Zur Bedeutung des Empowerments in sozialen Beziehungen für die soziale Teilhabe von psychisch erkrankten Menschen


Ergebnisse aus einer qualitativen Studie im Arbeitsfeld „Ambulante Sozialpsychiatrie“[1]

Von Gesa Mayer, Anneke Wiese, Matthias Nauerth, Dieter Röh, Johanna Baumgardt

Zusammenfassung: Der Artikel berichtet über Forschungsergebnisse zur „Ambulanten Sozialpsychiatrie“ (ASP) in Hamburg, die durch ein Teilprojekt des Forschungsverbundes BAESCAP gewonnen wurden. Dieses wollte untersuchen, inwieweit die Leistungsangebote der ASP die individuelle Chance auf Verwirklichung sozialer Teilhabe erhöhen, welche Faktoren in diesem Hilfezusammenhang wirksam werden und welche Herausforderungen sich hieraus für die Leistungsanbieter ergeben. Beschrieben werden im Folgenden Ergebnisse zur Wirkung der Leistungen auf das Empowermenterleben der Adressatinnen und Adressaten sowie zur unterschiedlichen Bedeutung der Leistungskomponenten „Einzelbetreuung“, „Gruppe“ und „Begegnungsstätte“.

Der Forschungsverbund BAESCAP

Von 2015 an war in Hamburg ein Teilprojekt des Forschungsverbunds BAESCAP über einen Zeitraum von drei Jahren damit befasst, die ambulanten Angebote der Eingliederungshilfen für Menschen mit psychischen Erkrankungen daraufhin zu untersuchen, inwieweit ihre Wirkung psychiatriepolitischen und fachlichen Leitideen entspricht (Baumgardt et al. 2017).1 Gegenstand der Untersuchung war das neue Hamburger System der Ambulanten Sozialpsychiatrie (ASP), das im Jahre 2014 eingeführt wurde. In dessen Zentrum stehen der Ausbau sozialräumlicher Angebote sowie die Leistungsfinanzierung im Rahmen eines Trägerbudgets. Einzelfallhilfe, sozialpädagogische Gruppenarbeit sowie das Angebot von Begegnungsstätten wurden flächendeckend zu Standardangeboten ergänzt. Den theoretischen Referenzrahmen der Forschung bildeten die UN­Behindertenrechtskonvention sowie der Capabilities Approach (Nussbaum 2006).2 Beide Ansätze fokussieren das Konzept des selbstbestimmten Lebens, indem sie nach den Bedingungen zur Verwirklichung von tatsächlicher Wahlfreiheit für selbstbestimmte Lebensentwürfe fragen. Vor diesem Hintergrund wurden sodann folgende Forschungsfragen leitend: In welchem Wirkungszusammenhang steht die Ressource ASP mit dem persönlichen Möglichkeitsraum und den Teilhabechancen der psychisch kranken Leistungsempfängerinnen und ­empfänger? Welche konzeptionellen und methodischen Herausforderungen ergeben sich hieraus für die Leistungserbringer in ihrem Bemühen um die Bereitstellung bedarfsgerechter Angebote?

Das Forschungsteam folgte einem hypothesengenerierenden Ansatz der Evaluationsforschung. Hierfür wurde ein Design für eine multizentrische Kohorten­Längsschnittstudie entwickelt, das sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsmethoden integriert. Auf diese Weise wurden die Entwicklungsprozesse von Leistungsempfängern ambulanter Sozialpsychiatrie erfasst und zugleich verschiedene Wirkungszusammenhänge mit den in Hamburg erfolgten Strukturveränderungen der Hilfeform empirisch überprüft.

Im Rahmen der quantitativen Erhebung wurden ASP­Nutzerinnen und ­Nutzern zu drei Zeitpunkten mit einem Abstand von je acht Monaten schriftlich anhand von Fragebögen nach soziodemografischen und krankheitsbezogenen Aspekten – z. B. im Hinblick auf Verwirklichungschancen, Empowerment und der Zufriedenheit mit der erhaltenen Betreuung – befragt. Zusätzlich wurden leitfadengestützte qualitative Interviews (vgl. Helfferich 2011) mit 26 Nutzerinnen und Nutzern und 21 operativ tätigen Fachkräften der ASP geführt und qualitativ­rekonstruktiv ausgewertet (angelehnt an die Codiermethodik der Grounded Theory nach Strauss, Corbin 1996).3 Um die ASP mit anderen Versorgungssystemen vergleichen zu können, wurde das Forschungsdesign – zeitlich leicht versetzt – auch mit Empfängerinnen und Empfängern von Eingliederungshilfeleistungen und mit Fachkräften in Mecklenburg­Vorpommern angewandt.4

Im Zusammenhang mit diesem Forschungsprojekt konnten vielfältige Erkenntnisse gewonnen werden, so u. a. zum Profil der Sozialraumorientierung und zu den Inklusions­ und Teilhabepotenzialen der Leistungserbringung. Im Folgenden sollen daraus Teilaspekte vorgestellt und erörtert werden. Es handelt sich dabei um Ergebnisse zur Wirkung der ASP auf das Empowermenterleben der Adressaten und die hierin deutlich werdende spezifische Bedeutung des Faktors „soziale Beziehungen“. Innerhalb dieser Ergebnisse wird sodann eine Komponente der professionellen Leistungserbringung sichtbar, die in einem anschließenden Teil gesondert fokussiert werden soll, nämlich die „Einzelbetreuung“, in Abgrenzung zu den Leistungskomponenten „Gruppe“ und „Begegnungsstätte“.

