Intergremientreffen am 25. November 2017 in Hannover


Einmal im Jahr kommen Vertreter*innen des gesamten DGVT-Verbunds – Fachverband mit Fort- und Weiterbildung und Verlag sowie AusbildungsAkademie – und des DGVT-Berufsverbands (DGVT-BV) zusammen, um sich über die aktuellen gesundheits- und berufspolitischen Entwicklungen auszutauschen und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln.

Ein Schwerpunkt beim Treffen in Hannover 2017 waren die Berichte der Kommissionen und zahlreichen Fachgruppen von DGVT und DGVT-Berufsverband, die wir nachfolgend abdrucken:

Aus- und Weiterbildungskommission (AWK)

Im Fort- und Weiterbildungsreferat gab es im vergangenen Jahr einige Personalwechsel durch Schwangerschaften und Elternzeiten der Mitarbeiterinnen und durch den Weggang der langjährigen Referentin in der Fortbildung, Anke Heier. Das Fort- und Weiterbildungsprogramm 2017/2018 bietet wie immer eine Anzahl von Seminarreihen, wie z. B. „Zusatzqualifikation in EMDR“, „CBASP" oder „Psychosenpsychotherapie“. Daneben gibt es weiterhin zahlreiche Themenseminare, wie „spieltherapeutische Interventionen in der Verhaltenstherapie“, zur Schematherapie oder Psychopharmakologie. Darüber hinaus gibt es ein wachsendes Angebot an Tagungen zu vielfältigen fachlichen Themen. So wurden gerade die DGVT-Praxistage der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Berlin (in Kooperation  mit der Fachgruppe KiJu und dem DGVT-Ausbildungszentrum Berlin) erfolgreich mit über 200 Teilnehmer*innendurchgeführt. Die nächsten Praxistage werden im November 2018 in Münster stattfinden. Aufgrund des Weltkongresses 2019, den die DGVT organisiert, wird die nächste Workshoptagung erst 2020 stattfinden. Da in Tübingen die Universität umgebaut wird und es keine anderen Räumlichkeiten gab, hat die AWK beschlossen, die Workshoptagung 2020 in Köln durchzuführen.

Eine Kooperation mit der AusbildungsAkademie wurde für 2018 für den Workshop „Approbation und was nun?“ vereinbart. Die Ausbildungszentren werden die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und die AusbildungsAkademie übernimmt die Kosten, so dass diese Veranstaltung für die PiAs an den ABZs kostenfrei angeboten werden kann.

Die Aus- und Weiterbildungskommission wird an der Mitgliederversammlung (MV) 2018 zwei neue Mitglieder bekommen. Nina Engstermann, die bereits seit einem Jahr kooptiert mitarbeitet, und Anke Heier, die ehemalige Fortbildungsreferentin, werden sich zur Wahl stellen.

Qualitätssicherungskommission (QSK)

Die Kommission ist personell auf vier Mitglieder angewachsen und kann sich damit wieder einer größeren Anzahl an Themen widmen. Die QSK wird am Kongress 2018 wieder ein Supervisor*innen-Kolloquium anbieten, diesmal zum Thema „Fallberichte nach dem Berner Modell“.
Nach der Überarbeitung der Kriterien für die Falldokumentationen steht aktuell die Überarbeitung des KJP-Fallleitfadens und perspektivisch die Herausgabe eines neuen KJP-Fallbuches an.

Auf der letzten Versammlung der Ausbildungs-Akademie wurde beschlossen, dass die QSK das externe Fall-Begutachtungsverfahren fortführt und darüber hinaus zukünftig Wünsche der Ausbildungsinstitute bezüglich Gutachter*innen berücksichtigt.

Da es personelle Überschneidungen mit der AG-Forschung der Ausbildungs-Akademie gibt, diskutiert die QSK, auch im Rahmen der Strukturdebatte, ihr Aufgabengebiet um einen Forschungsschwerpunkt zu erweitern und Interessierte in der DGVT einzubeziehen. Ein erster Forschungsbericht mit Daten aus den Therapieevaluationen der Ausbildungsinstitute ist von der Akademie und Teilen der QSK  in der Zeitschrift „Psychotherapeut“ online veröffentlicht und in Druck.

