Rechenschaftsbericht des Vorstandes der DGVT e. V. für das Jahr 2019


Der Vorstand ist neben den in diesem Bericht dargelegten thematischen Aufgabenbereichen entsprechend dem Satzungsauftrag auch für die Entwicklung und Weiterführung der DGVT-Politik zuständig. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Gesamtvorstand und den übrigen DGVT-Gremien. Zusätzlich zu dem jährlichen Intergremientreffen nahmen Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands an den Sitzungen des Länderrates und der Länderkonferenz, an den Akademieversammlungen, an AWK-Sitzungen bzw. Tagungen der AWK teil und standen per Mail und telefonisch im Austausch mit den Gremien- und Fachgruppenmitgliedern.

Zum „Kern“ der DGVT, dem gemeinnützigen Fachverband, der sich der Förderung der Verhaltenstherapie, der gemeindenahen psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung und der teilnehmerorientierten Psychotherapie-/Verhaltens-therapieausbildung verschrieben hat, gehört als wesentlicher Bestandteil die Fort- und Weiterbildung und der DGVT-Verlag als wirtschaftlicher Nebenbetrieb.

Die Gründungen der DGVT-AusbildungsAkademie als gemeinnützige Gesellschaft und des DGVT-Berufsverbandes Psychosozialer Berufe (DGVT-BV) boten der DGVT zum einen die Chance, die über viele Jahre gewachsenen Kompetenzen im Ausbildungsbereich satzungsgemäß umzusetzen und zum anderen, berufspolitische Positionierungen und Forderungen in einem DGVT-Berufsverband deutlicher zu verwirklichen.

Wir nutzen die Gelegenheit, den vielen Aktiven der DGVT in den Gremien, Ländern, Kammern, Fachgruppen, Leitlinienkonferenzen und den vielen anderen Orten sowie allen mit wirkenden Mitgliedern sehr herzlich zu danken, dass sie sich in und für die DGVT konstruktiv engagieren und so die DGVT mitgestalten.

Viel Gelegenheit zur Begegnung gab es vom 17. bis 20. Juli beim Weltkongress für kognitive und Verhaltenstherapien im City Cube in Berlin. Der Kongress, der alle drei Jahre von Kontinent zu Kontinent zieht, wird jeweils vom kontinentalen Dachverband und der „lokalen“ VT-Gesellschaft vor Ort ausgetragen, also diesmal von der EABCT (European Association for Behavioral and Cognitive Therapies) in Kooperation mit der DGVT und unterstützt von weiteren deutschen VT-Verbänden (DVT und AVM Deutschland), der Fachgruppe Klinische Psychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie sowie von den deutschsprachigen VT-Verbänden aus Österreich und der Schweiz (AVM Österreich und Schweiz sowie ÖGVT und SGVT). Schon an den Pre-Congress-Workshops nahmen fast 1200 Menschen teil, der gesamte Kongress wurde von mehr als 4000 Menschen aus 85  Ländern besucht, was ihn wahrscheinlich zum größten verhaltenstherapeutischen Kongress aller Zeiten macht. Getrübt wurde die Freude bei diesem Großereignis durch den begrenzten Zugang zu einigen Veranstaltungen. Der CityCube hat sich im Nachhinein als nicht wirklich geeignet für eine Veranstaltung dieser Größe gezeigt: einige Räume waren einfach zu klein, mittelgroße Räume für 150 bis 300 Personen nicht ausreichend vorhanden. Allerdings war das Programm so umfangreich, dass die meisten Besucher andere interessante Veranstaltungen besuchen konnten. Trotzdem wurde das alte ICC schmerzlich vermisst. Erfreulich war, dass fast 50% der Besucher*innen Student*innen, PiAs oder Delegierte aus ökonomisch schwächeren Regionen der Welt waren, was gleichzeitig allerdings erheblichen Kostendruck auf die Veranstaltung ausübte. Trotzdem konnte am Ende ein ausgeglichenes Budget erreicht werden.

Ein weiterer Punkt, der sehr intensiv mit den Gremien der DGVT diskutiert wurde, waren Überlegungen zum Für und Wider eines neuen Beitragsmodells von DGVT und DGVT-Berufsverband (DGVT-BV) mit dem Ziel, Ausbildungsteilnehmer*innen eine kostenlose Mitgliedschaft ermöglichen zu können.

Der Vorstand ist der Bitte der Länderkonferenz gefolgt, eine Task Force einzusetzen zur Bearbeitung dieses Themas. Generell sollte ein Konzeptvorschlag erarbeitet werden, wie die DGVT für PiA und ggf. die zukünftigen PiW (Psychotherapeut*innen in Weiterbildung) und auch darüber hinaus attraktiver gestaltet werden kann. Die Task Force setzt sich zusammen aus Vertreter*innen unterschiedlicher Vereinsgremien: Benjamin Seifert, Heiner Vogel, Judith Schild, Alexandra Rohe, Milana Kirsch und Aline Schneider.

In dieser Task Force wurden Vor- und Nachteile verschiedener Beitragsmodelle erarbeitet und Berechnungen dazu angestellt.

Im Rahmen des Intergremientreffens im November 2019 stellte die Task Force bereits drei Beitragsmodelle und die jeweiligen Berechnungen, sowie die entsprechenden Überlegungen dazu vor:

1. Bisheriges Beitragsmodell

2. Beitragsmodell mit reduziertem Beitrag für PiA

3. Beitragsmodell mit kostenfreier Mitgliedschaft für PiA

Es folgte ein Austausch mit den Gremien mit dem Ergebnis, dass weitere Varianten geprüft werden sollen. Ein Meinungsbild am Intergremientreffen (Alternativen: Beitragsmodell 1 und 3) ergab: Modell 3: 16 Stimmen, Modell 1: 6 Stimmen, Enthaltungen: 12 Stimmen.

