DGVT-BV-Info: Überlegungen zur Planung und Priorisierung in den ambulanten Praxen

Wir möchten unseren Mitgliedern anbei einige Überlegungen für Ihre Planung der nächsten Zeit in Ihren Praxen mit Ihnen teilen. Für uns alle sollte jetzt die Priorität darauf liegen, die Strategie der Verlangsamung ("flatten the curve") zu unterstützen und Kontakte von uns sowie von unseren Kindern in größeren Gruppen zu vermeiden.


Bitte stellen Sie folgende Überlegungen an zur Planung und Priorisierung in Ihren Praxen für die kommende Zeit:

  • In welchem Umfang und für welche Patient*innen muss der Praxisbetrieb unbedingt aufrecht erhalten werden?
  • Welche Patient*innen eignen sich für eine vorübergehende Weiterbehandlung per Videosprechstunde?
  • Welche Ihrer Patient*innen könnten möglicherweise ohne regelmäßige Termine in Ihrer Praxis in eine Krisensituationen kommen? Treffen Sie mit diesen Patient*innen Absprachen zum Verhalten im Notfall (Klinik-Adressen bzw. Notfall-Telefonnummern) und dokumentieren Sie diese sorgfältig in der Patientenakte.
  • Welche weiteren Ressourcen (z.B. Installation der Videosprechstunde) und ggf. sonstige Unterstützung (z.B. Notfall-Kinderbetreuung für meine eigenen Kinder) benötige ich hierfür in meiner Praxis?
  • Im Falle eines konkreten Bedarfs stellen Sie einen entsprechenden Antrag auf Notfallbetreuung - sofern die Kriterien denn erfüllt werden und nur, wenn keine andere private Lösung gefunden wird (zur Schonung der jetzt so wichtigen Betreuungsressourcen für all diese Berufsgruppen). Die Kriterien können in den Bundesländern variieren, hier die Kriterien, die in NRW gelten:

Sog. Schlüsselpersonen dürfen ihre Kinder zur Betreuung bringen, wenn sie

  • alleinerziehend sind oder
  • beide Elternteile Schlüsselpersonen sind und
  • wenn die Kinder die sonstigen Kriterien (keine Symptome etc.) erfüllen. 

Wir möchten anregen, dass Sie sich als Kolleg*innen in Praxen auch zu folgenden Fragen Gedanken machen:

  • Auf welche Weise werde ich Patient*innen im Falle einer angeordneten Schließung meiner Praxis durch das zuständige Gesundheitsamt kurzfristig über diesen Umstand informieren? Sind dazu alle notwenigen Kontaktdaten von Patient*innen vorhanden? Wie organisiere ich den Zugriff auf diese Daten, wenn ich selbst meine Praxis nicht mehr betreten darf?
  • Falls Mitarbeiter*innen (angestellte Therapeut*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen, Putzhilfen etc.) in der Praxis beschäftigt werden: Wie schütze ich meine Mitarbeiter*innen vor einer Ansteckung? Welche Maßnahmen kann ich zum Schutz noch ergreifen? ? Verwaltungsmitarbeiter*innen können die Telefonische Erreichbarkeitszeit z.B. auch von Zuhause aus durchführen, sofern eine Rufumleitung eingerichtet wird. Angestellte Therapeut*innen könnten auch Videosprechstunden anbieten und sollten auf Expositionsübungen außerhalb der Praxis verzichten.
  • Was ist zu tun, wenn ein*e Angestellt*er erkrankt oder unter Quarantäne gestellt wird? Auf welche Weise ist nachvollziehbar, zu welchen Patient*innen er/sie Kontakt gehabt hat und wie können diese Patient*innen informiert werden?

Wir werden sukzessive Fragen und Antworten in Form einer FAQ-Liste in unserem Mitgliederbereich veröffentlichen.

Ihre Bundesgeschäftsstelle 


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