Den Hinweis aus der FG Frauen der DGVT, bei Qualitätskriterien auch Gender- und Diversity-Aspekte zu berücksichtigen, nimmt die QSK auf; ebenso den Hinweis, dass es auch im Rahmen der Bundespsychotherapeutenkammer eine Kommission zur Qualitätssicherung gibt und mit dieser Kontakt aufgenommen werden könnte.

Im DGVT-BV setzt sich die QSK dafür ein, Mitgliedern gute Informationen zum Einsatz von Testverfahren im Praxisalltag zur Verfügung zu stellen. Auch die Umsetzung der Qualitätssicherungs-Richtlinie (für Vertragspsychotherapeut*innen) in den Praxen ist ein häufiges Thema, für das die QSK Ansprechpartnerin für Mitglieder ist. Im nächsten Jahr sollen im DGVT-BV weitere Informations-Materialien für Mitglieder zu QS/QM erarbeitet werden. Für 2018 hat die QSK zwei Treffen und mehrere Telefonkonferenzen vereinbart.

Die Mitglieder der QSK sind: Anja Dresenkamp, Markus Hertle, Sonja Stolp, Philipp Victor und Ute Schiffer als Referentin der Geschäftsstelle.

Redaktionskommission (RDK)

Die RDK hat – wie immer – die vier Hefte der VPP 2017 herausgegeben.  Die Publikation der Zeitschrift VT KiJu konnte gesichert werden; hierfür hat die RDK seit 2016 ebenfalls die Herausgeberschaft übernommen.

Ethikbeirat

Der Ethikbeirat hatte im Jahr 2017 keine Beschwerdefälle, die insgesamt seit der Gründung der Psychotherapeutenkammern zurückgegangen sind, da die meisten Beschwerden von den Landespsychotherapeutenkammern bearbeitet werden. Der Ethikbeirat hat – wie in den vergangenen Jahren - an zwei  verbändeübergreifenden Treffen zum Thema „sexuelle Übergriffe in der Therapie“ teilgenommen. Für 2018 hat sich der Ethikbeirat vorgenommen, die „Ethischen Rahmenrichtlinien“ anzuschauen und ggf. zu überarbeiten. Der Ethikbeirat wird im Rahmen des Kongresses 2018 ein Round Table zur Geschichte der DGVT organisieren. Außerdem hat der Ethikbeirat die Aussicht, wieder auf drei Mitglieder anzuwachsen; Silvia Höppner vom Ausbildungszentrum Erlangen will sich bei der MV 2018 zur Wahl stellen.

Länderrat/Länderkonferenz

Im Januar und im September 2017 hat der  Länderrat jeweils getagt (im Rahmen der DGVT-Workshoptagung und am Vortag des Intergremientreffens im Rahmen der sog.  Länderkonferenz). An den Länderratssitzungen nimmt jeweils ein Landessprecher/eine Landessprecherin aus jedem Bundesland teil, bei der Länderkonferenz kommen zusätzlich zu allen Landessprecher*innen  die DGVT-Kammerdelegierten in den Psychotherapeutenkammern hinzu. Zur Länderkonferenz werden zudem noch Interessent*innen für die Landesgruppen- und Kammerarbeit eingeladen. Dementsprechend werden auf der Länderkonferenz auch Themen des Deutschen Psychotherapeutentags (DPT) (z.B. Musterweiterbildungsordnung, Ausbildungsreform), aber auch KV-Themen diskutiert. In diesem Jahr ging es zudem um die Struktur der DGVT sowie um einen Satzungsänderungsantrag der letzten Mitgliederversammlung, der jetzt in die Geschäftsordnung (GO) zur Mitgliederversammlung eingeflossen ist. Die Geschäftsordnung der DGVT-Mitgliederversammlung soll auf der nächsten MV (Februar 2018) verabschiedet werden.

