DGVT-BV-Info: Videosprechstunden jetzt unbegrenzt möglich / Telefonbehandlung: noch keine Entscheidung der KBV / Hinweis zu "face-to-face-Kontakt" als Voraussetzung für Videosprechstunde


Thema Öffnung Videosprechstunde

die Begrenzungsregelungen für die Videosprechstunde („20 %-Marke“) wurden gestern von KBV und Kassen für das Quartal 2-2020 ausgesetzt (vgl. Info der KBV). Für das laufende erste Quartal erfolgte keine Aussetzung, da davon auszugehen ist, dass die 20-Prozent-Marke nicht erreicht wird: https://www.kbv.de/html/1150_44943.php. Das ist eine gute Entscheidung – wenngleich schleppend von KBV und Kassen!

Thema Telefonbehandlung:

Auf unsere weitere DGVT-Forderung, dass das Psychotherapeutische Gespräch per Telefon möglich sein sollte vorübergehend und nicht mehr nur 150 Minuten im Quartal, sondern übergangsweise 450 Minuten im Quartal (unsere Forderung von letzten Freitag, die ggf. nochmals anzupassen ist an die drastische Lage diese Woche), haben KBV und Kassen leider (noch) nicht reagiert!

Die BPtK fordert seit heute (Stand 17.03.2020, https://www.bptk.de/begrenzung-von-videobehandlungen-aufgehoben/):

  • Akutbehandlung per Video anbieten zu können,
  • sofern eine Behandlung per Video nicht möglich ist, auch Behandlungen per Telefon zu ermöglichen,
  • befristet Sprechstunden und probatorische Gespräche per Video zu ermöglichen.

Wir hoffen auch hier (Telefonbehandlung) auf eine sofortige Entscheidung von KBV und Kassen und halten Sie auf dem Laufenden.

Weiteres Thema face-to-face-Kontakt“ als Voraussetzung für Videosprechstunde:

Die Berufsordnungen sehen als Voraussetzung für eine Videobehandlung vor, dass Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung die (persönliche) Anwesenheit der Patientin oder des Patienten in der Praxis erfordern.

Die PTK Bayern hat sich als erste Kammer seit Auftreten der Corona-Krise vorsichtig-positiv geäußert bzgl. der Möglichkeit, auf den vorherigen Patienten-Kontakt zu verzichten (Stand 13.03.2020, https://www.ptk-bayern.de/ptk/web.nsf/id/li_ptueberkommunikationsmedien.html):

PTK Bayern: Informationen zur Psychotherapie über Kommunikationsmedien

Die Berufsordnung steht dabei einer angemessenen Handhabung in Anbetracht der aktuellen Lage zum Coronavirus nicht entgegen. Entsprechende Angebote können gegebenenfalls je nach Situation die einzige Möglichkeit sein, mit Patient/innen in Kontakt zu treten. Maßgeblich für die Zulässigkeit der Anwendung ist daher die im Einzelfall durch das Mitglied vorzunehmende fachliche Bewertung der Einsatzmöglichkeit.

Zur Wahrung datenschutzrechtlicher Anforderungen muss eine Videobehandlung über einen sicheren Videodienstanbieter erbracht werden. Dazu muss u.a. gewährleistet sein, dass die Videobehandlung während der gesamten Übertragung Ende-zu-Ende verschlüsselt ist und die Behandlung nicht aufgezeichnet werden kann. Die Anforderungen können jedenfalls dann als erfüllt angesehen werden, wenn ein Videodienstanbieter bezüglich des Datenschutzes zertifiziert ist. Eine Liste zertifizierter Videodienstanbieter stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf ihrer Homepage bereit.

Aktuelle Situation in den Berufsordnungen (teils leichte Unterschiede in den Berufsordnungen der Landeskammern, hier die Muster-Berufsordnung):

§  5 Abs. 5 Muster-Berufsordnung regelt dazu:

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erbringen psychotherapeutische Be-handlungen im persönlichen Kontakt. Behandlungen über Kommunikationsmedien sind unter besonderer Beachtung der Vorschriften der Berufsordnung, insbesondere der Sorgfaltspflichten, zulässig. Dazu gehört, dass Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Auf-klärung die Anwesenheit der Patientin oder des Patienten erfordern. Die Mitwirkung an Forschungsprojekten, in denen psychotherapeutische Behandlungen ausschließlich über Kommunikationsmedien durchgeführt werden, bedarf der Genehmigung durch die Landespsychotherapeutenkammer.“


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