Unser DGVT-Intergremientreffen in diesem Jahr: Die Vielfalt der Gremien zusammenbringen und Zukunft gestalten


Noch vor einigen Monaten gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass sich die Gremien der DGVT und des DGVT-Berufsverbands im Herbst unter den entsprechenden Hygienemaßnahmen in Präsenz treffen können – eine jahrelange Tradition, die in der Vereinsstruktur fest verankert ist. Als sich die Corona-Lage Anfang Herbst erneut zuspitzte, war klar, dass es ein Online-Treffen geben wird. Immerhin, viele unserer ehrenamtlich Aktiven sind mittlerweile geübte Videokonferenzler*innen. So verlief unser Intergremientreffen am 28. November 2020 technisch einwandfrei und die vielzähligen Gremien und Fachgruppen konnten das Zusammenkommen nutzen, um sich darüber auszutauschen, was in diesem Jahr für ihr Gremium besonders war und wie sich die aktuelle Situation der Pandemie auf ihr Gremium ausgewirkt hat. Auch zu der Frage, wo sich das Gremium in 5 Jahren sieht, berichteten die einzelnen Gremien.

 

Der Vorstand der DGVT und des DGVT-BV zeigte auf, welche Planänderungen im Jahr 2020 notwendig waren, um mit der sehr dynamischen Situation umzugehen. Die Mitgliederversammlungen und damit auch die Wahlen konnten nicht wie geplant durchgeführt werden. Die bisherige Zusammensetzung des geschäftsführenden Vorstands veränderte sich insofern, dass  Judith Schild im Frühjahr als Mitglied des geschäftsführenden Vorstands zurückgetreten ist. Die Corona-Pandemie hatte Einfluss auf die großen Veranstaltungen unseres Verbands, wie z.B. die Workshoptagung, die abgesagt werden musste und auch auf eine Vielzahl an Fort- und Weiterbildungen sowie Ausbildungs-Seminaren. Es sind neue, häufig digitale und innovative Formen entstanden, was unser Veranstaltungs-Angebot größtenteils am Laufen hielt.

Die Geschäftsstelle, die in diesem Jahr Waltraud Deubert als langjährige Geschäftsführerin in den Ruhestand verabschiedet hatte, hat nun ein neues Tandem-Geschäftsführerteam mit Aline Schneider und Günter Ruggaber. Auch weitere neue Mitarbeiterinnen sind hinzugekommen, andere haben sich in die Elternzeit verabschiedet. In der DGVT und im DGVT-BV ist  eine positive Entwicklung der Mitgliederzahlen zu verzeichnen. Sehr erfreulich ist, dass die DGVT schon bald ihr zehntausendstes Mitglied begrüßen darf.

Im DGVT-Verlag gibt es zum Jahreswechsel nun auch eine Neuerung in der Leitung. Otmar Koschar wird bald in den Ruhestand verabschiedet und Valerie Pogodda übernimmt die Verlagsleitung ab dem 01.01.2021.

Auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit innerhalb der verschiedenen Fachgruppen und Gremien hatte das Jahr 2020 weitreichende Veränderungen mit sich gebracht. So hatte beispielsweise die Qualitätssicherungskommission noch im letzten Jahr beim Intergremientreffen 2019 in Berlin die Digitalisierung als eines der Schwerpunktthemen benannt. Mit diesem rasanten digitalen Fortschritt im Jahr 2020 hatte dann doch wohl eher niemand gerechnet. Viele der Gremien, ob die PiA-AG, die Fachgruppe Psychosoziale Versorgung, die Fachgruppe Ältere oder die Fachgruppe Frauen, beschäftigt aktuell die Frage der Nachwuchsgewinnung im eigenen Gremium. Auch im Länderrat ist die Nachwuchsgewinnung ein zentrales Thema und sehr relevant für die Kammer- und Landesgruppenarbeit. Der Länderrat beschäftigt sich darüber hinaus auch mit Konzepten der Einarbeitung neuer Landessprecher*innen und Kammerdelegierter bspw. durch Materialien und Einarbeitungsveranstaltungen. Es bleibt also ein Thema des Verbands, sich weiterhin für Ideen und Konzepte zur Nachwuchsgewinnung zu engagieren. Das Intergremientreffen bot auch viele Möglichkeiten der Vernetzung, so wurde beispielsweise Verstärkung für das Forum Beratung gefunden.