Erkenntnisse zu Empowerment

Der Begriff Empowerment kann im Deutschen mit „(Selbst­)Befähigung“, „(Selbst­) Ermächtigung“ oder „(Selbst­)Bemächtigung“ übersetzt werden. Nach Theunissen und Kulig (2011: 270 ff.) greife diese Übersetzung allerdings zu kurz, da sie die programmatische, handlungstheoretische Absicht des Konzepts nicht hinreichend beschreibe. „Selbstbestimmung“ als soziale, d. h. relationale Kategorie und „Partizipation“ begriffen als demokratische, kollaborative und auf Chancengleichheit beruhende Mitbestimmung bei eigenen Angelegenheiten bilden die Grundpfeiler des Empowermentkonzepts. Damit einher geht die Abkehr von paternalistischen Fürsorgesettings für Menschen mit Beeinträchtigungen.5 Das Empowermentkonzept wendet sich also vom defizitorientierten Blick ab, geht von der Grundannahme aus, den Menschen so anzunehmen, wie er ist und richtet insofern den Blick in Richtung der Stärken eines jeden Menschen (vgl. ebd.: 271). Eine genauere Beschreibung von Empowerment als Faktor für die Entwicklung von Verwirklichungschancen von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist durch den Einsatz des Messinstrumentes EPAS (Empowerment bei Patienten mit affektiven und schizophrenen Erkrankungen) möglich geworden, das eine Einschätzung des persönlich erlebten Empowerments für unterschiedliche Lebensbereiche abfragt. Hierzu gehören u. a. der Umgang mit Geld, berufliche Selbstbestimmung, Bewältigung von Alltagsaufgaben, Wohnraumgestaltung oder die Gestaltung sozialer Kontakte. (vgl. Kilian et al. 2010). Die Autorinnen und Autoren des EPAS verstehen in diesem Zusammenhang Empowerment als Förderung einer selbstständigen Lebensgestaltung und eines eigenverantwortlichen Umgangs mit der Erkrankung (vgl. ebd.). Die Auswertung der Leitfadeninterviews mit Nutzenden von ASP und mit Fachkräften ermöglicht nun eine spezifischere Beschreibung des Zusammenhangs von ASP­Leistungen mit dem Themenkomplex „Soziale Beziehungen“.

Empowerment und die Chance aufVerwirklichung sozialer Teilhabe

Im Sinne des Capabilities Approachs kann der Handlungsfähigkeit von Menschen eine große Bedeutung beigemessen werden. Wenn sie über persönliche und gesellschaftliche Möglichkeitsräume verfügen, steigen ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben. Sowohl die persönlichen als auch die gesellschaftlichen Möglichkeitsräume sind aber bei chronisch psychisch kranken Menschen oft dermaßen eingeschränkt vorhanden, dass sie beispielsweise auf sozialrehabilitative Angebote, wie die der Ambulanten Sozialpsychiatrie, angewiesen sind, um ihre Chancen auf soziale Teilhabe zu erhöhen.

In der statistischen Analyse der quantitativ erhobenen Daten konnten wir mittlere bis schwache Wirkungen des Empowerments auf die Capabilities sehen (ausführlicher in: Baumgardt et al. 2017). Das zur Erfassung des Empowermenterlebens eingesetzte Befragungsinstrument (EPAS, vgl. Kilian et al. 2010) erfasst mehrere Aspekte (s. o.), so unter anderem auch das Empowerment in sozialen Beziehungen. Wie sich die Verbindung von Empowerment und sozialen Beziehungen im Einzelnen gestaltet, soll im Folgenden anhand von Analyseergebnissen der qualitativen Interviews mit ASP­Nutzenden vorgestellt werden.

Empowerment in sozialen Beziehungen

Mit Max Weber (2003, 34) verstehen wir unter sozialen Beziehungen „seinem Sinngehalt nach aufeinander gegenseitig eingestelltes und dadurch orientiertes Sichverhalten mehrerer“ Personen. Das Vorhandensein bzw. die Abwesenheit sozialer Beziehungen und Bindungen erwies sich als eine Thematik, die für unsere Interviewten von äußerst hoher Relevanz ist und somit eine Kernkategorie der Analyse bildet.