Die Task Force hat, nach der Prüfung weiterer Varianten, die Entscheidung getroffen, einen Antrag auf Änderung der Beitragsordnung auf der Mitgliederversammlung 2020 zu stellen. Dabei handelt es sich um ein Beitragsmodell mit einer kostenfreien Mitgliedschaft für PiA und einem reduzierten Beitrag im ersten Jahr der Approbation. Die Beiträge für Voll- und Teilzahler (keine PiAs) erhöhen sich dabei um 33%-66%. Zudem soll eine allgemeine Regelung aufgenommen werden, die es dem Vorstand ermöglicht, im Rahmen begrenzter Mitgliederwerbeaktionen bei bestimmten Zielgruppen für einen begrenzten Zeitraum auf die Erhebung des Beitrags zu verzichten.

Der Vorstand beauftragt die Task Force ihre Überlegungen in der VPP zu beschreiben. Die Weiterentwicklung des Angebots für junge Psychotherapeut*innen (Studierende, PiA, Neuapprobierte) sollen darüber hinaus weiter ausgebaut und verbessert werden. Der Vorstand möchte in der MV 2020 über den momentanen Diskussionsstand, Eckpunkte und über einen konkreten Modellversuch informieren.

Gesundheits- und fachpolitische Positionen und Initiativen

Die DGVT steht für ein gesundheitspolitisches und sozialpolitisches Engagement. Die fach- und gesundheitspolitische Arbeit wird im Verband außer vom Vorstand auch von den Kommissionen, den Fach- und Landesgruppen sowie Delegierten wahrgenommen, die sie in eigenen Rechenschaftsberichten darstellen.

Die Landessprecher*innen organisieren mit Unterstützung der Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle in fast allen Bundesländern regelmäßig regionale Mitgliederversammlungen, teilweise mit einem integrierten Fortbildungsangebot. Die Ländervertreter*innen berichten regelmäßig in der VPP,  dem Newsletter oder auf den Länderseiten der Homepage über ihre Aktivitäten. Zusätzlich gibt es in einigen Bundesländern  landesbezogene Rundschreiben. Die Kammerdelegierten bringen die gesundheits- und sozialpolitischen Positionen der DGVT in die Psychotherapeutenkammern ein. Stichworte sind hier: Einsatz für eine differenzierte und gemeindenahe psychosoziale Versorgung in den verschiedenen Versorgungsfeldern, Vertretung der Ausbildungsteilnehmer*innen bei den Psychotherapeutenkammern, Vertretung von Patient*innen-/Klient*inneninteressen, Einsatz für günstige Kammerbeiträge u. a. Insbesondere ist es für die DGVT dort immer wieder ein Anliegen, die Interessen der angestellten Kolleg*innen zur Sprache zu bringen und die institutionelle Psychotherapie und die angestellten Psychotherapeut*innen besser zu positionieren. Von wachsender Bedeutung für die öffentliche Wahrnehmung der Psychotherapie in der Gesundheitspolitik sind die Psychotherapeutenkammern auf Landesebene und die Bundespsychotherapeutenkammer

Stellungnahmen der DGVT (Stand Dezember 2019)

Entsprechend unserem Selbstverständnis begleiten wir kontinuierlich die laufende Gesundheits- und Sozialpolitik und berichten und kommentieren aktuelle Entwicklungen im Vereinsteil der „Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis“ (VPP) oder im Newsletter. Wir bringen Fragen und Themen, die sich daraus ergeben, regelmäßig in die Kammerpolitik und in die Gespräche mit Verbänden (s.u.) ein und machen sie zur Grundlage für eigene Aktivitäten und Initiativen gegenüber der Politik oder der (Fach-)Öffentlichkeit. Die DGVT hat sich als Fachverband in zahlreichen öffentlichen Stellungnahmen zu einer Reihe von anstehenden Themen positioniert:

  • Stellungnahme der DGVT zum Referentenentwurf zum Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz
  • Stellungnahme der DGVT-PiA-AG zum Referentenentwurf zum Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz
  • Stellungnahme der DGVT zum Entwurf eines Gesetzes „zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch (§ 219a StGB)“
  • Stellungnahme der DGVT zur „gesellschaftlichen Bedeutung der psychischen Gesundheit in der Gesundheitsforschung“
  • Stellungnahme der DGVT zu „Versorgungsbereiche ambulante, teilstationäre, stationäre Behandlung und medizinische Rehabilitation“
  • Stellungnahme der DGVT zum „Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG)“
  • Stellungnahme der DGVT zu „Opfer brauchen langfristige Sicherheit und flächendeckende Angebote“
  • Stellungnahme: DGVT fordert mehr Initiative gegen Tabakkonsum
  • Stellungnahme der DGVT zu „Hürden weiter erhöht. Bundesregierung ignoriert Probleme in der Versorgung psychisch kranker Geflüchteter“
  • Stellungnahme der DGVT zu „Global Climate Strike“ - Fridays for Future
  • Pressemeldung zum Welttag der Suizidprävention
  • Stellungnahme der DGVT zu „Änderung der Richtlinie über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinie): Systemische Therapie bei Erwachsenen“
  • Interview: „Festschreibung einer Benachteiligung?“ - Übergangsregelungen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen im Rahmen der Ausbildungsreform
  • Stellungnahme der Fachgruppe „Psychosoziale Versorgung“ zum Thema „Selbstbestimmung und Partizipation“ im Rahmen des Dialogs „Weiterentwicklung von Hilfen für psychisch kranke Menschen“
  • Stellungnahme der DGVT zu „Kinderrechte im Grundgesetz verankern“
  • Stellungnahme der DGVT zum Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz „Psychotherapeutengesetz: Chance genutzt oder vertan?“
  • Stellungnahme der DGVT-PiA-AG zur Novellierung des PsychThG
  • DGVT unterzeichnet das Berliner Manifest für eine menschenwürdige Psychiatrie
  • Stellungnahme der DGVT zum Referentenentwurf des BMG für eine Approbationsordnun

Gemeinsame Stellungnahmen mit dem DGVT-Berufsverband:

  • Presseinformation der DGVT und des DGVT-BV: „Bei der Finanzierung der Weiterbildung muss nachgebessert werden“DGVT und DGVT-BV unterstützen Aufruf von Psychologists/Psychotherapists for Future – Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen engagieren sich für die globale Klimabewegung
  • "Erfolgreiche Suchtberatung gibt es nicht zum Nulltarif" - DGVT warnt anlässlich des Weltdrogentages vor Unterfinanzierung und Therapeut*innen-Mangel
  • DGVT unterstützt ein Verbot von Konversionstherapien
  • Mindeststandards im Digitalen-Versorgungs-Gesetz nicht ausreichend
  • Prekäre Situation in den Kliniken muss verbessert werden (PsychPV)
  • Für Toleranz und gegen Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen - DGVT und DGVT-BV rufen zur Beteiligung an den Aktionswochen für seelische Gesundheit 2019 und der „Aktion Grüne Schleife“ auf
  • DMP Depression - Keinerlei Lernkurve beim G-BA
  • DGVT und DGVT-BV kritisieren G-BA-Beschluss zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik - Mehr Sicherheit für Patient*innen ist nur mit angemessener Versorgung erreichbar
  • Politik entscheidet ohne Einbezug der Profession - Patient*innengerechte Versorgung braucht enge Zusammenarbeit von politischen Entscheidungsträger*innen und Psychotherapeut*innen
  • DGVT und DGVT-BV rufen zur Beteiligung an den Aktionswochen für seelische Gesundheit 2019 und der "Aktion Grüne Schleife" auf
  • „Mehr Personal und Zeit für psychische Gesundheit“ – Verbände üben massive Kritik an der neuen Richtlinie zur Personalbemessung in der Psychiatrie und Psychosomatik. Die DGVT unterstützt das Bündnis „Mehr Personal und Zeit für psychische Gesundheit“
  • DGVT begrüßt Spahn-Vorschlag zur Kostenübernahme für vertrauliche Spurensicherung bei sexueller Gewalt
  • Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) - DGVT und DGVT-BV fordern klare Regelungen zum Gesundheitsdatenschutz
  • Keine angemessene stationäre Versorgung möglich - G-BA-Richtlinie zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik verfehlt alle Ziele
  • DGVT fordert: Sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt verhindern
  • Stellungnahme der DGVT: Referentenentwurf zum Verbot von Konversionstherapien bleibt hinter den Erwartungen zurück

Aktueller Stand der Leitlinien

Seit der letzten Mitgliederversammlung wurden einige Leitlinien konsentiert; dies dokumentiert eindrücklich, dass die Entwicklung und Fortschreibung der Leitlinien immer größere Bedeutung erlangt. Die DGVT wird als Fachverband zu fast allen Leitlinienkommissionen eingeladen, weshalb wir immer wieder Mitglieder suchen, die bereit sind, sich in dieser Arbeit zu engagieren: Eine ehrenamtliche Tätigkeit mit hohem Aufwand, die insgesamt aber nicht nur wichtig ist, sondern einigen Kolleg*innen durchaus auch Freude macht! Wir danken allen, die sich an dieser Arbeit beteiligt haben, allen voran Rudi Merod, der jahrelang die Vertretung bei den meisten Leitlinien übernommen hat. Aber auch den anderen Kolleg*innen, die uns bei einer Leitlinie vertreten oder als Stellvertreter*innen fungieren wie Michael Borg-Laufs, Olivier Elmer, Renate Hannak-Zeltner, Thomas Heidenreich, Jürgen Hoyer , Thorasten Kreikenbohm, Heinz Liebeck , Friederike Schulze, Sonja Stolp, Daniel Surall, Irmgard Vogt, Diana Will und Misa Yamanaka.

·       Leitlinie „ Autismus-Spektrum-Störung-Therapie (ASS-Therapie)“

Da die Konsentierung der letzten Empfehlungen im Mail-Umlaufverfahren stattfinden muss, sind noch nicht alle Kapitel vollständig abgeschlossen. Es gibt zu einigen Empfehlungen noch Veränderungswünsche und Nachfragen, insbesondere erscheinen manche Empfehlungen (z. B. ausschließliche Fokussierung auf Gruppenangebote) für die Bedingungen in Deutschland (teilweise Flächenland mit schlechter Infrastruktur) nur bedingt, bzw. schlecht umsetzbar. Zwar zeigt die Studienlage hier oft gute Ergebnisse, jedoch wurden diese Studien meist in Großstädten/Ballungszentren an großen Instituten/Kliniken durchgeführt, was der aktuellen Unterstützungslage in der BRD nicht entspricht. Der dadurch entstandene Diskussionsbedarf verläuft per Mail verständlicherweise etwas schleppend. Die DGVT ist hierzu vor allem auch mit Autismus Deutschland e. V. in engem Kontakt. Ein Abschluss der Konsensusrunde und die Vervollständigung der Texte und Hintergrundtexte ist aber in jedem Fall für die nächsten Monate vorgesehen.

·       Leitlinie „Borderline“

Bei der letzten Sitzung am 6.12.19 hat Michael Witthöft die DGVT vertreten. Es liegt für die betreffende letzte Sitzung noch kein Ergebnisprotokoll vor, aber die Leitlinie ist fast fertig und es wird primär noch am Hintergrundtext gearbeitet. Es wurden noch Statements zu den folgenden Bereichen konsentiert:

Organisation of  Health care, Angehörige, Besonderheiten der Behandlung von Menschen mit intellektuellen Entwicklungsstörungen, ethnisch diverse Gruppen und  Menschen mit geschlechtsspezifischen Besonderheiten.

·       Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“

Die Leitlinie ist konsentiert und zeichnet sich durch einen diagnoseübergreifenden Ansatz für die Behandlung von Menschen mit schweren psychischen Störungen aus. Gleichzeitig zeigt sich hier ein neuer Trend, nämlich dass man von der Tendenz, störungsspezifische Leitlinien zu erstellen, wegkommt und symptomspezifische transdiagnostische Leitlinien erstellt, wie man das bereits bei Leitlinien wie „Selbstverletzendes Verhalten“ oder „Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen“ vorgenommen hat. Viele Symptome treten bei unterschiedlichen Störungen auf und es entspricht insgesamt auch eher unserer verhaltenstherapeutischen Sicht, sich mit störungsübergreifenden Symptomen auseinander zu setzen.

