Rechenschaftsbericht des Länderrats für das Jahr 2020


Der Länderrat tagte im Berichtszeitraum wie folgt: Im Juli 2019 im Rahmen des Weltkongresses in Berlin, im September 2019 in Hannover, im Januar 2020 in Nürnberg, im September 2020 sowie im Januar 2021 online sowie in erweiterter Runde als Länderkonferenz im November 2019 im Rahmen des Intergremientreffens in Berlin, im Juni 2020 sowie im November 2020 und im April 2021 online.

Schwerpunktthemen des Länderrats im Berichtszeitraum waren u.a.: die Konzipierung und Vorbereitung der Klausurtagung für Landessprecher*innen im Herbst 2019 sowie die Entwicklung von Ideen zur Nachwuchsförderung innerhalb unseres Verbandes. Hier wurde zunächst u.a. die Umgestaltung der PiA-Beiträge in den Blick genommen und angeregt, diese Umgestaltung der PiA-Beiträge in einer Task Force mit Blick auf das Gesamtkonzept Mitgliederwerbung zu bearbeiten. Die Nachwuchsförderung soll sich jedoch nicht auf PiA-Beiträge beschränken, hier braucht es ein Gesamtkonzept.

Ein weiteres Thema war die Musterweiterbildungsordnung, der Länderrat regte die Einsetzung einer Arbeitsgruppe an, die aus allen Teilen des Verbandes besteht. Insbesondere erschien es sinnvoll, Kammervertreter*innen miteinzubeziehen, da schlussendlich der DPT die Weiterbildungsordnungen beschließen und die Kammern diese auf Landesebene umsetzen (Landesweiterbildungsordnungen) werden. Die Reform des Psychotherapeutengesetzes generell und damit auch die komplette Neustrukturierung der Aus- und Weiterbildung waren ein zentrales Thema des Länderrats und der Kammerdelegierten. Es ist dem Länderrat / der Länderkonferenz wichtig, den weiteren Entwicklungsprozess der Reform kritisch zu begleiten und dafür Sorge zu tragen, dass unsere Erfahrungen und Kompetenzen darin Beachtung finden.

Ein Thema, das immer wieder aufkam, war die Entschädigung von Ehrenamtlichen. Dieses Thema wurde in der Vergangenheit schon häufig und intensiv in verschiedenen Gremien unseres Verbandes diskutiert. Die Ansätze und Diskussionen der Vergangenheit sind eine wertvolle Grundlage für die aktuelle Diskussion und sollen aufgegriffen werden. Der Länderrat möchte dieses Thema weiter behandeln. Es geht dabei nicht ausschließlich um monetäre und materielle Entschädigung, sondern auch um den Umgang miteinander, Wertschätzung und mehr Klarheit in Strukturen und Abläufen.

Dem Länderrat ist es insgesamt ein Anliegen, neben allgemeinen fach- und gesundheitspolitischen Entwicklungen auch landesbezogene Themen aufzugreifen, eigene Standpunkte zu erarbeiten und diese in die Gremien von DGVT/DGVT-BV und die verbandsinterne Diskussion einzuspeisen. In den Sitzungen des Länderrats und der Länderkonferenz tauscht man sich weiterhin kontinuierlich über die regionalen Aktivitäten sowie Kammeraktivitäten und auch KV-Aktivitäten aus. In vielen Ländern werden regelmäßig Treffen (Landesgruppentreffen, Stammtische) auch mit Wahlen der Landessprecher*innen abgehalten, die den Austausch mit Mitgliedern sowie den Informationsfluss zu den Mitgliedern über unsere Arbeit und Themen ermöglichen. Wo es sinnvoll ist, werden auch gemeinsame Treffen und Veranstaltungen mehrerer Bundesländer angeboten, bei denen dann Fortbildungen zu interessanten und aktuellen Themen angeboten werden.

Veröffentlichungen in den Verbandspublikationen

In unserer Verbandszeitschrift (VPP) sowie im regelmäßig erscheinenden DGVT(-BV)-Newsletter wurden diverse Beiträge von Länderrats- / Länderkonferenzmitgliedern veröffentlicht. Insbesondere im Rahmen der Landesberichte kommentieren die Landessprecher*innen und Kammerdelegierten regelmäßig Entwicklungen in den Psychotherapeutenkammern und in der Region. Es sei diesbezüglich auf die Ausgaben von VPP und Newsletter verwiesen.

