DGVT-Bildungsreise 2017 nach Argentinien und Uruguay, nach Buenos Aires und Montevideo vom 20.02. – 04.03.2017 Organisiert und begleitet durch unser Mitglied Klaus Bickel, La Plata und Berlin.


Argentinien – das riesige Land der Gegensätze, das sich vom Südpolarmeer bis zum Urwald und von den Anden bis zum Atlantik erstreckt,das Land der Einwanderer (hauptsächlich aus Italien und Spanien, aber auch, wesentlich geringer, aus Deutschland);der Pampa und der großen Rinderherden (Mythos Gaucho) mit den besten Asados der Welt,des Tangos, des argentinischen Rocks und der Chacarera (Folklore),und das Land des leidenschaftlichen Fußballs.

Das Land der Psychoanalyse Freuds und Lacans, mit zunehmender Methodenvielfalt.

Das Land mit vielfältigen Traumata, der Heimatlosen (Einwanderer aus Europa früher; jetzt aus den ärmeren Ländern), der politisch Verfolgten, vor allem in der letzten Militärdiktatur mit 30.000 Ermordeten und des Raubs von 500 Babys und das Land des mutigen Widerstandes dagegen und der Aufarbeitung, das Land des Traumas des wirtschaftlichen Niedergangs 2001 und dessen Überwindung durch den Kampf gegen die Knebelstrategie von IWF, Weltbank und der Hedgefonds.

Das Land legalisierter besetzter Betriebe und des Überlebens in Armut.

Auch der Tango hat Elemente eines Traumas – zur Zeit seines Entstehens in den Kneipen der soeben Ausgewanderten, Sehnsucht und deren Überwindung, des sinnlichen Zusammenseins und der baldigen Trennung.

Mit der Hauptstadt Buenos Aires

der faszinierenden Stadt am Rio de la Plata, der europäischsten Hauptstadt außerhalb Europas, mit seinen alten Cafés und Orten des Tangos, seinen Fußballclubs, allen voran der Maradonaclub Boca Juniors, den vielen Parks und den langen Uferstreifen am Rio, der vielen alten Stadtviertel mit ihren eigenen Flairs, der Stadt der massenhaften Einwanderung, konserviert in La Boca, der Stadt der mutigen „Madres de Plaza de Mayo“, der Basisorganisationen und alternativen Lebensformen.

Und schließlich die Stadt mit der höchsten Therapeutendichte der Welt.

Uruguay – das kleine Land auf der östlichen Seite des Rio de la Plata, auch geprägt von Viehzucht und dem Tango.

Das Land mit den meisten Mate-Trinkern der Welt, den Candombe-Trommeln (Einfluss Afrikas), mit denen der Karneval im Februar eine besondere Note hat.

Das Land mit der Freigabe von Marihuana und das Ausstiegsland aus den TTIP-Verhandlungen.

Mit der Hauptstadt Montevideo

der kleineren und ruhigeren, aber nicht weniger faszinierenden „Schwesterstadt“ der riesigen argentinischen Hauptstadt, mit den langen Promenaden an der Flussmündung entlang, besonders geeignet zum Genießen der Sonnenuntergänge, mit Stränden, an denen der Fluss auf den Atlantik trifft.

Die Stadt mit der größten Asadohalle am alten Hafen, wo in (fast) ungezählten Parillas das leckere uruguayische Steak in seinen Variationen gegrillt und verzehrt wird.

Dem wollen wir nachspüren mit entsprechenden Programmpunkten*, wobei auch die individuelle Erkundung nicht zu kurz kommen wird.

* Programm ist demnächst in der Geschäftsstelle in Tübingen, Stichwort „Reise 2017“, erhältlich  

Fachprogrammauswahl*

  • Treffen in einer Universität von Buenos Aires' und Gespräch mit der Rektorin über Psychotherapie-Ausbildung vor allem unter dem Gesichtspunkt der Zunahme alternativer Verfahren – auch der Verhaltenstherapie – in Ausbildung und Praxis im Verhältnis zu den traditionellen psychoanalytischen Verfahren (Freud und Lacan) in Argentinien.
  • Psychosoziale Versorgung in Argentinien (oder allgemein in Cono-Sur-Ländern). Info-Veranstaltung und Gespräch in einer psychiatrischen Einrichtung oder in der psychologischen Abteilung eines Allgemeinen Krankenhauses.
  • Gemeindepsychologie und Psychopädagogik in einem Gemeindezentrum in Buenos Aires.
  • Besuch einer Einrichtung zur Traumaarbeit bei Frauen mit Gewalterfahrung.
  • Besuch des Projekts „La colifata“ - Radiosendung aus der Psychiatrischen Klinik „José T. Borda“ in Buenos Aires. La Colifata heißt so viel wie „liebenswerte Verrückte“. Das Wort stammt aus dem Lunfardo-Slang von Buenos Aires. Die Titelmelodie zur Sendung stammt aus der Feder von Manu Chao.
  • Begegnung in der Universität der „Madres de Plaza de Mayo“ - geleitet von Müttern von Verschwundenen - über Sozialpsychologie (Pichon-Riviére) und über psychotherapeutische Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse im Zusammenhang mit den Verfolgungen durch die Militärdiktatur.
  • Kurzvisite - ein (All-)Tag eines/r niedergelassenen Psychotherapeuten/in

(*gerne können auch die TeilnehmerInnen eigene Ideen oder Präferenzen einbringen) 

Die Hauptaktivitäten werden in Buenos Aires stattfinden mit Exkursionen nach Montevideo, nach Colonia (älteste Stadt Uruguays) und nach La Plata, ca. 1 Stunde südlich der argentinischen Hauptstadt. Fakultativ kann eine Exkursion zu den Wasserfällen nach Iguazú organisiert werden.

Der Preis der Reise wird, je nach Teilnehmerzahl, zwischen 3.200 € und 3.800 € liegen. Im Preis enthalten sind die Flüge und die Hotelübernachtungen (mittlere oder gehobene Kategorie), die Exkursionen nach Uruguay, La Plata, Colonia und aufs Land, evtl. anfallende Dolmetscher- und andere Honorare, Tickets für Museen und Veranstaltungen. Der fakultative Ausflug zu den Wasserfällen ist nicht im Preis enthalten.

Selbstverständlich können weitere Anschlussreisen nach Ende der DGVT-Reise getätigt werden. Dies muss nur bei Buchung der DGVT-Bildungsreise angegeben werden!

Es wird die Zertifizierung des Fachprogramms beantragt, so dass für die Teilnahme am Fachprogramm Fortbildungspunkte vergeben werden können. Des Weiteren wird die Anerkennung der Reise als Bildungsurlaub angestrebt.

Organisation und Begleitung:

Klaus Bickel, La Plata/Argentinien und Berlin. DGVT-Mitglied, ehem. Berliner Landessprecher und Mitglied der Psychotherapeutenkammer Berlin. Lebt über die Hälfte des Jahres in Argentinien, arbeitet dort am „Argentinisch-deutschen Kulturinstitut La Plata“ und organisiert Bildungsreisen nach Argentinien und Uruguay (u.a. mit „Arbeit & Leben“ Berlin).

Programmidee und Konzept:
Klaus Bickel

 


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