·       Leitlinie „Zwangsstörungen bei Erwachsenen“

Zur Leitlinie „Zwangsstörungen bei Erwachsenen“ gab es bisher ein Treffen. Das zweite Treffen, das für Juni 2018 angesetzt war,  wurde abgesagt wegen fehlender finanzieller Mittel. Am 29.4.2019 erreichte uns folgende Information: Auf Antrag von Prof. Hohagen hat der Vorstand der DGPPN darüber entschieden, ob sich die S3-Leitlinie gemäß dem mehrheitlichen Beschluss der Konsensusgruppe auf Zwangsspektrumsstörungen erstrecken soll und somit dem Konzept von DSM-5 und künftig ICD-11 folgen soll. Die hierzu notwendige Aufstockung der finanziellen Mittel hat der Vorstand abgelehnt – mit der Begründung, dass z.Zt. noch die ICD-10 gilt. Für die Leitlinie bedeutet dies, dass keine neuen Kapitel zu Zwangsspektrumsstörungen (Skin picking/Dermatillomanie, Horten etc.) entstehen werden und die bereits angelaufene Literaturrecherche sich auf die Zwangsstörung i.e.S. beschränken wird. Bisher gab es keine weiteren Aktivitäten dazu.

·       S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie bipolarer Störungen

Das Projekt zur Aktualisierung der S3-Leitlinie – es handelt sich um das erste Update – startete Anfang 2016.

Themenspezifische Arbeitsgruppen befassten sich mit der Diagnostik, der Pharmakotherapie, anderen biologischen Behandlungsverfahren und der Psychotherapie sowie auch mit dem Versorgungssystem und der Gesundheitsökonomie.

Positiv hervorzuheben ist der – bereits bei der ersten Version 2012 zum Tragen kommende – trialogische Ansatz des Prozesses. Die Einbeziehung von Betroffenen- und Angehörigenvertreter*innen ist auf den Einfluss der co-federführenden Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen zurückzuführen. Hierbei handelt es sich um die einzige medizinische Fachgesellschaft, die seit ihrer Gründung trialogisch organisiert ist.

Grundlegende Veränderungen beinhaltet die bisher bekannte Aktualisierung nicht. Im Bereich der Rezidiv-Prophylaxe werden interaktive Gruppen-Psychoedukation und kognitive Verhaltenstherapie weiterhin als bedeutsam hervorgehoben. Die Studienlage für internetbasierte Therapieprogramme gilt immer noch als zu wenig aussagekräftig. Im Bereich des Trialogs werden schriftliche Behandlungsvereinbarungen neu empfohlen (klinischer Konsenspunkt). Für die Versorgungssysteme wird die Rolle von Genesungsbegleiter*innen stärker betont als zuvor. In der Diagnostik wird – im euthymen Intervall – ein Screening kognitiver Defizite (Empfehlungsgrad 0) neu empfohlen. Bei den nicht-medikamentösen Therapiemethoden ist erwähnenswert, dass Elektrokrampftherapie bei schweren bipolaren Depressionen im Evidenzgrad jetzt höher (von 0 auf B) eingestuft wurde.

Die DGVT war am Review-Prozess beteiligt.

2019 wurde die Leitlinie in der Fassung vom 01.03.2019 veröffentlicht (https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/038-019.html).

Am 26.11.2019 wurden zuletzt redaktionelle Änderungen an der Langfassung vorgenommen. Die Leitlinie ist gültig bis 01.03.2023.

·       Leitlinie „Angststörungen“

Die S3-Leitlinie Angststörungen ist turnusgemäß zu überprüfen und zu aktualisieren. Die konstituierende Sitzung fand am 27.3.2019 in Mainz statt. Vertreter für die DGVT ist Jürgen Hoyer (Dresden). Heinz Liebeck (Göttingen), der bisherige DGVT-Vertreter in dieser Leitlinienkommission,  ist sein Stellvertreter. In der ersten Sitzung hat sich die Kommission darauf verständigt, keine neuen Auswertungen früherer Studien vorzunehmen, sondern lediglich für den Zeitraum seit der Verabschiedung der letzten Leitlinie, also von 2013 bis heute, eine systematische Durchsicht der neu publizierten Studien zu erarbeiten. In die neue Leitlinie sollen auch bisher nicht berücksichtigte Aspekte aufgenommen werden, zum Beispiel die Ergebnisse der systemischen Therapie. Prof. Hoyer wird schwerpunktmäßig in den Arbeitsgruppen "Transdiagnostisches Vorgehen" und "Komorbide Störungen" aktiv werden. Die für den Herbst 2019 geplante Sitzung ist ausgefallen bzw. musste auf das kommende Frühjahr verschoben werden.

·       Leitlinie „Depression“

Die DGVT wird von Thomas Heidenreich und Tobias Teismann vertreten.

Die Auftaktkonferenz der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Unipolare Depression fand am 19. Dezember in Berlin statt. Mit der 3. Auflage wird die bisherige S3/NVL-Leitlinie ausschließlich als NVL weitergeführt werden. Es wird eine Neugliederung der NVL erfolgen, die sich in stärkerem Maße an der klinischen Situation orientiert. Die Zuteilung der Arbeitsgruppen erfolgt Anfang 2020. Für Anfang 2021 sind die Konsensuskonferenz und nachfolgend die Konsultationsphase geplant. Die 3. Auflage soll Mitte 2021 veröffentlicht werden. Die bestehende Leitlinie wird bis dahin ihre Gültigkeit behalten.

·       Leitlinie „Psychoonkologie“

Die Leitlinienkommission für die Aktualisierung der S3 Leitlinie  „Psychoonkologie“ hat sich konstituiert und überarbeitet die Leitlinie Psychoonkologie.

Die DGVT wird vertreten von Dr.Frederike Schulze/ Waldkraiburg sowie Thorsten Kreikenbohm/ Siegen.

Das Kick-off-Meeting“ findet am 10. März in Frankfurt am Main statt. Im Vorfeld wurde bereits ein online Fragebogen bezüglich der Gewichtung relevanter Schlüsselfragen der Leitlinie an Mandatsträger aller beteiligten Fachgesellschaften versendet.