Im Rahmen des DGVT-Kongresses 2018 wird der Länderrat ein Symposium zum Thema „Ein Jahr Psychotherapie-Richtlinie“ organisieren. Ebenso werden die Landessprecher*innen und Kammervertreter*innen wieder beim sog. Länderbüro im Rahmen des Kongresses interessierten Kolleg*innen Rede und Antwort stehen zu Fragen der Kammerarbeit und den Unterstützungsangeboten durch die DGVT-Landesgruppen vor Ort.

FORUM BERATUNG

Das Forum Beratung existiert in der DGVT bereits seit den 90er Jahren. Zurzeit umfasst es 11 Teilnehmer*innen. Sehr aktiv ist das Forum im Rahmen der DGVT-Kongresse. 2018 gibt es zum Thema Beratung mehrere Symposien, z. B. zu „Zwang und psychosoziale Praxis - unvereinbarer Widerspruch oder Chance?“ und zum Thema „Zeit und Beratung“.  Weitere Symposien, die von Mitgliedern des Forums Beratung am Kongress stattfinden, sind „Psychische Erkrankung und Familie – Perspektiven für die psychosoziale Praxis“ und „Endlich auf den Hund gekommen – tiergestützte Psychotherapie“ sowie „Stigmatisierung von Menschen mit psychiatrischen Diagnosen: Beständigkeit und Wandel“. Bei der inhaltlichen Arbeit geht es schwerpunktmäßig um die Arbeitsweise in diesem Berufsfeld und um die  Qualität von Beratung. Das Forum Beratung strebt demnächst eine Veröffentlichung an, in der es schwerpunktmäßig um neue Settings gehen wird, wie z. B. „Tür- und Angelberatung, Internettherapie, computergestützte Therapie und Beratung“. Das Forum Beratung beteiligt sich außerdem an drei bundesweiten Netzwerken: bei der Bundesarbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation e. V. (BAFM), beim Nationalen Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (nfb) sowie bei der Deutschen Gesellschaft für Beratung e. V. (DGfB) in verschiedenen Arbeitsgruppen. Ein Schwerpunkt im Rahmen der DGfB ist die Qualitätssicherung von Beratung und die Lobbyarbeit für Beratung.

Fachgruppe „Frauen in der psychosozialen Versorgung“

Die FG Frauen wurde als Arbeitsgemeinschaft „Frauen in der psychosozialen Versorgung“ 1986 auf dem DGVT-Kongress gegründet. Das prominenteste Thema war damals „sexuelle Übergriffe in Therapie und Beratung“. Seit dieser Zeit ist die Frauen-Fachgruppe immer wieder aktiv auf dem DGVT-Kongress, so auch 2018 mit dem Symposium „Geschlechtssensibles Arbeiten in Therapie und Beratung, Supervision und Coaching“ (Sonntag/Vogt) und mit einem Ladies Lunch am Donnerstag, 01.03.2018, von 12:45-13:45 Uhr.

Ein Großteil der inhaltlichen Arbeit wird in dem Nationalen Netzwerk Frauen und Gesundheit, in dem die DGVT-Fachgruppe vertreten ist, geleistet. Das Nationale Netzwerk Frauen und Gesundheit hat u. a. zwei Broschüren herausgegeben, eine zum Mammographie-Screening und eine zur HPV-Impfung. Es geht den Frauen dabei um kritische Aufklärung, damit Frauen selbst entscheiden können, ob sie zum Mammographie-Screening gehen oder sich impfen lassen.  Zur HPV-Impfung wurde auch ein Flyer für Eltern erstellt, da es in der Zwischenzeit schon reihenweise HPV-Impfungen an Schulen gibt. Der Berufsverband der Frauenärzte hat dafür gesorgt, dass den Krankenkassen untersagt wurde, diesen kritischen Teil zur HPV-Impfung zu drucken, so dass die Broschüren leider eingestampft werden mussten.

Zur Bundestagswahl 2017 hat das Nationale Netzwerk Frauen und Gesundheit auch Wahlprüfsteine zu Gesundheit und Gender erstellt, die auf der DGVT-Homepage abgedruckt sind.