Soziale Netzwerke, soziale Beziehungen und soziale Unterstützung sind in der Sozialpsychiatrie dominante Themen, da Menschen mit psychischen Erkrankungen sich in diesen Bereichen deutlich von anderen Bevölkerungsgruppen unterscheiden. So wurde u. a. festgestellt, „dass in allen Altersgruppen Frauen und Männer mit einer starken sozialen Unterstützung zu einem signifikant höheren Anteil psychisch gesund sind als diejenigen mit geringer oder mittlerer Unterstützung“ (Hapke u. a. 2010, 44), also eine präventive Wirkung zu vermuten ist. Umgekehrt gehört zu den bedauerlicherweise äußerst stabilen Befunden in der Sozialpsychiatrie: Je länger die psychische Krankheit dauert, desto fragiler, kleiner und weniger durchmischt sind die sozialen Netzwerke der Betroffenen (siehe schon Angermeyer, Klusmann 1989). Dies geht oft mit erfahrener sozialer Isolation und Exklusion einher (von Kardoff 2010).

Auch die soziale Realität der von uns befragten Nutzenden von ASP ist in starkem Maße durch das Erleben von Isolation, Einsamkeit und Ausschluss geprägt. Die wenigsten Interviewten leben aktuell in einer Partnerschaft/Liebesbeziehung oder verfügen über tragfähige Freundschaften:

„Man könnte im Grunde sagen, dass ich keine Freunde habe, … also (3) hab’ ich da jetzt keine Treffen oder so und äh ich hab’.“ (N21: 4) „... bin ich seit 2013/ is’ überhaupt kein Partner … nichts, nich’ einmal ’n Kaffee trinken oder so, ((flüstert*)) gar nichts mehr.“ (N20: 46) aufgrund meiner eigenen äh Geschichte, aber auch wo ich merke, das sagen auch Freunde von mir, ich hab’ so viel Ressourcen und so viel Erfahrung, die ich dann auch weitergeben kann und das mach’ ich dann auch und ich freu mich drauf.“ (N24: 10)

Erschwert werden soziale Kontaktaufnahmen, neben der (erwarteten) gesellschaftlichen Stigmatisierung psychischer Erkrankungen, durch die ohnehin eingeschränkte Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben jenseits der ASP. So entsteht aus Sicht vieler Interviewter eine Art Kreislauf der Vereinsamung und Marginalisierung, der aus eigener Initiative kaum bzw. nur mit wieder­ holten Anstrengungen zu durchbrechen ist:

„Und was ich jetzt im Moment mache, is’ mehr auf Flohmärkte gehen, unter Menschen, einfach Kontakt. Kontakt haben, aufbauen, und das is’ schwer, wenn man nichts zu erzählen hat ...“ (N10: 86)

Jenseits der Beziehungen zu den sie betreuenden Fachkräften erfahren die interviewten ASP­Nutzerinnen und Nutzer engere soziale Beziehungen, wenn überhaupt, vor allem zu Familienangehörigen (meist Eltern oder erwachsene Kinder). Dementsprechend zeigen sich in den Daten der Wunsch nach einer Verbesserung bzw. Intensivierung vorhandener sozialer Beziehungen zur eigenen Familie, aber auch im Wohnumfeld sowie die Entwicklung von verbindlichen Freundschaften und insbesondere von Liebesbeziehungen und Partnerschaften

„((schmunzelnd*)) Ich erhoffe mir ... eine Freundin [...].“ (N08: 127)6

„Das, was ich mir am meisten erhoffe is’ ma’ jemand/ äh wirklich für mich ’n Partner zu haben.“ (N20: 22)

Das Leiden an fehlender und das Streben nach befriedigender Einbindung in stabile soziale Beziehungen zeigt sich als ein thematischer roter Faden. Ein hoher Stellen­ wert kommt dem Aspekt der sozialen Beziehungen nicht nur bezogen auf die Bedingungen der Möglichkeit sozialer Teilhabe zu, sondern – wie aus der quantitativen Analyse des EPAS ersichtlich – auch durch eine Wechselwirkung mit dem Selbstwertgefühl und den Selbstwirksamkeitserwartungen der Nutzenden. Ein solcher Zusammenhang wird auch in den qualitativen Interviews deutlich:

„Wo ich gemerkt hab, das [ehrenamtliche Engagement, Einf. des Autorenteams] ist genau das äh/ ja, was mich interessiert, einmal aufgrund meiner eigenen äh Geschichte, aber auch wo ich merke, das sagen auch Freunde von mir, ich hab‘ so viel Ressourcen und so viel Erfahrung, die ich dann auch weitergeben kann und das mach‘ ich dann auch und ich freu mich drauf.“(N24:10)

Die Bedeutung der ASP für die Überwindung von sozialer Isolation

Die Bedeutung der ASP­Leistungen als einer Leistung zur Förderung sozialer Teilhabe nach § 76 SGB IX für die Förderung sozialer Einbindung und damit als Empowerment von sozialen Beziehungen, lässt sich in diesem Zusammenhang genauer beschreiben. Entwicklungen im Hinblick auf das soziale Beziehungserleben zeigen sich zum Teil als direkter Effekt der erfahrenen ASP­Leistungen:

„... und (wöchentlich) dieses Café ist auch immer. Da war ich regelmäßig, bin ich jetzt nicht mehr so oft gewesen, weil ich mich jetzt viel privat so selber verabredet habe und da auch andere Klienten kennengelernt habe, mit denen ich da was unternehme, mich zuhause treffe, oder so, ja, genau.“ (N17: 118)

Teils berichten die Befragten jedoch auch über Verbesserungen ihrer sozialen Bezüge, ohne dies explizit mit einer Einwirkung der Betreuung in Verbindung zu bringen. So geht es einer Interviewten, ob mithilfe der ASP, lässt sie offen:

„... besser, seitdem die Depression nicht mehr da ist. Also richtig gut, ich hab’ jetzt wieder Kontakt/ wirklich guten Kontakt mit meinem Ex-Mann und mit meiner Tochter und mit meiner Schwester, das läuft richtig gut, wir treffen uns regelmäßig, frühstücken zusammen.“ (N06: 9)

Für die genauere Identifizierung von Wirkungszusammenhängen ist sodann die Unterscheidung der drei zentralen Leistungsmodule „Gruppenangebote“, „Begegnungsstätte“ und „Einzelbetreuung“ von Bedeutung, deren Funktionen bezüglich sozialer Kontakte und Beziehungen beschrieben werden können.

Gruppenangebote und Begegnungsstätte/Offener Treff

Gruppenangebote und das Angebot des Offenen Treffs in den Begegnungsstätten sollen die Erfahrung von sozialer Begegnung fördern und das Entstehen von Freundschaften sowie engeren Bekanntschaften ermöglichen:

„... und (1) man konnte dort mit den Leuten schnacken (2) man is’ öfter mal draußen und haben geraucht. ((leichtes Auflachen)). Eigentlich ist es schon chillig unten. Wenn man unten irgendwie/ kann man in Ruhe Kaffee trinken, (2) wie gesagt, Uno kann man ja auch unten spielen, schon witzig irgendwie.“ (N09: 82)

Die Begegnungen mit anderen Nutzenden der ASP werden jedoch häufig als eher oberflächlich beschrieben und bleiben an die Leistungsformate gebunden, innerhalb derer sie entstehen:

„Joa, also ich kenn’ da so ’nen paar so, die ich dann auch begrüße und, ähm, wo man sich dann auch lächelnd begrüßt, weil man sich auch schon ein paar Male gesehen hat, schon ein paar Male miteinander gesprochen hat. Also ich weiß halt auch von ein paar so ein bisschen was aus deren Leben, weil man sich unterhalten hat und, ähm, sympathisch sind sie mir auch, aber es sind halt keine Menschen, mit denen ich, ähm, wirklich … stabile Kontakte pflegen würde.“ (N11: 56)

Zudem zeigen sich Barrieren, die den Zugang zu Gruppenangeboten wie auch zu Kontakten im Zusammenhang mit den Offenen Treffs als verhältnismäßig voraussetzungsvoll deutlich werden lassen. Hierzu gehören, neben strukturellen Problemen, u. a. die eigene psychische Befindlichkeit, Ängste und Schüchternheit – wie auch die Situation der Peers, auf die man in diesen Settings trifft. Gerade die Doppelung von besonders starker individueller Belastung, die Peerverhältnisse in diesem Bereich aus­ zeichnet, macht das Gelingen von sozialen Beziehungen hier so voraussetzungsvoll:

„Deswegen konnt’ ich auch nie zum Beispiel Gruppen..äh..gespräche oder so was. Himmel Herr Gott. Ich...man muss/ musst ich erst mal lernen, sich wieder selbst, sich selbst zu konzentrieren. Die Kraft ist überhaupt nich’ dafür da, sich das gleich von den anderen anzuhören.“ (N16: 104)

„Ja. Natürlich wär’s schön, wenn ich auch Gruppen besuchen könnte … , ich krieg’s einfach nicht hin. Es ist nicht, weil ich nicht will, sondern weil ich wirklich ((atmet ein)) so unter Panik gerate, … dass ich anfange zu heulen ((atmet ein)). Einfach, weil ich nicht mehr weiß, wo ich den Druck hinpacken soll.“ (N25: 129)

Einzelbetreuung

Im Vergleich zu den als sozial recht voraussetzungsvoll wahrgenommenen Gruppen­ und offenen Angeboten erscheint die Einzelbetreuung mit den betreuenden Fachkräften vielen Nutzenden als besonders attraktiv, was bereits mit dem kritischen Befund der Psychiatriegemeinde (Brüninghaus 1990) beschrieben wurde. So erleben die Nutzenden die Kommunikation mit ihren Bezugsbetreuerinnen und ­betreuern als zentrale, teils auch einzige Möglichkeit, sich im Alltag mitzuteilen und sich auf diesem Wege gehört und wertgeschätzt zu fühlen:

„Ich kann meiner Betreuerin von irgendeiner Serie erzählen, die sie vielleicht jetzt persönlich nicht gucken würde, aber die hat Interesse daran an meinem Interesse. Und, ähm, in dem Maße ist sie auch interessiert daran, was ich ihr erzähle.“ (N11: 108)

„… und da hab’ ich einfach jemanden, mit dem ich mich unterhalten kann.“ (N11: 78)

Wenngleich einige Nutzende die besondere Ambivalenz, die der Betreuungsbeziehung innewohnt, durchaus verbalisieren:

„Ja, ja ich kann ja auch nichts Schlechtes sagen, es is’ ja alles Friede, Freue, Eierkuchen und wir werden ja zur Selbstständigkeit ((klopft die Silben des Wortes auf den Tisch*)) erzogen ((*)). Ich fühl mich manchmal wie ein Kind, was erzogen werden muss und dazu bin ich zu alt, das geht nicht mehr. ((lacht))“ (N10: 108)

Während im Sarkasmus dieser Aussage ein durchaus kritisches Verhältnis zum Betreuungssystem als Zerrbild von Empowerment anklingt, überwiegt in den Interviews ins­ gesamt deutlich eine positive Perspektive auf die Beziehung zum Bezugsbetreuer bzw. zur ­betreuerin. Dies erklärt sich zunächst aus den drei Hauptfunktionen dieses Leistungsmoduls, so wie sie in den Daten deutlich werden. Zum einen die Funktion von Coaching, Assistenz und Förderung von Alltagskompetenzen, bezogen auf die Bewältigung der Sachdinge des Alltags:

„... dass jemand zu mir nach Hause kam ... und mir anfänglich half ... ähm (5) die Alltags..geschichten zu bewältigen, vornehmlich Post, Behördenschreiben.“ (N04: 50)

Zum anderen die Funktion der Förderung von psychischer Stabilität, um mit eigenen Gefühlen und Gedanken besser umgehen zu können (therapeutischer Raum).

„Und, ähm, dann hatte dann dahin gehend, was mir halt sehr gut tut, ’nen Gesprächspartner für verschiedene Themen und dadurch ’ne gewisse Reflexionsebene. [I: mhm] Und, ähm, halt vor allem auch, wenn es mir, wie in dem einen Fall, wo ich wirklich ’ne größere Depression hatte, oder auch sonst etwas depressivere, leicht depressive Schübe habe, oder weil es mir schlechter geht, oder es stresst mich irgendwas, Stress mit irgendeiner Situation habe, dass ich dann ’n’ Menschen habe, mit dem ich dann darüber reden kann und die mir vielleicht auch Hilfestellung geben kann.“ (N11: 44)

Schließlich die Funktion der Förderung von sozialen Kompetenzen, um mit anderen Menschen besser in Beziehung treten und bleiben zu können (Erprobungsraum für die Gestaltung sozialer Beziehungen):

„Im Zusammenhang mit … ähm Konflikten mit andern Leuten oder so, da brauch’ ich/ sind oft ganz einfache Sachen, aber ich hab’/ bin dann oft sehr unbeholfen und ähm überfordert. Und und brauch’ dann/ ja, bin dann immer froh, dass ich meine Betreuerin um Rat fragen kann und die sagt mir dann/ gibt mir dann oft Tipps wie ich mich in bestimmten Konfliktsituationen ähm so verhalte, dass äh/ dass ich da keine Probleme bekomme.“ (N14: 24)

Diese zuletzt genannte Funktion verweist im Besonderen auf den hier in Rede stehen­ den Aspekt der sozialen Beziehung: Die in der Einzelbetreuung gemachten sozialen Beziehungserfahrungen, insbesondere zu den Bezugsbetreuern, erscheinen für die Nutzerinnen und Nutzer von herausragender sozialer und emotionaler Bedeutung. Die Erfahrung des wohltuenden und hilfreichen Charakters der ASP wird immer wieder unmittelbar in Verbindung mit dem Angebot der Einzelarbeit und der hierin erfahrenen sozialen Beziehung gebracht:

„Also ich muss sagen, es ist echt, wenn du Hilfe brauchst, er ist dann da. […] Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich/ ich könnte mir auch keinen anderen Betreuer jetzt mehr vorstellen.“ (N22: 57)

Dieser hohe Bedeutungsgrad ergibt sich zum einen aus dem Maß an Verbindlichkeit und Beziehungsstabilität, die hier erfahren werden. Zudem zeigen sich diese Beziehungen zu den Fachkräften in vielen Fällen als die einzigen und damit wichtigsten, die aktuell gelebt werden:

„Ja, Sozialkontakte hat’ ich nie so viel und seitdem ich nich’ mehr berufstätig bin, is’ das eigentlich völlig eingeschlafen. Ich hab’ eigentlich nur meine Betreuerin als feste Bezugsperson. Ansonsten bin ich eigentlich immer allein, … ähm bin aber/ langweile mich aber nie.“ (N14: 8)