·       Leitlinie "Psychosomatisch orientierte Diagnostik und Therapie bei Fertilitätsstörungen“

Die AWMF-LL steht seit Mitte Februar 2020 in der Konsultationsfassung unter: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/016-003%20KF.html zur Kommentierung (der Kommentierungsbogen ist auch auf dieser Seite abzurufen) bis zum 27. März 2020 online. Auf der Seite befindet sich außerdem das LL-Protokoll sowie die vorherige Fassung der LL von 2014 und die Anmeldung dieses Leitlinien-Updates.

·       Leitlinie „zu alkohol- und tabakbezogenen Störungen“

Die S3-Leitlinien zu alkohol- und tabakbezogenen Störungen wurden bis 2014 auf Anregung der DGNNP und der DG-Sucht erarbeitet und bei der AWMF eingereicht. Nach Ablauf von fünf Jahren  verlieren diese planmäßig ihre Gültigkeit. Erneut unter Federführung der DGPPN und der DG-Sucht werden diese S3-Leitlinien nun zur Sicherung des Fortbestands aktualisiert. Unter Mitarbeit von Delegierten der Fachgesellschaften fand am 29./30.4.19 eine Auftaktveranstaltung im Zentralinstitut  für seelische Gesundheit in Mannheim statt.

Für die  DGVT nahmen Prof. Dr. Irmgard Vogt und Renate Hannak-Zeltner  (Vertretung) daran teil, und zwar für die Überarbeitung der S3-Leitlinie "Alkoholbezogene Störungen". Die Auftaktveranstaltung selbst war durch die Versendung eines ersten Überblicks über neuere Forschungsergebnisse vorbereitet worden. Etwa 30 Personen waren gekommen und in einer Vorstellungsrunde wurden die Fachgesellschaften und die eigenen Schwerpunkte genannt.

Als zeitlicher Ablauf ist 1 Jahr geplant. Insbesondere sollen Meta-Analysen und Cochrane - Reviews einbezogen werden, aber auch die neueren Erfahrungen mit computergestützten Programmen oder Online-Verfahren bedacht werden. Die Beurteilungskategorien orientieren sich weiter an den "Oxford-Empfehlungen" (Oxford Centre of Evidence based Medicine)), also das bisherige System der Empfehlungsgrade wird beibehalten. Auch wenn es in absehbarer Zeit einen  ICD 11 gibt, gilt die Orientierung  am derzeit gültigen ICD 10.

Die S3-Leitlinien sind nach Kapiteln gegliedert und diese weiter unterteilt . In einem konzentrierten Arbeitsprozess wurden nun die einzelnen Kapitel vorgestellt und bereits einzelne Aspekte diskutiert; über Vorschläge und Meldungen wurden dann auch gleich die einzelnen Arbeitsgruppen gebildet!

Seither haben alle mehr oder weniger die zugeteilten Kapitel bearbeitet. Es fanden regelmäßige Telefonkonferenzen und ein umfangreicher Mailaustausch statt (auch ein Treffen einer Arbeitsgruppe in Mannheim beim ZI). Im Moment sind die abschließenden Arbeiten im Gange. Da die Einladung zur Konsensuskonferenz auf den 23./24.3. terminiert ist, müssen die Entwürfe rechtzeitig davor eingereicht werden. Im März 2020 kann dann - so der Vorschlag - bereits die abschließende Beurteilung erfolgen.

·       Leitlinie „Psychosomatisch orientierte Diagnostik und Therapie bei Fertilitätsstörungen“

Die AWMF-LL steht in der Konsultationsfassung unter: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/016-003%20KF.html zur Kommentierung (der Kommentierungsbogen ist auch auf dieser Seite abzurufen) bis zum 27. März 2020 online. Auf der Seite finden Sie außerdem das LL-Protokoll sowie die vorherige Fassung der LL (von 2014) und die Anmeldung dieses Leitlinien-Updates.

·       Leitlinie „Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen“

Ende 2019 wurden wir zur Beteiligung an der Leitlinie „Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen“ eingeladen. Hier wird uns Sonja Stolp aus der QSK vertreten. Bisher hat noch kein Treffen stattgefunden. Die Termine werden erst noch bekannt gegeben.

Kooperation mit anderen Verbänden

Im Jahr 2019 war die DGVT wie bereits in den Vorjahren in unterschiedlichen Kooperationsstrukturen mit anderen Verbänden/Vereinen sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene engagiert. Diese Kooperationen bedeuten die Teilnahme an den jeweiligen Sitzungen, die Mitwirkung an Diskussionen und Entscheidungsprozessen und die Planung gemeinsamer Veranstaltungen. Es geht darum, Stellungnahmen abzustimmen oder gemeinsames Handeln zu beschließen, etwa gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, den Krankenkassen oder der Kassenärztlichen Vereinigung. Es hat sich gezeigt, dass bei der großen Zahl der psychotherapeutischen Fach- und Berufsverbände nur das gemeinsame Handeln mit anderen zum Erfolg führt. Dabei ist es erforderlich, die eigene Position einzubringen, aber auch eine gewisse Kompromissbereitschaft zu zeigen, um im Sinne der Sache zu einem Konsens zu kommen. Letztlich soll es darum gehen, die Qualität der psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung zu erhalten bzw. zu verbessern. Wir berichten regelmäßig über unsere Aktivitäten in der VPP, dem Newsletter, in den Mailinglisten oder auf der Homepage, um die Mitglieder darüber zu informieren und um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein Austausch über die Aktivitäten des Vereins und die dabei vertretenen Ziele und Positionen möglich ist.

Neben dem Gesprächskreis der Psychotherapeutenverbände (GK II) waren Delegierte der DGVT aktiv im Deutschen Dachverband für Beratung, im Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit (ABSG), in der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) e. V., in der Verbandskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM), und in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträger (BAG).

2019 fanden zwei Sitzungen des GK II, einem Zusammenschluss von ca. 35 Berufs- und Fachverbänden statt, und zwar am 11.5.2019 in Fulda und am 26.10.2019 in Berlin. In der Sitzung am 11.5.2019 in Fulda wurde in der Runde über Aktuelles aus den Mitgliederverbänden berichtet und eine Resolution zum PsychThG verabschiedet. In der Sitzung am 26.10.2019 in Berlin konnten unter anderem drei Resolutionen verabschiedet werden: zum Klimaschutz und nachhaltigem Handeln, zum Datenschutz und zum Tabakwerbeverbot. Die DGVT e. V. übernimmt im GK II seit November 2019 bis Mai 2020 die Geschäftsführung und hat somit die Verantwortung inne, die Sitzung (Nov. 19) auszurichten und nachzubereiten, Protokoll zu führen, Abstimmungsverfahren innerhalb des GK II einzuleiten und auszuwerten, Resolutionen an die Presse weiterzuleiten oder Aufnahmeanträge von anderen Verbänden zu kommunizieren und zu bearbeiten.