Ein weiteres wichtiges Thema sind Studien zu Gender und Diversity im Bereich der klinischen Psychologie. An den Hochschulen gibt es keinen einzigen Lehrstuhl zur Genderforschung.

PiAs in der DGVT

Die PiA-AG trifft sich traditionell im Rahmen der Workshoptagungen und des Kongresses im Anschluss an das Kurssprechertreffen. 2018 wird das PiA-Treffen im Anschluss an das von der PiA-AG organisierte Symposium zu „Sinn und Unsinn der Titeljagd - Über die Vorteile und Nachteile des Erwerbs von Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen“ am Samstag, 03.03.2018, im Rahmen des DGVT Kongresses in Berlin stattfinden. Beim PiA-AG Treffen auf der Workshoptagung in Tübingen 2017 wurden neue PiA-Sprecher*innen gewählt, so dass es insgesamt 13 PiA-Sprecher*innen gibt. Allerdings sind nicht alle 13 Mitglieder gleichermaßen aktiv, das hängt mit der Belastung im Rahmen der Ausbildung zusammen. Es gibt aber einen harten Kern der PiA-Sprecher*innen, die in verschiedenen Bereichen des Verbandes mitarbeiten. Andreas Böse ist im erweiterten Vorstand, aus dem er Ende 2017 ausscheidet, nachdem er seine Approbation erlangt hat.  Eline Rimane aus München wird die Nachfolge antreten; sie hat auch bereits gemeinsam mit Benjamin Seifert in der Steuerungsgruppe zur Struktur der DGVT mitgearbeitet. Benjamin Seifert und Lisa Daesler nehmen an den PiA-Politik-Treffen auf Bundeseben teil. Mechthild Leidl, ebenfalls DGVT, ist die Sprecherin der Bundeskonferenz der PiAs, Simone Folke arbeitet im DGVT-Jubiläumskomitee mit und Lina Koch in der DGVT-Kongressplanungsgruppe 2018.

Das diesjährige Treffen der PiA-Sprecher*innen hat im ABZ Dresden stattgefunden, dort wurde auch wieder die Organisation des PiA-Preises, der auf dem DGVT-Kongress an die Ausbildungsinstitute vergeben wird, vorbereitet sowie die Erstellung des Posters, das die PiA-Sprecher*innen zeigt und das an alle ABZs verteilt wird.

Fachgruppe „Ältere Menschen in der psychosozialen Versorgung“

Ältere Menschen mit psychischen Störungen sind psychotherapeutisch sehr schlecht versorgt. Deshalb hat die DGVT 2012 eine neue Fachgruppe ins Leben gerufen, die sich speziell mit den Bedürfnissen der ständig wachsenden Gruppe alter Menschen beschäftigt. Es wurde ein - an das DGVT-Projekt „Psychotherapie der Depression im Pflegeheim PSIS“ - anknüpfender Projektantrag ausgearbeitet und unter Leitung von Prof. Eva-Marie Kessler (Berlin) bei der Ausschreibungsrunde „Versorgungsforschung“ des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) eingereicht. Dieser Antrag auf Förderung des Projektes zur Behandlung von pflegebedürftigen Menschen wurde bewilligt und wird durch den Innovationsfonds des G-BA gefördert im Rahmen der Versorgungsforschung. Das Projekt heißt: „PSY-CARE: Depression bei zuhause lebenden Pflegebedürftigen – Kurzzeitpsychotherapie im Behandlungsteam mit Hausärzten und Pflegenden“. Die Laufzeit der Förderung beträgt ab Mai 18 vier Jahre.

