Der Deutsche Psychotherapeutentag hat Regeln für die künftige Weiterbildung von Psychotherapeut*innen beschlossen

Wie die Aus- und Weiterbildung von Psychotherapeut*innen künftig gestaltet sein soll, ist seit Jahren Gegenstand intensiver Diskussionen. Nachdem das Psychotherapeutengesetz im vergangenen Jahr ein universitäres Masterstudium als künftige Grundlage für die Berufsausbildung festgeschrieben hat, trat auch eine darauf basierende neue Approbationsordnung in Kraft. Noch zu beantworten war die Frage, wie die weitere fachliche und zielgruppenspezifische Spezialisierung für Psychotherapeut*innen nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium aussehen soll. Hierüber hat der Deutsche Psychotherapeutentag im April nun bei seiner digital durchgeführten Versammlung Beschluss gefasst.


Hierüber hat der Deutsche Psychotherapeutentag im April nun bei seiner digital durchgeführten Versammlung Beschluss gefasst.

Voraussetzung für eine Kassenzulassung ist danach in Zukunft, dass Absolvent*innen sich nach Studium und Approbation in einer mindestens fünf Jahre umfassenden Weiterbildung zu Fachpsychotherapeut*innen qualifizieren. Eine Spezialisierung ist dabei für die Bereiche Kinder und Jugendliche, Erwachsene oder Neuropsychologische Psychotherapie möglich. In diesem Rahmen findet auch eine „fachliche Spezialisierung auf Grundlage eines wissenschaftlich geprüften und anerkannten psychotherapeutischen Verfahrens“ statt.

Die von den Delegierten des Deutschen Psychotherapeutentags beschlossene Musterweiterbildungsordnung (MWBO) sieht vor, dass Psychotherapeut*innen mindestens zwei Jahre eine Weiterbildung in einer Klinik und mindestens zwei Jahre in einer Ambulanz oder Praxis absolvieren. In einem weiteren Jahr kann eine Qualifizierung für psychotherapeutische Tätigkeiten in institutionellen Bereichen wie der Jugendhilfe oder der somatischen Rehabilitation stattfinden. Die Weiterbildungsphase soll in Voll- oder Teilzeit absolviert werden können. Ein Änderungsantrag, der eine Begrenzung der Weiterbildungsphase auf vier Jahre zum Gegenstand hatte, wurde von den Delegierten mehrheitlich abgelehnt.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) geht davon aus, dass für die Umsetzung jeweils 5000 Stellen für die zweijährige ambulante Weiterbildung in Praxen, Weiterbildungs- und Hochschulschulambulanzen sowie für die stationäre Weiterbildung psychiatrischen, psychosomatischen und Reha-Kliniken benötigt werden. Weitere 2500 Stellen sind nach Berechnung der BPtK für die einjährige Weiterbildung im institutionellen Bereich nötig.

Weitere Informationen zum 38. DPT und Vortragsfolien finden Sie hier.

Der DPT verabschiedete zu zentralen politischen Themen Resolutionen:

„Keine Sanktionen für unverschuldete Verzögerung!“
„Komplexversorgung: Kooperation und Vernetzung“
„Psychische Folgen der Coronapandemie ernst nehmen“
„Mindestvorgaben zur Ausstattung mit Psychotherapeut*innen in Psychiatrie und Psychosomatik fachgerecht umsetzen“
„Qualifiziertes Dolmetschen für Patient*innen in der psychotherapeutischen Behandlung ermöglichen!“.
„Verzicht auf Benchmarking psychotherapeutischer Praxen im GVWG!“


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