Aufruf zur Mitarbeit an einer DGVT-Fachgruppe zum Thema Prävention


Ziel der Fachgruppe ist es, die Möglichkeiten, die das neue Präventionsgesetz für den Bereich Psychologie/Psychotherapie gibt, auszuloten. In der DGVT gibt es eine lange Tradition der Konzeption von Präventionsmaßnahmen, die durch das PsychThG etwas in Vergessenheit geraten ist. An diese "alte" Tradition wollen wir wieder anknüpfen und, ganz im Sinne der DGVT, Möglichkeiten erarbeiten, Menschen zu helfen, bevor diese eine Störung entwickeln. 

  1. Die Präsenz von Maßnahmen zur Vermeidung psychischer Störungen ist gegenüber solchen, die körperliche Erkrankungen vermeiden wollen, stark unterrepräsentiert. Die Fachgruppe will dazu beitragen, dass sich das Thema in der Fachöffentlichkeit und in politischen Handlungszusammenhängen nachhaltiger darstellt als bislang.

  2. Auf die große Zahl psychischer Erkrankungen kann nicht nur kurativ reagiert werden. Eine Präventionsfachgruppe der DGVT engagiert sich deshalb in der langen Tradition eines ethisch und versorgungspolitisch sinnvollen Engagements für bessere Versorgungsstrukturen.

  3. Eine nicht unbeträchtliche Zahl psychischer Störungen wird von subliminalen psychischen Krankheiten begleitet. Eine große Zahl von Störungen wird durch eine Vielzahl von kritischen Lebensereignissen erschwert. Für beide Anlässe sind neben kurativen Hilfen auch präventive Hilfen notwendig. Die neuen Psychotherapierichtlinien deuten schon an, dass Hilfen in diesem Sinne mitgedacht werden. Auch das kommende Psychotherapeutengesetz sollte stärker als bislang vom Gedanken der Prävention getragen werden.

Rudi Merod


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