Alte, pflegebedürftige Menschen sind eine wachsende Patientengruppe, bei der Depression ein häufiges und kosten- und folgekostenintensives Gesundheitsproblem darstellt. Gemessen an ihrem hohen, sektorenübergreifenden Versorgungsbedarf fällt die Versorgungsrealität allerdings stark defizitär aus. Genau hier setzt PSY.CARE an. Ziele sind die Überprüfung der Implementierbarkeit sowie der Wirksamkeit ambulanter Kurzzeitpsychotherapie bei zuhause lebenden Pflegebedürftigen mit Depression, durchgeführt von Psychotherapeut*innen im Rahmen von Behandlungsteams mit Hausärzt*innen und Pflegenden. Hausärzt*innen übernehmen dabei die Gatekeeper-Funktion. PSY-CARE soll in Berlin und angrenzenden Regionen Brandenburgs umgesetzt werden.

In einem ersten Schritte wird untersucht, inwiefern nach erfolgreicher interprofessioneller Schulung diese Team-Strukturen in geeigneter Weise umsetzbar sind, um die psychotherapeutische Versorgung bedarfsangemessen durchzuführen. In einem zweiten Schritt wird die Wirksamkeit der Kurzzeitpsychotherapie im Behandlungsteam mit einem alternativen psychosozialen Angebot (Pflegenden-Schulung) verglichen. Es wird erwartet, dass sich beide Interventionen, besonders aber Kurzzeitpsychotherapie im Behandlungsteam, positiv auf die depressive Symptomatik und damit einhergehender Krankheitsfolgen auswirken. PSY-CARE hat im Erfolgsfall das realistische Potential, zur Schließung einer deutschlandweiten Lücke in der Versorgungspraxis alter, pflegebedürftiger Menschen beizutragen. Kooperationspartner bei diesem Projekt sind: die MSB Medical School Berlin, die Charité, Institut für Medizinische Soziologie, die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) und Vivantes.

Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Die Aktiven der Fachgruppe haben sich am 07.01.2017 in Hannover getroffen und werden sich am 20.01.2018 wieder in Hannover treffen. Dort werden jeweils alle aktuellen Themen, die Kinder und Jugendliche betreffen, diskutiert. Weitere Fachgruppentreffen gibt es immer im Rahmen der Praxistage, die die Fachgruppe mit organisiert.  Die Praxistage 2017 fanden vom 04.-05.11. unter dem Titel "Spiel-Raum-Therapie" in Berlin statt. Die Veranstaltung war ausgebucht. Für das Fachgruppentreffen bei den Praxistagen konnte Alfred Luttermann gewonnen werden und bot den Teilnehmern einen lebendigen Austausch zum Thema “Spiel und spielerisches Handeln in der Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen“. Die nächsten Praxistage werden im November 2018 in Münster stattfinden. Als Thema ist „Psychotherapie am Limit“ angedacht.

Das Treffen der Fachgruppe im Rahmen des DGVT-Kongresses in Berlin wird sich dem Thema „Schweigepflicht und Sorgerecht“ widmen mit einem Input von Wolfgang Schreck.

Fachgruppe Angestellte

Die Fachgruppe existiert bislang nur als virtuelle Fachgruppe, die über die Mailingliste definiert wird. Es gibt gemeinsame Themen und Arbeitsfelder und für das kommende Jahr sollte auch ein erstes gemeinsames Treffen organisiert werden – dort könnte sich dann eine festere Gruppe konstituieren. Derzeit gibt es mehrere engagierte Angestellte, die sich in den verschiedenen Positionen bei den Psychotherapeutenkammern, bei der Gewerkschaft ver.di oder anderen Orts einbringen und über die DGVT und die Mailingliste vernetzen.