In der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträger werden wir von Alfred Luttermann, Wolfgang Schneider und Günter Ruggaber vertreten. 2019 haben vier Sitzungen stattgefunden, in denen schwerpunktmäßig die Ausbildungsreform und ihre aktuellen Auswirkungen behandelt wurden. Günter Ruggaber wurde als BAG-Vertreter in die BPtK-AG zur Entwicklung der Musterweiterbildungsordnung entsandt.

Im Deutschen Dachverband für Beratung wird die DGVT vom Forum Beratung vertreten, das hierzu einen eigenen Rechenschaftsbericht abgeben wird.

Die DGVT ist eine der überregionalen Mitgliedsorganisationen des Paritätischen, welcher der Idee sozialer Gerechtigkeit verpflichtet ist, verstanden als das Recht eines jeden Menschen auf gleiche Chancen zur Verwirklichung seines Lebens in Würde und der Entfaltung seiner Persönlichkeit. Die DGVT war 2019 durch die Mitarbeiterinnen Waltraud Deubert und Aline Schneider bei den Sitzungen der überregionalen Mitgliedsorganisationen, dem Arbeitskreis Soziale Psychiatrie und dem Arbeitskreis Gesundheit vertreten. Themen waren u. a. Stärkung der Patientenbeteiligung, Klimapolitik, Gesetzesvorhaben des BMG. Es wurde eine Stellungnahmen verabschiedet zu „Mehr Patientenbeteiligung und stärkere Patientenvertretungen“ und Forderungen für eine gemeinwohlorientiere Förderung von Gesundheit formuliert, die in der VPP 1/20, S. 150 f abgedruckt sind.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative in Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN). Zu den über 100 Mitgliedsorganisationen zählen die Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie viele Verbände aus den Bereichen Psychiatrie, Gesundheitsförderung und Politik. Das Bündnis hat 2019 die „Aktion Grüne Schleife“ – für Toleranz und gegen Stigmatisierung -  initiiert, an der sich die DGVT-Gremien und die Mitarbeiter*innen aktiv beteiligt haben. Am 4.11.2019 fand die Jahrestagung des Aktionsbündnis für seelische Gesundheit mit dem Schwerpunkt Thema „Psychiatrie - Politik - Gesellschaft. Menschen mit psychischen Erkrankungen auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft“ statt, an die DGVT von Sandra Münstermann vertreten wurde. Ein Kurzbericht zur Tagung ist in der VPP 1/20, S. 165f abgedruckt.

Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheit( BVPG ) setzt sich insgesamt für Strukturerhalt und Strukturverbesserungen in dem Bereich Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland ein. Die DGVT wird vertreten von Dieter Kleiber, Bernd Röhrle und Ute Sonntag. Die BVPG führt seit 2010 verschiedene Statuskonferenzen durch, die sich dem Status Quo aktueller Themen von Prävention widmen.

In der Verbandskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) wurde die DGVT 2019 von Aline Deinert, Mitglied in der Aktivgruppe der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen, vertreten. Der  Schwerpunkt dieses fachlichen Austauschs lag auf der Frage, inwieweit Kinder in die Mediation einbezogen werden sollten und unter welchen Umständen.

Ausbildungsreform

Durch die Zustimmung des Bundesrates zum Ausbildungsreformgesetz wurde im Herbst 2019 die Ausbildungsreform umgesetzt. Die DGVT hat diesen Prozess über Jahre u. a. mit fundierten Stellungnahmen begleitet. Für die Psychotherapie in Deutschland werden sich dadurch in den kommenden Jahren wesentliche Veränderungen ergeben. Als besondere Herausforderungen bleiben die Sicherstellung einer pluralen Verfahrensvielfalt und einer  Aus- bzw. Weiterbildungsumsetzung, die mit ausreichenden Praxiserfahrungen garantiert, dass Patient*innen auch zukünftig von einem hohen Qualifikationsniveau ihrer Therapeut*innen ausgehen dürfen.

Insbesondere dem großen Engagement der PiAs –hier waren auch diverse DGVT-Mitglieder maßgeblich beteiligt- ist es zu verdanken, dass noch einige Verbesserungen für heutige PiAs ins Gesetz Eingang gefunden haben. Allerdings bleibt zu kritisieren, dass deren Bedingungen weiterhin prekär bleiben und dass die Finanzierung insbesondere des ambulanten Weiterbildungsteils noch keine angemessene Vergütung zukünftiger Psychotherapeut*innen in Weiterbildung sicherstellt. 

Wesentliche Weichen für das zukünftige Psychotherapiestudium werden in der Approbationsordnung festgeschrieben, welche im Februar 2020 vom Bundesrat verabschiedet werden soll. Auch hier hat sich die DGVT mit einer ausführlichen Stellungnahme für die oben beschriebenen Grundsätze zur Patientenversorgung eingebracht. Der Vorstand bedankt sich bei allen Gremien und bei der AG Ausbildungspolitik der DGVT-Ausbildungsakademie für die sachkundige Unterstützung bei der Entwicklung der Stellungnahmen zur Ausbildungsreform.

DGVT-Ausbildungsakademie 2019

Die nun umgesetzte Gesetzesänderung hat auch in der DGVT-Ausbildungsakademie Aktivitäten verstärkt, mit denen man sich auf die neuen Bedingungen vorbereiten will. Dabei steht die Suche nach Umsetzungsmöglichkeiten der ambulanten Weiterbildung im Vordergrund – gleichzeitig wird auch die Etablierung einer weiterbildungsübergreifenden Koordinierungsfunktion angestrebt. Im Verlaufe von 2020 soll die Klärung an welchen DGVT-Standorten zukünftig Weiterbildung stattfindet und in welcher Organisationsform die gemeinsame Zusammenarbeit als DGVT-Weiterbildungsverbund gestaltet sein soll, entscheidend voran gebracht werden.

