Landesbericht Thüringen

Bericht von der Online-Veranstaltung „DiGAs (digitale Gesundheitsanwendungen) in der Psychotherapie – Nutzen und Grenzen“ am 23. September 2020

  Nach einer allgemeinen Einführung zu den DiGAs folgte die Vorstellung zweier DiGAs – „Selfapy“ und „mementor - somnio“ durch deren Gründer*innen. Den Bericht unserer thüringischen DGVT(-BV) Landessprecherin Janine Manthey finden Sie hier.


Im Rahmen der Verbändekooperation (DGVT/-BV, VPP/BDP und bvvp) in Thüringen wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Präsenz-Veranstaltungen zusammen organisiert. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde nun erstmals auch eine Online-Veranstaltung zu „DiGAs in der Psychotherapie – Nutzen und Grenzen“ zusammen durchgeführt. Die Thematik stieß auf sehr große Resonanz, sodass über 40 interessierte Kolleg*innen teilnahmen und sich austauschten.

Als Einführung ins Thema beleuchtete Mathias Heinecke den Werdegang der neuen DiGAs sowie die bestehenden gesetzlichen Hintergründe. Aufgezeigt wurde auch der Weg, wie die DiGAs im Rahmen entsprechender Prüfvorgaben zu ihrer jeweiligen Berechtigung kommen. Daran anknüpfend stellte Fredi Lang das Gütesiegel des BDP "Geprüfte Psychologische online-Interventionen" zur Überprüfung der Qualität psychologischer Gesundheitsangebote vor.

Danach wurden zwei konkrete digitale Angebote vorgestellt: Nora Blum (Gründerin & CEO) stellte das Online-Programm „Selfapy“ bei psychischen Belastungen vor und Noah Lorenz (Gründer & CEO) das digitale Schlaftraining „mementor - somnio“.

Von den zuhörenden Kolleg*innen kritisch hinterfragt wurde vor allem der Aspekt der Datenverwendung, also bspw. die Frage, wie geschützt die Daten der Patient*innen schlussendlich sind. Die beiden Gründer*innen beschrieben, dass es insbesondere dort eine Lücke zu geben scheint, wo Unternehmen wie Google die eigenen Zugriffsmöglichkeiten nutzen und Patient*innen entscheiden müssen, ob sie diesem Zugriff zustimmen. Um dieser Lücke zu begegnen, können Therapeut*innen diesbezüglich aufklären und konkret hierauf hinweisen. Abgesehen von diesem möglichen Risiko wurden die beiden digitalen Angebote sehr gelobt für die psychologischen Ansätze und Ideen, die darin umgesetzt wurden. Sehr positiv empfanden die zuhörenden Kolleg*innen auch, dass der Anwendungsbereich deutlich  abzugrenzen ist vom notwendigen therapeutischen Geschehen. Auch für Patient*innen, die das Online-Angebot ausprobieren und dann doch nicht aktive Nutzer*innen werden, zeichneten die beiden ein verantwortungsvolles Szenario, in welchem dem Kostenträger keine Kosten in Rechnung gestellt werden. Angeboten werden auch Testzugänge.  

Nicht nur die Vorstellung der digitalen Programme, auch die Stellungnahmen beider Gründer*innen zu den detaillierten Fragen der Teilnehmer*innen waren fachlich sehr fundiert. Beide äußerten ein großes Interesse am Austausch mit dem Berufsstand der Psychotherapeut*innen und stellen gerne Informationen bereit.

Dass diese Veranstaltung sehr informativ, anregend und bereichernd war, zeigte sich in dem großen Interesse der Kolleg*innen, die sich drei Stunden aktiv beteiligten, diskutierten und nachfragten. 

Janine Manthey
Landessprecherin Thüringen
DGVT und DGVT-BV  


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