Erneut Probleme mit IKK classic – nur 1,0-facher Gebührensatz nach GOÄ

Hinweise zur Umgehensweise mit der Honorarkürzung und Muster-Widerspruch


Liebe KollegInnen,

aktuell berichten uns Mitglieder, dass die IKK classic teils nur den 1,0-fachen Gebührensatz nach GOP erstattet im Rahmen der Kostenerstattung.

Zu Beginn des Jahres 2016 hatten Mitglieder gehäuft von Problemen mit der IKK classic berichtet, die damals versuchte, nur noch den 1,0-fachen GOP-Satz (40,22 Euro!) zu leisten. Wir hatten damals als Verband eine ausführliche Korrespondenz mit der IKK, ebenso hatte sich die Bundespsychotherapeutenkammer eingeschaltet. In der Folge nahm die IKK classic ihre Praxis der Honorarkürzung wieder zurück.

2016 hatten wir den Mitgliedern einen Widerspruchstext zur Verfügung gestellt, den die PatientInnen einlegen sollten. Diesen sollte der/die PatientIn nun einlegen, als ersten Schritt. Die IKK kann den Rahmen, den die amtliche Gebührenordnung der GOP bzw. GOÄ vorgibt,  nicht einfach so unterlaufen. Der 2,3-fache Steigerungssatz (entspricht einem Satz von 100,55 Euro) entspricht einem mittleren Standard, d.h. er bildet eine nach Schwierigkeit und Zeitaufwand durchschnittliche Leistung ab. Ein Überschreiten dieses Gebührensatzes (z.B. Abrechnung nach dem 3,5-fachen Steigerungssatz) ist nur zulässig, wenn Besonderheiten dies rechtfertigen (Schweregrad der Behandlung). Die IKK hat sich bereits 2016 über diese langjährig anerkannten Grundsätze zur Anwendung der GOÄ/GOP hinweggesetzt. Wir müssen das nun weiter beobachten und aktiv werden:

  • Informieren Sie Ihre PatientInnen über die Möglichkeit, gegen den 1,0-fachen Satz GOP in Widerspruch zu gehen. Hierzu kann die o.g. Begründung, die für den 2,3-fachen Satz spricht, genutzt werden. Einen Muster-Text finden Sie hier.
  • Sie können sich parallel zu dem schriftlichen Widerspruch in Absprache mit dem/der jeweiligen PatientIn an die IKK wenden und darauf hinweisen, dass die IKK in anderen Fällen ("Präzedenzfälle") die Kostenerstattung des nur einfachen GOP Satzes wieder rückgängig gemacht hat. Mitglieder hatten uns von erfolgreichen Widersprüchen gegen den 1,0-fachen Satz und einem Einlenken der IKK im Jahr 2016 berichtet.
  • Aufruf an alle KollegInnen auf dieser Mailingliste: Bitte berichten Sie über Ihre Erfahrungen mit den Kassen über die Mailingliste. Wir sammeln die Erfahrungsberichte und können dann von Fall zu Fall aktiv werden als Verband und uns z.B. direkt an die betreffende Kasse wenden.

Herzlichen Gruß
Ihre Bundesgeschäftsstelle


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