesetz in allen oder mindestens in den meisten Bestimmungen gut kennen würde (Gruppe der Experten). 48%  der Befragten Ärzte gaben an, dass sie einige der Bestimmungen kennen (Gruppe der Kenner). 32% der Befragten gaben an, dass sie das Gesetz entweder gar nicht kennen oder nur vom Hörensagen (Gruppe der Nichtkenner).

Beim Vergleich der Angaben zu PatR und PatRG zeigte sich, dass 44 Prozent der Befragten mit hoher Kenntnis von PatR auch das PatRG sehr gut kennen. Allerdings zeigte sich auch, dass etwa jeder sechste Arzt, der angibt die PatR gut zu kennen, das PatRG nicht kennt. Fünf Prozent mit niedriger Kenntnis von Patientenrechten kennen immerhin das PatRG sehr gut. Fast 70 Prozent der PatRG-Experten haben auch hohe Kenntnisse von Patientenrechten.  Bei den Befragten, die angegeben haben das PatRG gut zu kennen, sehen 75% im Gesetz eine höhere Belastung für Ärzte, mehr Rechtssicherheit oder Transparenz für die Patienten (53%), jedoch nicht mehr Rechtssicherheit für die Ärzte selbst (52 %).

Die Ergebnisse dieser Befragung deuten darauf hin, dass auf Seiten der Ärzte noch Informations-bedarf, vor allem in Bezug auf das PatRG, besteht. Dies spricht dafür, dass die Ziele des Gesetzes, nämlich Rechtssicherheit, Transparenz und Information bislang nicht zufriedenstellend erreicht wurden.

Da bei dieser Befragung lediglich eine subjektive Einschätzung der Ärzte über ihre Kenntnisse bezüglich der PatR und dem PatRG abgefragt wurde, könnten die Ergebnisse durch soziale Erwünschtheit (also die Tendenz, Fragen so zu beantworten, dass sie sozialen Normen entsprechen) verzerrt sein. Daher wäre es möglich, dass die Befragten ihre Kenntnisse bezüglich PatR und PatRG positiver darstellten, als sie tatsächlich sind. Nun wäre es interessant, wenn man in einer weiteren Befragung die tatsächlichen Kenntnisse der Ärzte abfragen würde, um dann die Ergebnisse der beiden Befragungen zu vergleichen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Presseinformationen/Aktuelle-Pressemitteilungen/150617-Gesundheitsmonitor/Gesundheitsmonitor-2-2015,property=Data.pdf

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 3/2015


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