TV-L/TVöD: Reform der Entgeltordnungen und das Ergebnis der Protestaktion


In der vpp 2/2019 wurde über den Tarifabschluss der neuen Entgeltordnung im Tarifvertrag der Länder berichtet. Die Redaktionsverhandlungen zogen sich bis in den Sommer dieses Jahres. Die Entgeltgruppe 14 für Psychologische PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen mit Unidiplom oder Master steht. Es bleibt als Manko jedoch die Entgeltgruppe S 17 bzw. EG 11 für KJP mit FH-Abschluss oder Bachelor. Im TVöD gibt es diese Diskriminierung nicht und es bestand die Hoffnung, dass das von ver.di in den Redaktionsverhandlungen noch korrigiert werden kann. Scheinbar hat sich die Tarifgemeinschaft der Länder TdL mit ihrer sturen Haltung weiter durchgesetzt. Die Regularien der Neueingruppierung werden jenen des TVöD von 2016 gleichen. Stichtag für die Neuberechnung auf Antrag wird der 1. Januar 2020 sein. Auch dieses Mal werden die Entwicklungsstufen in der EG 14 so angepasst, dass der erste Gehaltssprung überschaubar ausfällt.

Im April 2019 initiierten Heiner Vogel und Klaus Thomsen eine zweite Protestaktion nach jener von 2016 (siehe Newsletter 5/2019). Sie war dieses Mal nicht an ver.di, sondern an die öffentlichen Arbeitgeber in den Kommunen und in den Ländern adressiert. 86 KollegInnen haben zurückgemeldet, dass sie als Einzelne oder kollektiv Protest-E-Mails bzw. -Briefe an die beiden Arbeitgeberverbände TdL und VKA sowie deren Vorsitzenden gerichtet haben. Die Auswertung erlaubt keine genaue Zahl der Beteiligten, aber sie liegt sehr wahrscheinlich im unteren dreistelligen Bereich. Nur eine einzige Kollegin konnte von einem Antwortschreiben des Arbeitgeberverbandes berichten. Gleichwohl kann angenommen werden, dass diese Aktion auch dazu beigetragen hat, bei den Adressaten Aufmerksamkeit zu erregen und unsere Berufe deutlich bekannter zu machen. Es darf nicht übersehen werden, dass wir im öffentlichen Dienst mit fast 1000 Berufsgruppen um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Inzwischen wurde bekannt, dass auch der TVöD-Bund die Entgeltregelungen des TVöD-Kommunal von 2016 nachvollzogen hat. Dies hat wiederum zur Folge, dass Tarifverträge von Sozialversicherungsträgern wie der Deutschen Rentenversicherung, die sich daran anlehnen, ebenfalls die Entgeltgruppe 14 den Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen zuordnen. Das könnte im Weiteren Tarifverhandlungen in Konzern- und Haustarifen positiv beeinflussen. So kommt nach über 20 Jahren endlich Bewegung in unserem Sinne in die Tariflandschaft. PsychotherapeutInnen können das unterstützen, indem sie sich bei ver.di organisieren und sich vor Ort bei Tarifverhandlungen bemerkbar engagieren. Gelegentlich wird bekannt, dass PsychotherapeutInnen in vereinzelten Haustarifen sogar Vergütungen erhalten, die der von ver.di geforderten EG 15 entsprechen oder sehr nahekommen.

Klaus Thomsen


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