Rechenschaftsbericht der Fachgruppe „Psychosoziale Versorgung“ für das Berichtsjahr 2020


Die Fachgruppe psychosoziale Versorgung hat sich Ende 2018 auf Wunsch des DGVT-Vorstands gegründet.

Dialog zur Weiterentwicklung der Hilfen für psychisch kranke Personen – moderiert von der Aktion Psychisch Kranke (APK) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Die Fachgruppe hat sich seit ihrer Gründung schwerpunktmäßig mit dem Dialogprozess der Weiterentwicklung der psychiatrischen, psychotherapeutischen und der psychosozialen Versorgung von psychisch kranken Menschen beschäftigt, der vom Bundesgesundheitsminister Spahn mit dem Ziel, möglichst innerhalb der Legislaturperiode konkrete Gesetzesänderungen zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung zu erhalten, initiiert wurde, und der von der Aktion Psychisch Kranke e. V. (APK) moderiert wird.

2020 haben zwei Dialogforen stattgefunden:

Frühjahr 2020: Zielgruppenspezifische Versorgungsfragen

Herbst 2020: Personenzentrierte Versorgung, Vernetzung und Kooperation

Auch zu dem parallel stattfindenden Prozess zur „Weiterentwicklung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Hilfen und der Prävention seelischer Störungen im Kindes- und Jugendalter in Deutschland - Entwicklung und Abstimmung von Handlungsempfehlungen" hat die Fachgruppe zwei Stellungnahmen abgegeben.

Dabei hat die Fachgruppe ihre Stellungnahmen mit den betroffenen Fachgruppen und Kommissionen der DGVT abgestimmt und dann der APK zur Verfügung gestellt. Mitglieder der Fachgruppe waren bei den Anhörungen zu den Foren vertreten.

Forschungszentren des Bundes für  Psychische Gesundheit von Erwachsenen und für Kinder- und Jugendgesundheit

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Juni 2020 zwei neue Forschungszentren, das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit und das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit ausgeschrieben. Die Fachgruppe hat sich gegenüber der Bundesforschungsministerin in mehreren Schreiben dafür eingesetzt, dass die geplanten Forschungszentren  einen um psychische, psychosoziale und partizipative Aspekte erweiterten Forschungsansatz umsetzen. Die Korrespondenz hierzu finden Sie unter www.dgvt.de/aktuelles/.

Die Auswahl der zwei neuen Deutschen Zentren für Psychische Gesundheit sowie Kinder- und Jugendgesundheit ist in der Zwischenzeit abgeschlossen. Ausführliche Informationen hierzu finden sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter www.bmbf.de.

Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern

Die Fachgruppe beschäftigte sich in ihrer 6. Sitzung im Februar 2020 mit dem Abschlussbericht des AFET zu dem Thema „Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern“. Das BMFSFJ plant ein Projekt, mit dem die Implementation dieser Maßnahmen in die Regelversorgung erprobt und umgesetzt werden soll. Die Fachgruppe wird diesen Implementationsprozess, soweit ihr dies möglich und ermöglicht wird, begleiten.

Intergremientreffen der DGVT am 28. November 2020

Am Intergremientreffen war die Fachgruppe mit Monika Bormann, Waltraud Deubert und Irmgard Vogt vertreten.

Expertenpanel des CARE-FAM-Projektes

Die Idee des Projektes, psychotherapeutische Leistungen für Eltern von Kindern mit seltenen Erkrankungen zu entwickeln und in der Regelversorgung zu implementieren, wird begrüßt. Die Leistungen web-basiert anzubieten, damit auch Eltern, die in der Fläche leben (und damit weit entfernt von einer auf die seltene Erkrankung ihres Kindes spezialisierte Klinik), gut erreicht werden können.

Am ersten Online-Panel dazu hat Susanne Sander von der Fachgruppe KiJu teilgenommen. 

Stellungnahme zu einem Beschlussentwurf des B-GA Ärzte Krankenkassen zur Umsetzung des § 92 Abs. 6b SGB V

§ 92 Abs. 6b SGB V sieht den Aufbau einer strukturierten und koordinierten Versorgung psychisch kranker Menschen mit einem komplexen Versorgungsbedarf vor. Die Fachgruppe hat in einer Stellungnahme zum Beschlussentwurf diese gesetzliche Regelung begrüßt, gleichzeitig in der Präambel aber auch deutlich gemacht, dass es nicht reicht, die bisher im SGB V vorgesehenen Leistungen für chronisch psychisch kranke Personen durch eine verbesserte Zusammenarbeit der Leistungserbringer*innen zielgenauer einzusetzen, sondern dass, wie im Dialogprozess entwickelt, zur Verbesserung der Versorgung chronisch psychisch kranker Menschen auch neue Leistungen wie die ambulante Komplexleistung erforderlich sind.

Konzept für einen wiederkehrenden Jahresbericht der DGVT

In der letzten FG-Sitzung wurden drei mögliche Modelle für einen solchen Bericht diskutiert:

Ein Bericht, der aussagekräftige Zahlen und Daten der psychotherapeutisch/ Psychosozialen Versorgung Jahr für Jahr vorlegt und fortschreibt, um Entwicklungen nachzuzeichnen

Ein (jährlicher?) Bericht mit einem Leit- oder Schwerpunktthema

Ein Mix aus beiden Vorschlägen: die Basisdaten für eine gute psychosoziale/ psychotherapeutische Versorgung und ein jährlich wechselndes Leitthema.

Für weitere Ideen ist die Fachgruppe offen.

Last und least bedankt sich die Fachgruppe bei Aline Schneider für die Unterstützung und Begleitung der Fachgruppe.

Für die Fachgruppe Psychosoziale Versorgung:

Norbert Beck, Monika Bormann, Waltraud Deubert, Antje Neu, Bernhard Scholten, Irmgard Vogt

 

 


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