Im Kontext der grundlegenden Erfahrung von sozialer Instabilität und Einsamkeit kommt der affektiven Bindung an den Bezugsbetreuer oder die ­betreuerin eine kompensatorische Funktion zu. Die Stabilität der Beziehungen zu den Fachkräften wiederum ergibt sich aus deren charakteristischer Einseitigkeit und damit verbundener Niedrigschwelligkeit: Garanten ihres Gelingens sind nur zu einem geringen Grad die soziale Kompetenz und tagesaktuelle psychische Befindlichkeit der Nutzerinnen und Nutzer, sondern die Professionalität der Fachkräfte, die dieses Setting verantworten.

Zugleich zeigen sich die Erfahrungen von befriedigenden sozialen Beziehungen zu den Fachkräften als eine Voraussetzung für hier erfolgende Unterstützungen: Der Qualitätsgrad der sozialen Beziehungen zu den Betreuenden steht in einem Zusammenhang mit dem subjektiven Erleben von Rückhalt durch die ASP und von Förderung der eigenen Fähigkeit zur Alltagsbewältigung. Zudem ist die in der Einzelarbeit durch die Fachkräfte angebotene Beziehung Methode: Sie ist ein zentraler Reflexions­ und Erprobungsraum für die Entwicklung von sozialen Kompetenzen, die jenseits dieses Hilfesettings wirksam werden sollen (entsprechend der o. g. Funktion von Einzelarbeit). Hierzu gehören auch Kompetenzen für die Aufnahme und aktive Gestaltung sozialer Beziehungen innerhalb und außer­ halb der ASP und damit die Förderung sozialer Integration.

Alle drei Funktionen der Einzelarbeit zeigen sich als wichtiger Bestandteil des konzeptionellen Anspruchs der Fachkräfte. Entsprechend wird die Aussicht auf eine Reduzierung des Zeitkontingents, das für diese Einzelarbeit zur Verfügung steht, grundsätzlich kritisch gesehen.

Zusammenfassung und Erörterungen

„Soziale Beziehungen“ zeigen sich als eine zentrale Kategorie zum Verständnis der Bedeutung der ASP für die Förderung von Verwirklichungschancen im Bereich der sozialen Teilhabe. Das menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit („affiliation“) erfüllt nach Nussbaum (1999, 59 ff.) – neben der Vernunft („practical reasoning“) – innerhalb ihres Konzepts des guten Lebens eine sogenannte architektonische Funktion. Fehlen also Zugehörigkeit und auch praktische Vernunft, so sind alle anderen Verwirklichungschancen gefährdet.

Auch in unserer Untersuchung sehen wir die besondere Bedeutung und Gefährdung sozialer Beziehungen bestätigt. Sie haben für die Nutzenden höchste Bedeutung im Sinne des Leidens an fehlender sozialer Einbindung sowie des Bemühens um gelingende Beziehungen und deren Erhalt. In sozialen Beziehungsversuchen werden die eigenen psychischen und sozialen Kompetenzgrenzen und die der Peers erfahren, ebenso wie die strukturellen Barrieren des Sozialraums. Dies prägt die im Vergleich zur Einzelarbeit geringere Attraktivität von Gruppe und Offenem Treff. Soziale Beziehungen erscheinen daher als eine große Konfliktzone – jenseits des Raumes, der durch das Beziehungsangebot der Fachkräfte bestimmt wird. Dieses professionelle Beziehungsangebot wird von den Nutzenden, oftmals im Gegensatz zu fehlenden oder prekären Beziehung(sversuch)en im sozialen Umfeld, als belastbar und stabil erlebt und ist zugleich die Grundlage für gelingende Hilfen, die auf Alltags­ und Sozialkompetenzentwicklungen sowie psychische Stabilisierung zielen.

Die hier vorliegenden Ergebnisse zum Empowerment in Bezug auf die Gestaltung von sozialen Beziehungen bestätigen zunächst Annahmen über die große Bedeutung der Einzelbetreuung für die Verwirklichungschancen sozialer Teilhabe. Vor dem Hintergrund des Rechts auf bedarfsgerechte Angebote verweisen sie auf die Notwendigkeit, Einzelangebote in ausreichendem Umfang vorzuhalten und untermauern die in den Interviews deutlich gewordene Skepsis im Hinblick auf bereits erfolgte und zukünftige Versuche, sie durch (ausgebaute Angebote der) Gruppenarbeit und Begegnungsstätten zu ersetzen. Das breite Spektrum der Funktionen von Einzelarbeit und die hierin enthaltene zentrale Bedeutung für die stabilisierende Erfahrung von sozialen Beziehungen zeigen sich in den Daten in großer Deutlichkeit. Menschen müssen über ein gewisses Maß an Fähigkeiten verfügen, um die Ressourcen der sozialen Räume, in denen sie leben, für sich nutzen zu können. In den Begrifflichkeiten des Capabilities Approach handelt es sich hierbei um das Verhältnis von internal capabilities und external capabilities als den Voraussetzungen von Verwirklichungschancen. Der Aufbau von solchen „Transformationsfähigkeiten“, verstanden als individueller Kompetenz zur Nutzung vorhandener externer Ressourcen, erfolgt in sehr starkem Maße über die Einzelbetreuung. Damit kann sie insbesondere für Nutzerinnen und Nutzer, die unter Kontaktängsten, Introversion bzw. Schüchternheit leiden oder sich in akuten Krisen befinden, als Basis für die Nutzung der Gruppenangebote und Offener Treffs gedeutet werden.