Die besondere Herausforderung besteht darin, den nach wie vor laufenden Ausbildungsbetrieb dabei weiterhin professionell aufrecht zu erhalten. Der großen Unsicherheit bei Ausbildungsinteressierten hinsichtlich der Übergangsbedingungen wurde mit der eigens dafür gestalteten neuen Homepage www.psychotherpeutIn-werden.de begegnet. Das damit zusammenhängende Beratungstelefon für Ausbildungsinteressierte konnte zum Jahreswechsel 2019/20 eingerichtet werden. Maßgeblich für den Erfolg dieses Projekts war das große Engagement der Geschäftsstellenmitarbeiterinnen.

2019 konnte die Zahl der Ausbildungsteilnehmer*innen unverändert stabil gehalten werden. Nach wie vor sind etwa 1800-1900 Teilnehmer*innen in DGVT-Ausbildungszentren unter Trägerschaft der DGVT-Ausbildungsakademie auf dem Weg zum Beruf des/der Psychologischen Psychotherapeutin bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Nimmt man die Ausbildungszentren hinzu, die  unter eigener Trägerschaft ebenfalls am DGVT-Ausbildungsverbund beteiligt sind, kann von derzeit ca. 2600 Ausbildungsteilnehme*innen in diesem Verbund ausgegangen werden. Das macht etwa 15-20% aller PiAs in Deutschland aus.

Mit großem Dank für ihre langjährige Arbeit als Leiterin des ABZ Berlin wurde im Sommer 2019 Monika Basqué verabschiedet. Das ABZ Berlin wird nun weiterhin unter Trägerschaft der DGVT-Ausbildungsakademie vom Magdeburger Ausbildungsinstitut für Psychotherapeutische Psychologie (MAPP) betrieben und von einem neuen jungen Leitungsteam geführt.

Ebenfalls seinen Rückzug eingeleitet hat Steffen Fliegel. Seit Bestehen des DGVT-Ausbildungsbereichs hat er die regionalen Leitungen und die Geschäftsführung kompetent beraten; er wird  sich nun bis Mitte 2020 schrittweise zurückziehen.

Personal

In der Geschäftsstelle sind 21 Personen auf 19 Stellen beschäftigt (AusbildungsAkademie und DGVT mit BV).

Die DGVT hat eine gute Mischung an erfahrenen Mitarbeiter*innen, von denen viele bereits über 20 Jahre und mehr bei der DGVT sind, und jungen Mitarbeiter*innen, die teilweise bei der DGVT ausgebildet wurden. Seit der MV 2019 gab es folgende  personellen Veränderungen:

Ludmila Krauter, Sachbearbeiterin der Fort- und Weiterbildung ist zum 31.07.2019 ausgeschieden. Unsere Auszubildende, Beyza Tozlu, die ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement erfolgreich abgeschlossen hat, wurde am 1.07.2019 befristet für 2 Jahre übernommen.

Zusätzlich wurde eine studentische Hilfskraft, Simone  Hilligardt, am 14.11.2019 eingestellt, die bereichsübergreifend eingesetzt wird.

Nach vielfältigen Bemühungen wurde auch eine Nachfolge für Waltraud Deubert gefunden – seit 01.10.2019 hat Aline Schneider anfangen und sie wird 9 Monate Übergabezeit zusammen mit Waltraud Deubert haben, die bis Mitte 2020 zur Verfügung steht (ab Januar mit einer halben Stelle). Derzeit sind sie und Günter Ruggaber als Geschäftsführer*innen des Vereins bestellt. Beide sind gleichzeitig auch Geschäftsführer der Ausbildungsakademie GmbH. Beide tragen dabei jeweils gleichberechtigt die formale Verantwortung – inhaltlich haben sie ihre Aufgaben aufgeteilt. Nach Waltraud Deuberts Ausscheiden aus ihren Funktionen ist es das Ziel, mit Aline Schneider und Günter Ruggaber nach einem entsprechenden Entwicklungsprozess auch zukünftig ein solches gleichberechtigtes Führungstandem zu haben. Wir freuen uns mit Aline Schneider eine geeignete Mitarbeiterin gefunden zu haben, die sich seit Oktober 2019 mit großem Engagement in ihre neue Aufgabe einfindet. Im Rahmen des Übergangs zu dieser neuen Leitungsstruktur werden Aline Schneider und Günter Ruggaber  die operativen Aufgaben neu aufteilen – die Verantwortung soll wie bisher gemeinsam getragen werden. Teilweise werden bisher von Waltraud Deubert wahrgenommene Aufgaben – z. B. die Kongressplanung – auch delegiert (Bsp. Kongress: Milana Kirsch). Die zukünftige konkrete Aufgabenteilung wird sich Schritt für Schritt entwickeln und wird u. a. auch von der zukünftigen Organisationsstruktur der Ausbildungsakademie bzw. des Weiterbildungsbereichs abhängen.

Die personelle Ausstattung im BV soll erhöht werden. Kerstin Burgdorf und Barbara Köhler erarbeiteten sich jahrelang spezifisches Wissen und machen großartige Mitgliederberatung. Zur Verstärkung dieses Bereichs werden hochqualifizierte Bewerber*innen zur Stärkung gesucht, d. h. an die ausgeschriebene Stelle einer neuen BV-Leitung gibt es hohe Anforderungen. Aufgaben sind u. a. die Unterstützung der strategischen Ausrichtung und das Platzieren in der Verbändelandschaft. Die Suche läuft weiterhin. Zunächst war die Stelle zu 100% in Tübingen. Anschließend wurde sie hälftig geteilt mit den Arbeitsorten Tübingen und Berlin ausgeschrieben. Auch Bewerber*innen mit Entwicklungsperspektive kommen in Frage. Neben der Ausschreibung dieser Stelle sollen Personen auch direkt angesprochen werden.

Der Vorstand dankt dem gesamten Team der Geschäftsstelle für die engagierte Arbeit, die immer wieder über das normale Maß beruflichen Engagements hinausging. Wir freuen uns auf ein weiteres Jahr konstruktiver, stabiler und kreativer Zusammenarbeit.