Klaus Thomsen und Heiner Vogel sind beispielsweise als Vertreter in der ver.di -Fachkommission PP/KJP und auch im Angestelltenausschuss der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) engagiert und prägen deren Arbeit (als Sprecher) maßgeblich. Wichtig für die angestellten Kolleg*innen war 2017 die Möglichkeit für Psychotherapeut*innen, die Einstufung in Entgeltgruppe 14 (TVöD für den Bereich der kommunalen Arbeitgeberverbände) zu beantragen. 2018 steht die Vorbereitung von Verhandlungen über die Entgeltordnung im öffentlichen Tarifvertrag der Länder (TvL) an und hier wird ver.di vermutlich endlich die EG 15 für PP/KJP fordern. Solche Entwicklungen sind nur über Gewerkschaften mit Aussicht auf Umsetzung einzubringen. Deshalb möchte sich die DGVT weiterhin bei ver.di engagieren, die Gründung einer eigenen Gewerkschaft für Psychotherapeut*innen ist nicht geplant oder vorstellbar. Die Anliegen der DGVT werden sehr gut in ver.di eingebracht und diese Entwicklung wird als sehr positiv empfunden. Auch der Vorstand stellt dar, dass die DGVT sich als gewerkschaftsnah sieht und schlägt vor, in der VPP eine Sparte zu konzipieren, in der die Gewerkschaft direkt berichtet. Es wird angemerkt, dass es weitere Gewerkschaften wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gibt, die interessant für Kolleg*innen  an den Universitäten sein könnte.

Für die generelle Arbeit in der Fachgruppe sollen festere Strukturen entwickelt werden, um in die Gremien besser eingebunden zu sein und über die Wahl von Fachgruppensprecher*innen auch im erweiterten Vorstand mitzuwirken.

Fachgruppe Niedergelassene

Insgesamt wird eine bessere Integration in den Verband angestrebt, damit auch künftig für die vielfältigen Aufgaben in diesem berufsverbandlichen Funktionsbereich entsprechende Ressourcen bereitgestellt werden können. Die Fachgruppe Niedergelassene muss derzeit als virtuelle Gruppe ohne reale Treffen funktionieren, die Funktionen / Aufgaben der FG Niedergelassene sind oft solche, die dauerhaft und zu einem Gutteil föderal angelegt sind. Für Projekte sowie Akutaufgaben stehen kaum Kapazitäten zur Verfügung, aktuell wären die EBM-Reformvorschläge zu bearbeiten

Die zwei Hauptaufgaben der FG bestehen zum einen im Service für niedergelassene Mitglieder und zum anderen in der DGVT-Berufspolitik für diesen Bereich, z.B. die politische Arbeit in den Selbstverwaltungsgremien der KVen, von den Vertreterversammlungs-Wahlen bis zu Ausschuss-Nominierungen, nicht nur für die beratenden Fachausschüsse für Psychotherapie. Die dabei zusammengetragenen Informationen gilt es dann in den Mitgliederservice einzuspeisen. Das geht über Kooperation mit der DGVT-BV-Geschäftsstelle, z. B. bei den quartalsweise zu aktualisierenden Widersprüchen und den regelmäßigen Mitglieder-Informationen. Insbesondere durch die Juristinnen der Geschäftsstelle fühlt sich die FG Niedergelassene dabei sehr gut unterstützt. Sie beackern auch gemeinsam mit der Fachgruppe die überaus lebendigen Mailinglisten der Niedergelassenen, was man durchaus als eine Sysiphusarbeit bezeichnen kann. Seit vielen Jahren ist Kerstin Burgdorf das Bindeglied zwischen Fachgruppe und Vorstand sowie Geschäftsstelle. In DGVT-/DGVT-BV-Länderrat und in der Länderkonferenz mit der jeweils föderalen Struktur haben die Themen und Anliegen der Fachgruppe stets Widerhall gefunden. Die Länderratssprecherin brachte zentrale Anliegen und Themen  nötigenfalls in den erweiterten Vorstand ein. Abschließend begrüßte der Fachgruppensprecher (Jürgen Friedrich) den im Rahmen der Steuergruppe (für Reformideen zur Vereinsstruktur) aufgekommenen Vorschlag, die beiden berufsbezogenen Fachgruppen (Niedergelassene und Angestellte) zu Kommissionen zu machen, um sie besser in den Verein zu integrieren.

Weitere Themen, die besprochen wurden, waren die Reform des Psychotherapeutengesetzes,  die Vorbereitungen zum DGVT-Kongress 2018 sowie das 50-jährige Vereins-Jubiläum im Rahmen des Kongresses 2018. Last not least wurde die 2016 begonnene Strukturdebatte weitergeführt.

Waltraud Deubert


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