Zugleich kann es im Lichte dieser Ergebnisse als eine Herausforderung beschrieben wer­ den, die Gruppen­ und offenen Begegnungsstättenangebote dahin gehend zu qualifizieren, dass sie die Erfahrung gelingender, Selbstwirksamkeit fördernder sozialer Beziehungen in höherem Maße ermöglichen. Wenn die Entstehung sozialer Einbindung der Orte bedarf, die soziale Kontakte erleichtern, und zudem Räume von überragender Bedeutung sind, innerhalb deren die hierfür notwendigen Kompetenzen entwickelt und erprobt werden können, dann stellt sich die Frage nach der Güte der Formate „Gruppe“ und „Offener Treff“. Schlummern in ihnen möglicherweise noch ungenutzte Potenziale, die in den Dienst des Empowerments in sozialen Beziehungen gestellt werden können?7

Ohne dies auf dieser Datenbasis vorentscheiden zu können, stellt sich darüber hinaus die Frage, inwiefern die empirisch hoch zufriedenstellenden Beziehungserfahrungen innerhalb der Einzelbetreuung einen negativen Effekt auf die intrinsische Motivation der Nutzerinnen und Nutzer haben, am Aufbau und am Erhalt sozialer Beziehungen außerhalb dieses Settings ausreichend zu arbeiten. Die Einzelbetreuung wäre also kritisch daraufhin zu überprüfen, in welchem Fall und in welchem Maß sie als „parallele Sozialwelt“ (i. S. Brüninghaus’ [1990] als „Psychiatriegemeinde“ zu verstehen) wirksam sein soll und in welchem Zusammenhang sie systematischer darauf ausgerichtet sein müsste, als zeitlich begrenzter Therapie­, Lern­ und Erprobungsraum zu fungieren. Wenngleich dauerhafte qualifizierte Assistenzleistungen, auch im Hinblick auf die Erfahrung von verbindlicher Beziehung, durchaus eine legitime Funktion innerhalb der ambulanten Sozialpsychiatrie sein kann.

Eine zentrale Herausforderung zeigt sich schließlich vor dem Hintergrund aktueller fachlicher Ansprüche an die Ambulante Sozialpsychiatrie, bedarfsgerecht zu sein und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Dies setzt die Fähigkeit der leistungserbringenden Organisationen und der Fachkräfte voraus, ihre Leistungskomponenten auf die individuellen Nutzenden bezogen jeweils komponieren und inhaltlich variieren zu können, sowie die Notwendigkeit einer aus­ reichenden Finanzierung eines solcherart verstandenen sozialtherapeutischen Anspruchs (Röh 2015). Umfang und Inhalt von Einzelarbeit, von Gruppenarbeit und des Angebots von Begegnungsstätten ergeben sich dann aus den individuellen und sich wandelnden Bedarfslagen der Nutzenden. Die entsprechend bereitgestellten Ressourcen sowie die operativen Konzepte müssten dem entsprechend ein hohes Maß an Flexibilität ermöglichen.

 

Anmerkungen

1           BAESCAP steht für Bewertung aktueller Entwicklungen der sozialpsychiatrischen Versorgung auf der Grundlage des Capability Approachs und der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Mitglieder des Forschungsverbundes waren: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Universitätsklinikum Hamburg­ Eppendorf, Universität Greifswald, Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie Hamburg, Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklen­ burg­Vorpommern e. V. Die finanzielle Förderung erfolgte über Mittel der Hamburger Forschungsförderung (siehe: www.baescap.org).

2           Vgl. zur handlungstheoretischen Relevanz des Capabilities Approachs in der Sozialen Arbeit: Röh 2013.

3           Zentral beteiligt an der Durchführung von Datenerhebung und Datenanalyse waren Studie­ rende aus einer „Forschungs­ und Entwicklungswerkstatt“ des Vollzeit­Masterstudiengangs der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie in Hamburg. Hierzu gehörten Stefanie Ahlf, Jonas Berges, Maike Heß, Angelos Karavias, Marieke Koehntop, Karen Polzin, Tom Ring, Thor­ dis Roos, Marco Schramm, Timo Tammena, Anna Tekken, Ann­Kathrin Teubert.