Eine große Nachfrage erfährt die DGVT Fort- und Weiterbildung, deren Seminarangebot stetig wächst und zu deren Repertoire nun auch Online-Seminare zählen. Die Aus- und Weiterbildungskommission und das Fort- und Weiterbildungsteam haben in diesem Jahr größten Einsatz gezeigt bei der Aufrechterhaltung des Angebots und den besonderen Anforderung an das Krisenmanagement.

Ein Schwerpunkt des Intergremientreffens war die zukünftige Struktur des heutigen Ausbildungsbereichs. Die Ausbildungsreform erfordert weitreichende Umstrukturierungen im Verband, insbesondere in der Struktur der DGVT-AusbildungsAkademie. Ein erster Entwurf eines Zukunftsmodells wurde beim Intergremientreffen vom Vorstand eingebracht, sozusagen als Auftakt eines Konzeptes, das nun in den verschiedenen Gremien und Bereichen des Verbandes diskutiert und weiterentwickelt werden soll. Der Leitgedanke des Konzeptes liegt darin, die Ausbildung stabil in die Weiterbildung zu überführen und dabei an vorhandenen Ressourcen und Kooperationen anzuknüpfen und diese zu nutzen. Das erfordert, dass sich die AusbildungsAkademie und die Ausbildungsinstitute gut für die Übergangszeit von auslaufender Ausbildung und sich entwickelnder Weiterbildung vorbereiten. Eine der größten Aufgaben, die auf den Verband in den nächsten Jahren zukommt bzw. in der wir uns jetzt schon befinden. Dafür sind die Konzeptentwicklung und das stetige Voranschreiten der Entwicklung von neuen Lösungen primär wichtig. Gleichzeitig ist die DGVT auch auf politischer Ebene aktiv an der Gestaltung des Zukunftsprozesses beteiligt, beispielsweise in Bezug auf die Entwicklung der neuen Musterweiterbildungsordnung, deren aktueller Stand beim Intergremientreffen erläutert wurde.

Die Digitalisierung und die Qualitätssicherung in der psychosozialen Versorgung waren weitere Schwerpunkte des Intergremientreffens. So beschäftigt sich der Verband beispielsweise mit der Telematik, dem elektronischen Heilberufeausweis, dem Patientendaten-Schutzgesetz oder den digitalen Gesundheitsanwendungen. Mit der Videobehandlung haben in diesem Jahr fast 90 % aller Psychotherapeut*innen in Deutschland Erfahrung gesammelt. Damit gehen viele rechtliche Fragestellungen einher, mit denen sich der DGVT-Berufsverband in diesem Jahr intensiv auseinander gesetzt hat. Darüber hinaus gibt es einen regen gemeinsamen Austausch über Mailinglisten, Fachgruppen (insbesondere die Fachgruppe E-Health) und Veranstaltungen. Der Gemeinsame Bundesausschuss ist beauftragt, bis zum 31.12.2022 ein Qualitätssicherungsverfahren für die ambulante psychotherapeutische Versorgung zu beschließen. Zu diesem Thema ist die DGVT in einem internen Austausch sowie in der Mitarbeit im Rahmen einer Arbeitsgruppe des GK II eingebunden.

An alle Teilnehmenden und Mitwirkenden ein ganz herzliches Dankeschön für das sehr gelungene Zusammenkommen der DGVT-Aktiven.

Aline Schneider


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