Neue Versorgungsformen für die ambulante Psychotherapie: Modelle – Erfahrungen – Perspektiven: Wir bitten um Unterstützung der aktuellen DGVT-Studie!

Die DGVT plant eine Expertise zu neuen ambulanten psychotherapeutischen Versorgungsformen und –angeboten außerhalb der Richtlinienpsychotherapie in Auftrag zu geben. Mitglieder werden um Rückmeldung zu den neuen Versorgungsformen in ihrer Region gebeten.


Ende letzten Jahres hat die DGVT einen Forschungsauftrag an AGENON, ein Berliner Unternehmen, das sich auf Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen spezialisiert hat, vergeben. Im Rahmen der Expertise sollen neue ambulante psychotherapeutische Versorgungsformen und -angebote jenseits der Psychotherapierichtlinie untersucht werden.

In den letzten 15 Jahren, seit Einführung der Integrierten Versorgung mit dem Gesundheitsreformgesetz (GKV-GRG) zum 1.1.2010 sowie weiteren Öffnungen des SGB V durch die nachfolgenden Gesundheitsreformen, sind zahlreiche neue Modelle und Konzepte für die ambulante Versorgung psychisch kranker Menschen entstanden. In den Mailinglisten der DGVT und des DGVT-BV wird immer wieder exemplarisch darüber diskutiert. Ist dieses oder jenes Modell wirklich in der Lage die Versorgung zu verbessern? Geht es primär nur um Kundenbindung und Imageförderung der beteiligten Krankenkassen? Bietet das Modell neue, verantwortungsvolle Tätigkeitsmöglichkeiten für PsychotherapeutInnen (speziell auch für PP/KJP)? Bieten sich darüber hinaus auch Perspektiven für das Versorgungssystem insgesamt (und kann es evtl. Reformoptionen für die Psychotherapierichtlinie aufzeigen)? Neben einer typisierenden Übersicht über die existierenden Versorgungsmodelle sind einzelne dieser Fragen Themen der Untersuchung, die AGENON im Auftrag und in Zusammenarbeit mit DGVT und DGVT-BV vornimmt. Im Ergebnis sollen Handlungsempfehlungen erarbeitet werden - einerseits für die gesundheitspolitische Ebene, anderseits aber auch für die KollegInnen in der Region.

Die Bitte an Sie: Kennen Sie ambulante psychotherapeutische Angebote/Versorgungsmodelle außerhalb der Richtlinienpsychotherapie?

Im Rahmen des Forschungsvorhabens soll es zunächst auch darum gehen, einen aktuellen Überblick über laufende Projekte und Entwicklungen in diesem Bereich zu gewinnen. Da es keine offiziellen, systematischen Erhebungen gibt und die Krankenkassen unterschiedlich auskunftsfreudig über ihre diesbezüglichen Aktivitäten sind, benötigen wir Ihre Mithilfe: Sicher hatten viele von Ihnen schon Kontakt zu solchen Modellvorhaben bzw. Routineprojekten im Bereich der Psychotherapie oder für Menschen mit psychischen Erkrankungen – vielleicht sind Sie sogar in einem dieser Modelle tätig. Und daran sind wir interessiert!

Die Erhebung soll „zweistufig“ erfolgen: In der ersten Stufe bitten wir Sie nur um eine unaufwändige erste Mitteilung von Rahmendaten. Falls Sie über mehrere Projekte Rückmeldung geben können: Umso besser – bitte aber in der Antwort deutlich darauf hinweisen und die Fragen für jedes Modell beantworten. Die Rückmeldungen werden anonymisiert in einer Datenbank erfasst. Falls über das genannte Projekt noch keine weiteren Informationen vorliegen, würden wir uns gerne noch einmal bei Ihnen melden mit der Bitte um vertiefende Informationen zu spezifischen Aspekten.

In den nächsten Tagen wird der Fragebogen zur ersten Stufe (Fragen s. u.) über die verschiedenen Mailinglisten der DGVT bzw. des DGVT-BV versandt. Sie können ihn dann einfach aus der Mail heraus per Weiterleitungsmail beantworten (Kontaktdaten: siehe unten).

Die Fragen notieren wir aber bereits hier: Falls Sie in keiner Mailingliste sind oder unabhängig davon antworten wollen, können Sie sich also darauf beziehen:

  1. Wie ist der Titel des Modells?
  2. In welcher Region (Stadt, Bundesland etc.) wird das Modell verwirklicht?
  3. Welche Krankenkasse ist am Modell beteiligt?
  4. Welche Arten von Leistungserbringern/ Partnern sind am Modell beteiligt (z.B. Kliniken, Niedergelassene, Managementgesellschaften etc.)?
  5. Welche Zielgruppe hat das Modell (welche Indikation(en), ggf. indikationsübergreifend, weitere Eingrenzungen, z.B. bzgl. Schweregrad, Alter)?
  6. Rechtliche Grundlage des Modells (§ 64b SGB V, § 140a SGB V, Forschungsprojekt etc.)

Alle Angaben werden vertraulich behandelt und anonymisiert aufgenommen. Schicken Sie die Antworten (bevorzugt per Email) bitte bis zum 31. Mai 2016 an folgende Adresse (Absenderangabe nicht vergessen)

AGENON, Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen mbH
Dr. Bianca Lehmann
Kaunstraße 21, 14163 Berlin
Tel. 030-921 045 90, Fax 030-921 045 82
Email: le(at)agenon(dot)de

Sollten Sie Fragen haben, können Sie sich ebenfalls an die oben genannte Adresse oder an uns von der DGVT wenden. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Heiner Vogel, Würzburg

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 2/2016


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