4           Vgl. zum Design der Studie: Mayer u. a., 2017, 383 ff.

5           Der Begriff der Beeinträchtigung wird im Sinne der neuen Definition von Behinderung gemäß § 2 SGB IX, der wiederum auf die BRK zurückgeht, genutzt.

6           Die Notation ist als Referenz zu verstehen und bezieht sich auf die jeweiligen Interviews. „N“ steht für interviewte/n Nutzer/in der ASP und die Zahl hinter dem Doppelpunkt für die Absatznum­ mer des Transkripts.

7           Vgl. z. B. die Ausführungen zu den Effekten der Befriedigung sozialer Bedürfnisse: Herriger 2014, S. 94 – 99; Knecht/Schubert 2012.

 

Literatur

Angermeyer, M.C./Klusmann, D. (1989): Soziales Netzwerk – ein neues Konzept für die Psychiatrie. Berlin: Springer

Baumgardt, J.; Daubmann, A.; Röh, D. (2018). How can community­based clinical social work enhance social justice? – Analyzing determinants of capabilities from a multi­center study among chronically mentally ill people in Northern Germany – A path model. International Social Work (eingereicht).

Baumgardt, J.; Mayer, G.; Wiese, A.; Nauerth, M.; Röh, D. (2017). Wirkungsforschung in der Sozialen Arbeit: Ein Kurzbericht über das Forschungskonzept des Hamburger BAESCAP­Projektes. Klinische Sozialarbeit – Zeitschrift für psychosoziale Praxis und Forschung 13 (3), 7 – 8.

Brüninghaus, Th. (1990): Psychiatriegemeinde. Soziale Netzwerke, Beziehungen, Kontakte ehe­ maliger Psychiatriepatienten. Frankfurt/Main u. a. Hapke, U.; von der Lippe, E.; Busch, M.; Lange, C. (2010): Psychische Gesundheit bei Erwachsenen in Deutschland. In: Robert Koch­Institut (Hg.): Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2010“. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin

Kilian,  R.;  Hertle,  Ch.;  Hörand,  S.;  Becker, Th., Schleuning, G.; Welschehold, M.; Matschinger, H. (2010). Die Entwicklung eines standardisierten Verfahrens zur Messung von Empowerment im Prozess der psychiatrischen Behandlung von Patienten mit schweren psy­ chischen Erkrankungen, verfügbar über: http:// www.forschung­patientenorientierung.de/fi es/ abschlussbericht 01gx0743_anhang_vii_epas_ endversion.pdf (13.2.2018)

Knecht, A.; Schubert, C.F. (Hg.) (2012): Ressourcen im Sozialstaat und in der Sozialen Arbeit. Zuteilung – Förderung – Aktivierung. Stuttgart Helfferich, C. (2011): Die Qualität qualitativer Daten. Manual für die Durchführung qualitativer Interviews, Wiesbaden.

Herriger, N. (2014): Empowerment in der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. 5. erweiterte und ak­ tualisierte Auflage, Stuttgart

Mayer, G.; Nauerth, M.; Wiese, A. (2017). Wirkungsforschung und Forschungshaltung in der Sozialen Arbeit. Ein Werkstattbericht aus dem Hamburger Forschungsprojekt BAESCAP. Soziale Arbeit (10), 383 – 389.

Nussbaum M. (2006): Frontiers of Justice. Disability, Nationality, Species Norm, Cambridge, MA. Röh, D. (2013): Soziale Arbeit, Gerechtigkeit und das gute Leben. Eine Handlungstheorie zur daseinsmächtigen Lebensführung, Wiesbaden.

Röh, D. (2015): Soziale Therapie bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Eine methodische Antwort auf Soziale Probleme, Selbstbestimmung und Inklusion. In: Klinische Sozialarbeit. Zeitschrift für psychosoziale Praxis und Forschung, Heft 2, 4 – 7.

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Theunissen, G.; Kulig, W. (2011): Empowerment und Sozialraumorientierung in der professionellen Unterstützung von Menschen mit Behinderungen. In: Lampke, D. (Hg.): Örtliche Teilhabeplanung mit und für Menschen mit Behinderung: Theorie und Praxis. Wiesbaden, 269 – 284.

von Kardoff, Ernst (2010): Stigmatisierung, Diskriminierung und Exklusion psychisch kranker Menschen. Soziologische Anmerkungen zu einer ärgerlichen gesellschaftlichen Tatsache und einem fortlaufenden Skandal. Kerbe, Heft 4.

Weber, M. (2003): Wirtschaft und Gesellschaft. Paderborn, Voltmedia (zuerst 1922)

 

Kontakt
Prof. Dr. Matthias Nauerth
Evangelische Hochschule Hamburg Horner Weg 170
22111 Hamburg
040 65591226
mnauerth@rauhehaus.de



[1]Quelle: sozialpsychiatrische informationen, 48. Jg., Ausgabe 3/2018; Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und der Autor*innen.


Quelle: VPP 4/2018


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