Honorare 2017 – nur geringe Steigerung


Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich im September 2016 in der Sitzung des Bewertungsausschusses auf eine Honorarerhöhung von 815 Millionen Euro für 2017 geeinigt. Dabei wurde eine Erhöhung der Orientierungspunktwerts (OPW) um 0,9 % auf 10,5300 Cent beschlossen.

Der OPW bildet grundsätzlich gestiegene Investitions- und Praxiskosten ab. Bei einer aktuellen Inflationsrate von 0,8 % (Stand Oktober 2016) entspricht dies in etwa dem allgemeinen Preisanstieg. Rund 315 Millionen entfallen auf die Erhöhung des Orientierungswerts für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen.

Die genehmigungspflichtige Einzelsitzung wird ab 1.1.2017 mit 841 Punkten x 10,53 Cent = 88,56 € vergütet (bisher 87,77 €), probatorische Sitzungen werden mit 621 Punkten x 10,53 = 65,39 € (bisher 64,81 €) honoriert.

Mehr Honorar für steigenden Behandlungsbedarf

Weitere rund 170 Mio. Euro müssen die Krankenkassen mehr bereitstellen, um den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund zunehmender Krankheiten und einer immer älterwerdenden Bevölkerung zu decken. Der Bewertungsausschuss beschloss dazu für jeden KV-Bereich zwei regionale Veränderungsraten – für die Morbidität und für die Demografie. Bei den Raten handelt es sich um Empfehlungen. Sie bilden die Grundlage für die sich anschließenden regionalen Verhandlungen.

Die Erhöhung ist gering ausgefallen. Die Krankenkassen wollten den Orientierungswert und damit die Preise für ärztliche Leistungen jedoch ursprünglich sogar absenken. Die KBV hatte daraufhin den Erweiterten Bewertungsausschuss eingeschaltet, dieser musste dann, nach der Einigung im Bewertungsausschuss, nicht mehr eingreifen.

Die neuen Euro-Beträge gelten ab dem 1.1.2017.

Honorar-Situation der PsychotherapeutInnen

Das ZI-Praxispanel bestätigt weiterhin die benachteiligte Situation der PsychotherapeutInnen in Bezug auf das Honorar. 2013 erzielten PsychotherapeutInnen durchschnittlich 65.877 Euro. Das entspricht nicht einmal der Hälfte des Betrags, der im Durchschnitt aller Leistungserbringer errechnet wurde: 145.415 Euro!

Kerstin Burgdorf


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