Weltweit erste S3-Leitlinie zu Methamphetamin-bezogenen Störungen vorgelegt[1]


Methamphetamin ist eine illegal hergestellte, kristalline Substanz („Crystal“) mit hohem Suchtpotenzial. Jährlich werden bundesweit rund 3.000 Personen wegen ihres Crystal-Konsums auffällig. Nach Angaben des Bundeskriminalamts ist die Zahl der durch die Droge verursachten Todesfälle im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent gestiegen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, dazu: „Der Konsum von Crystal Meth ist in den letzten Jahren in vielen Regionen Deutschlands zu einer echten Herausforderung geworden. Umso wichtiger ist neben unserer intensiven Präventionsarbeit eine gute medizinische Versorgung der Betroffenen. Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, das Wissen über die richtige Behandlung in einer medizinischen Leitlinie zusammenzufassen. Diese soll in Zukunft überall in Deutschland eine Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau ermöglichen. Deutschland geht mit der vorliegenden Behandlungsleitlinie auch international mit großen Schritten voran. Die gute Botschaft lautet: Die Abhängigkeit von Crystal Meth ist heilbar.“

Um den Berufsgruppen im Gesundheitswesen mehr Handlungssicherheit im Umgang mit akut intoxikierten oder abhängigen Patienten zu geben, hat das Bundesministerium für Gesundheit sich dafür eingesetzt, eine Behandlungsleitlinie zu erarbeiten. Diese wurde vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zusammen mit einem interdisziplinär besetzten Expertenpanel erarbeitet und liegt nun vor. Federführende Fachgesellschaft war die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN).

Die Leitlinie kann in einer Kurz- sowie in einer Langfassung unter www.crystal-meth.aezq.de abgerufen werden.


[1]Quelle: BÄKground, Informationsdienst der Bundesärztekammer, Dezember 2016.


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