DGVT-BV-Info: Telefonbehandlung - Wie kann die neue "Telefonkonsultation" (01433) abgerechnet werden?


Die KBV hat in der aktuellen PraxisInfo vom 6.4.2020 (s.u.) eine Kurz-Übersicht zur Telefonbehandlung und zur Anwendung der neu eingeführten „Telefonkonsultation“ (01433) veröffentlicht, die die Fragen übersichtlich beantwortet, wie viele Gesprächsleistungen möglich sind und wie diese abgerechnet und honoriert werden.

Als neue EBM-Ziffer wurde die 01433 (154 Punkte / 16,92 Euro) eingeführt als Zuschlag zur Grundpauschale.

Es ist schon richtig, dass dieser Beschluss zumindest zum Teil eine Verbesserung darstellt - zumindest für die Kolleg*innen in denjenigen KVen, die bislang noch keine ausdrückliche Regelung zur Telefonbehandlung hatten. Zuvor waren in vielen KVen Telefonbehandlungen schlichtweg gar nicht möglich.

Insgesamt halte ich den Beschluss jedoch an einer ganz zentralen Stelle für mangelhaft. So können bspw. keine neuen Patient*innen aufgenommen werden per Telefonkonsultation. Die aktuelle Abrechnungssituation im EBM sieht vor, dass nur bekannte Patient*innen per Telefon behandelt werden können (Patient*in, wenn er/sie in den letzten sechs Quartalen, die dem Quartal der Telefonkonsultation vorausgegangen sind, mind. einmal in der Praxis gewesen ist)

Hier müsste nochmals die Politik angeschrieben werden. Wir werden das nochmals verbandsintern besprechen, ob man sich hier nochmals ans BMG wenden muss.

Ein weiterer, recht interessanter Aspekt, wenn man die EBM-Leistungslegende ansieht, ist folgender:

Nach dem aktuellen EBM ist es möglich, in einem Quartal eine/n Patien*in sowohl mit der neuen Telefonkonsultations-Ziffer (01433) zu behandeln als auch mit dem bisherigen sog. 10-Minuten-Modul, 23220 (dieses geht nur i.R. der Präsenzbehandlung, ist nicht telefonisch möglich). Es ist aber wichtig darauf hinzuweisen, dass insgesamt mit 01433 und 22220 bzw. 23220 nur 200 Minuten abgerechnet werden dürfen. Diese Betrachtung schmälert die Verbesserung der Abrechnungssituation für einen Patienten im Grunde.

Die KBV drückt dies wie folgt aus:

Gesprächsdauer:
Psychotherapeuten sowie Ärzte der aufgeführten Fachgruppen können einen Patienten bis zu 3 Stunden und 20 Minuten im Quartal per Telefon betreuen.

Gesprächskontingent:
Pro Patient werden maximal 20 Gespräche (200 Minuten) vergütet. Diese 20 Gespräche können 

  • ausschließlich per Telefon oder
  • gemischt per Telefon, persönlich in der Praxis oder in einer Videosprechstunde geführt werden.

Die Kurzübersicht der KBV finden Sie hier.

Weitere Informationen finden Sie hier.


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