Nicht auf halber Strecke stehenbleiben - DGVT-BV fordert, dass künftig auch Psychotherapeut*innen in den Verwaltungsräten der Medizinischen Dienste vertreten sind

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant, die Struktur des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zu verändern. Einem aktuell vorgelegten Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium zufolge soll sich die Zusammensetzung der Verwaltungsräte der MDK ändern. Wichtige Punkte hierbei sind die Aufnahme von Patientenvertreter*innen sowie eine geschlechterparitätische Besetzung der Verwaltungsräte. Der DGVT-BV begrüßt diese Elemente des Entwurfs ausdrücklich.


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant, die Struktur des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zu verändern. Einem jüngst vorgelegten Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium zufolge sollen die Medizinischen Dienste von den Krankenkassen abgekoppelt und als eigenständige Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) fortgeführt werden.

Im Zuge dieser Reform soll sich auch die Zusammensetzung der Verwaltungsräte der MDK ändern. Wichtige Punkte hierbei sind die Aufnahme von Patientenvertreter*innen sowie eine geschlechterparitätische Besetzung der Verwaltungsräte.

Der Berufsverband Psychosoziale Berufe der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT-BV) begrüßt diese Elemente des Entwurfs ausdrücklich. Die Stärkung der Position von Patient*innen in allen Bereichen des Gesundheitswesens ist seit vielen Jahren eine zentrale Forderung der DGVT und des DGVT-BV. Auch das Ziel, die Unabhängigkeit der Medizinischen Dienste zu stärken, ist ein Beitrag zu sachgerechten Begutachtungen.

Allerdings darf die Reform nicht auf halber Strecke stehenbleiben. Bisher sind für die neu zu besetzenden Verwaltungsräte der Medizinischen Dienste neben Vertreter*innen von Patienten, Pflegebedürftigen und Verbrauchern auch Sitze für Vertreter*innen der Pflegeberufe und der Ärzteschaft vorgesehen. Nicht berücksichtigt werden allerdings Psychotherapeut*innen.

Der DGVT-BV hält dies für ein Defizit, das im weiteren Gesetzgebungsprozess behoben werden muss. Die Expertise einer wichtigen Berufsgruppe darf nicht von der Mitwirkung in den Medizinischen Diensten ausgeschlossen werden. Daher unterstützt der DGVT-BV die auch von der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) erhobene Forderung, dass im Verwaltungsrat auch Psychotherapeut*innen berücksichtigt werden. Zurecht stellt die BPtK fest, dass Psychotherapeut*innen eine wichtige Rolle in der Versorgung psychisch kranker Menschen spielen, „aber auch bei der Behandlung von somatischen Erkrankungen, wie z. B. bei Krebs- und Diabeteserkrankungen, bei deren Behandlung auch psychische Begleiterkrankungen berücksichtigt werden müssen“.

Dies gilt auch für die Erstellung von Richtlinien durch den künftig geplanten Medizinischen Dienst Bund. „Psychotherapeutischer Sachverstand hätte zum Beispiel vermeiden können, dass in der Begutachtungsrichtlinie ‚Soziotherapie‘ mehrfach missverständliche Regelungen geschaffen wurden. Diese können dazu führen, dass Patienten nicht gleichzeitig Psychotherapie und Soziotherapie erhalten, obwohl Patienten soziotherapeutische Begleitung benötigen würden, um Psychotherapie überhaupt wahrnehmen zu können“, heißt es in einer Pressemitteilung der BPtK.


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