Mitgliederentwicklung (Stand Dezember 2019)

Auch im Jahr 2019 konnten wir mit der Mitgliederentwicklung zufrieden sein. Der Mitgliederbestand bei der DGVT beläuft sich Ende des Jahres 2019 auf 9.415 Mitglieder; der Altersdurchschnitt beträgt 44,5 Jahre. Im Jahre 2019 gab es 773 Eintritte und 392 Austritte; dies bedeutet einen Zuwachs von 381 Mitgliedern bzw. 4,21 % (der Zuwachs 2018 betrug 3,56 %). Die Stabilisierung im Mitgliederbereich, die für unsere politische Arbeit enorm wichtig ist, basiert zum einen auf der politischen Arbeit in den Ländern und Regionen, die von den Landessprecher*innen und den Kammerengagierten der DGVT mit hohem Engagement getragen und gestaltet wird. In erster Linie sind die Ausbildungszentren und die Angebote der Aus- und Fortbildung eine Quelle neuer Mitgliedschaften, aber auch ein Serviceangebot für langjährige Mitglieder. Der allgemeine Mitgliederservice durch Veröffentlichungen, Internetpräsenz, qualifizierte Beratung bis hin zur Rechtsberatung trägt wie die qualifizierte Aus- und Fortbildung sowie die politische Netzwerkarbeit in Verbänden, Gremien und Institutionen seit Jahren dazu bei, die DGVT „unübersehbar“ zu machen.

Finanzen

Die weiter gestiegene Mitgliederzahl schlägt sich naturgemäß auch bei den Einnahmen des Vereins nieder. Beim Jahresergebnis für 2019 beliefen sich die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen auf 1.003.272,50 Euro (Ende 2018 waren es 962.892,50 Euro). Die Erlöse der Fort- und Weiterbildung betrugen 413.764,73 Euro (in 2018 inkl. Kongress 600.098,29 Euro), die sonstigen betrieblichen Erlöse kamen auf 596.846,08 Euro (Abgaben von Ausbildung, DGVT-Berufsverband und Verlag, Markenabgabe, Personalausleihe, Miete). Hinzu kommen noch die außergewöhnlichen Erlöse (Zinserträge und Versicherungserstattungen/Erlöse Krankenkassen) in Höhe von 9.864,77 Euro. Da die DGVT mit ihren Preisen für die Tagungen und den Kongress auch den Student*innen, PiAs und den Geringverdienern die Teilnahme ermöglichen möchte, muss sie mit den Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen, die ca. 50 Prozent der Gesamterlöse ausmachen, den Mitglieder-Service und die gesamte politische Arbeit des Vereins finanzieren. Die Mitgliedsbeiträge haben also eine wichtige Funktion für die Absicherung der Vereinsarbeit.

Die weiteren wirtschaftlichen Grundlagen der DGVT sind die Einnahmen aus der Fort- und Weiterbildung in Psychotherapie und Beratung sowie die Verkaufserlöse der Verlagsprodukte. Der Verlag besitzt ein hohes fachliches Ansehen und ist nach wie vor wirtschaftlich solide aufgestellt (siehe hierzu Bericht der RDK).

Auch der Bereich der Ausbildung entwickelt sich weiterhin erfreulich durch die ausgezeichnete Qualität der fachlichen Arbeit der Ausbildungszentren und durch eine professionelle Positionierung am Markt.

Bei den betrieblichen Aufwendungen waren 761.770,56 Euro Löhne und Gehälter inkl. Sozialabgaben, 59.835,14 Euro Abschreibungen, 221.419,72 Euro für die Fort- und Weiterbildung und 791.465,253 Euro für sonstige betriebliche Aufwendungen (Vereinszeitschrift, Honorare, Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung, Beiträge zu anderen Organiationen, Raumkosten inkl. Energie, Reinigung, Nebenkosten, Versicherungen, Werbekosten, Porto, EDV, Homepage, Kopierarbeiten etc.).

Die Finanzen wurden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ADJUVARIS vom 12. bis 14. Februar 2020 vor Ort in Tübingen begutachtet; die interne Kassenprüfung fand am 02.-03. März 2020 statt.

Der Vorstand bedankt sich bei allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die durch ihr sparsames Wirtschaften auf der einen Seite und durch ihr hohes Engagement auf der anderen Seite zu diesem Ergebnis beigetragen haben.

Mailinglisten

Die steigende Mitgliederzahl schlägt sich auch in der Zunahme der Teilnehmer*innen auf den diversen Mailinglisten nieder. Die höchste Steigerung gab es hier bei der Mailingliste der Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Diese Liste besteht aus jeweils zwei Mailinglisten; die sog. „Aktiven“ tauschen sich in einer Mailingliste aus, beschließen dort bestimmte Projekte oder beteiligen sich z. B. an der Beantwortung aufgeworfener Fragen in der zweiten, der allgemeinen Liste. Die Mailinglisten dienen dem Austausch der Mitglieder und werden von Kerstin Burgdorf, Waltraud Deubert und den Vorstandsmitgliedern begleitet, indem Fragen beantwortet oder aktuelle gesundheits- und berufspolitische Infos oder Informationen zu den jeweiligen diskutierten Themen eingebracht werden.

Folgende Mailinglisten für Mitglieder bestehen derzeit beim DGVT-Fachverband:

altern@dgvt.de = 578 TN
beratung@dgvt.de = 1.111 TN
diskussion@dgvt.de = 1.475 TN
fgkiju@dgvt.de = 1.402 TN
frauen@dgvt.de = 719 TN
migration@dgvt.de = 848 TN
nachhaltigkeit@dgvt.de = 75 TN
piaag@dgvt.de = 2.091 TN
psychosomatik@dgvt.de = 286 TN
inklusion@dgvt.de = 19 TN

Die elektronischen Kommunikationswege (E-Mail, Internet) werden rege genutzt. Unsere Homepage wird pro Monat von 4.036 Nutzern besucht, die 14.207 Seiten aufgerufen haben.

Der geschäftsführende Vorstand:
Oliver Kunz, Judith Schild, Wolfgang Schreck


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