GESUNDHEITSPOLITISCHE NOTIZEN


Altersarmut breitet sich aus

Die Generation 65 plus ist in Deutschland zunehmend von Altersarmut bedroht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg der Anteil der über 64-Jährigen die gemessen am mittleren Einkommen armutsgefährdet sind, in den vergangenen 15 Jahren um 4,7 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent im Jahr 2019. In keiner anderen Altersgruppe war der Anstieg seit dem Jahr 2005 so groß. Insgesamt stieg die Armutsgefährdungsquote um 1,2 Prozentpunkte auf 15,9 Prozent.

Quelle: G+G, Ausgabe 11/2020, 23. Jg.

 

Bundeskabinett reformiert Betreuungsrecht

Das Bundeskabinett hat den Gesetzesentwurf des Vormundschafts- und Betreuungsrechts auf den Weg gebracht. Damit solle das selbstbestimmte Handeln der Betroffenen gestärkt werden, erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). Das Vormundschafts- und das Betreuungsrecht solle modernisiert und neu strukturiert werden. Im Vormundschaftsrecht sollen die Mündel mit ihren Rechten im Zentrum stehen, zudem sollen die Rechte er Pflegeeltern, bei denen sie aufwachsen, gestärkt werden. Bei den Betreuten sind demnach seine Vorstellungen der zentrale Maßstab für anstehende Entscheidungen. Insgesamt sollen bei der Reform 46 Gesetze angepasst werden.

Weitere Informationen:www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2020/092320_Betreuungs-_und_Vormundschaftsrecht.html

Quelle: Blätter der Wohlfahrtspflege, Ausgabe 6/2020, JG. 167

 

Umfrage: Kinder leiden unter Corona-Pandemie

Eine Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder sehr unter der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen leiden. In der repräsentativen Umfrage unter Erwachsenen ist eine große Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass die Interessen von Kindern hinsichtlich der Corona-Maßnahmen nicht so stark (58 Prozent) oder gar nicht (14 Prozent) berücksichtigt wurden und werden. Die Hälfte der Befragten denkt, dass Gewalt gegen Kinder etwas gestiegen ist und fast 30 Prozent gehen von einem starken Anstieg der Gewalt gegen Kinder aus. Zwei Drittel der Befragten glauben, dass Kinderarmut während der Corona-Krise bislang etwas (43 Prozent) oder stark (21 Prozent) gestiegen ist. In Bezug auf die Bildungschancen von Kindern ist eine Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass diese im Allgemeinen etwas oder sogar stark gesunken sind. In Bezug auf die Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern meinen rund 81 Prozent, dass diese etwas oder stark gesunken sind. Etwa ein Viertel der Befragten glaubt, dass die Interessen von Kindern seit Beginn der Corona-Krise starke bis sehr starke Berücksichtigung finden. Eine große Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist zudem der Meinung, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollten. Für die repräsentative Umfrage zum Weltkindertag 2020 wurden vom Politik- und Sozialforschungsinstitut Forsa im Auftrag des deutschen Kinderhilfswerkes deutschlandweit 1.015 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt.

Weitere Infos: www.dkhw.de/presse/pressemitteilungen/presse-details/repraesentative-umfrage-zum-weltkindertag-am-20-september-2020-kinderinteressen-in-der-corona-krise/

Quelle: Blätter der Wohlfahrtspflege, Ausgabe 6/2020, JG. 167

 

Härtere Strafen für sexuelle Gewalt

Die große Koalition will sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche schärfer bestrafen. Insbesondere wird die Verbreitung von Kinderpornografie härter geahndet. Ein Gesetzentwurf sieht außerdem eine effektivere Strafverfolgung, mehr Prävention und eine bessere Qualifizierung der Justizbehörden vor. Um das Unrecht der Taten klar zu benennen, heißt es künftig im Strafgesetzbuch nicht mehr „sexueller Missbrauch von Kindern“, sondern „sexualisierte Gewalt gegen Kinder“. Familienministerin Franziska Giffey sagte: „Wir alle müssen entschieden gegen Täterinnen und Täter vorgehen, sie angemessen bestrafen und alles dafür tun, dass die Verfahren in der Justiz für betroffene Kinder und Jugendliche so kindgerecht wie es in diesem Rahmen möglich ist gestaltet werden.“

Quelle: G+G, Ausgabe 11/2020, 23. Jg.

 

127.000 Tote durch Tabak pro Jahr

Jährlich sterben in Deutschland 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das geht aus dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung hervor. Tabak und Alkohol richten demnach noch immer mit Abstand den größten gesundheitlichen Schaden an. Die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig wies auch darauf hin, dass Raucher ein doppelt so hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben. Rauchen sei der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Krebs und Diabetes, sagte die CDU-Politikerin. Sie will daher im kommenden Jahr weitere Maßnahmen zum Thema Tabakentwöhnung ergreifen. Die Pandemie schaffe neue Suchtgefahren und stelle gleichzeitig alle Akteure vor „immense Herausforderungen“, sagte die Drogenbeauftragte. Es sei elementar wichtig, dass in der Corona-Krise Beratungsstellen, niedrigschwellige Hilfsangebote und Suchtkliniken für alle Bedürftigen offenblieben.

Quelle: G+G, Ausgabe 12/20, 23. Jg.  

 

Aline Schneider


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