Veranstaltungen des Länderrats / der Länderkonferenz

Der Länderrat hat eine Klausurtagung für Landessprecher*innen im Herbst 2019 in Hannover organisiert. Besprochen wurden die Aufgaben, das Leitbild, die Satzung, die Aufgabenteilung und die Kommunikationsstrukturen der Landesgruppen und Landessprecher*innen. Daneben wurde die Geschäftsordnung umrissen und Best-Practice-Modelle gesammelt und besprochen. Da neue und auch erfahrene Landessprecher*innen teilnahmen, entstand hier ein spannender Erfahrungsaustausch, bspw. zu den verschiedenen Konzepten in den Ländern (Stammtische, Veranstaltungen, Mailings, usw.). Eruiert wurde zudem, was in den Landesgruppen gut und was optimierungsbedürftig ist. Im Rahmen der Klausurtagung referierte zum einen Heiner Vogel, der einen eindrucksvollen Einblick in die spannende Historie der Landesgruppenarbeit innerhalb von DGVT und DGVT-BV gab. Zum anderen referierte Werner Hesse (Der Paritätische Gesamtverband) zum Thema „Versammlungsleitung“ bspw. bei regionalen MVs. Bei einem anschließenden Rollenspiel konnte der theoretische Input praktisch umgesetzt werden.

Im Rahmen des virtuellen DGVT-Kongresses im März 2021 organisierte der Länderrat eine Informationsveranstaltung zur Ausbildungsreform / Musterweiterbildungsordnung. Im ersten Referat gab Dr. Andrea Benecke einen Überblick und eine Einordnung der aktuellen Situation der Ausbildungsreform und der Musterweiterbildungsordnung und stellte die verschiedenen Teile der neuen Aus- und Weiterbildung dar. Wolfgang Schreck knüpfte im zweiten Referat an die Musterweiterbildungsordnung für Psychotherapeut*innen an und zeigte dabei neue Perspektiven durch Einbezug der institutionellen Versorgung bei der Weiterbildung auf. Es gab viel Raum für Klärung von Fragen und einen regen Austausch. Die Veranstaltung stieß auf hohe Resonanz (65 Teilnehmer*innen).

Landesgruppen, Landessprecher*innen, regionale Aktivitäten

Die Landesgruppen waren im Berichtszeitraum in vielfältiger Weise gesundheits-und fachpolitisch aktiv. Hinzu kommen als weitere Schwerpunkte die Arbeit in den Landesgruppen und die „Mitgliederpflege“. Der Bedarf, in den Ländern regionale Angebote zu gestalten, ist gestiegen. Die Präsenz von DGVT und DGVT-BV bei den Mitgliedern zu erhöhen sieht der Länderrat als eine seiner Aufgaben an.

Die Landessprecher*innen versuchen, soweit möglich, persönliche Kontakte zu den neu in den Verein eingetretenen Mitgliedern herzustellen und verstehen sich als Ansprechpartner*innen für die DGVT(-BV)-Mitglieder in der jeweiligen Region.

Als Reaktion auf die wegen Corona eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten bei Landesgruppentreffen und Kammergruppentreffen wurden den Landes- und Kammergruppen eigene ZOOM-Räume angeboten, die sie selbst verwalten können und  für die Landesgruppen- und Kammergruppenarbeit frei nutzen. Viele Landessprecher*innen und Kammerdelegierte sind dem Angebot nachgekommen und boten bspw. Landesgruppentreffen und eigene Veranstaltungen virtuell an, was bei den Teilnehmer*innen sehr gut ankommt und ggf. auch nach Corona implementiert werden könnte.

Berichte über weitere regionale Aktivitäten (Mitgliedertreffen / regionale MVen, regionale Newsletter, inhaltliche Aktivitäten der Vertreter*innen in den Landespsychotherapeutenkammern) sind in den entsprechenden Landesberichten in der VPP bzw. im DGVT(-BV)-Newsletter ausführlich dokumentiert.

Im Januar 2020 fand turnusmäßig die Wahl des*der Länderratssprecher*in im Rahmen der Sitzung des Länderrats statt. Alexandra Klich hat nicht mehr als Länderratssprecherin kandidiert. Andreas Böse wurde als neuer Länderratssprecher einstimmig gewählt, Alexandra Klich als Vertretung.

Neu als Landessprecherin gewonnen werden konnte im Berichtszeitraum Anja Ruthemann (Niedersachsen). Herzlich willkommen! Das Amt als Landessprecherin abgegeben haben Renate Hannak-Zeltner (Baden-Württemberg) und Kathrin Müller (Niedersachsen). Herzlichen Dank an Renate und Kathrin für euer Engagement in der Landesgruppenarbeit von DGVT und DGVT-BV!

Landespsychotherapeutenkammern und Bundespsychotherapeutenkammer

Der Länderrat hat sich im vergangenen Jahr intensiv mit der fach- und gesundheitspolitischen Positionierung des Verbands auch in den Psychotherapeutenkammern befasst. Dabei stand die verbandsinterne Diskussion der Themen rund um die Ausbildungsreform sowie die Musterweiterbildungsordnung im Vordergrund.

Kammerwahlen fanden 2019 in NRW und in Hamburg statt. In beiden Ländern konnten sich unsere Kandidat*innen wieder erfolgreich an der Besetzung der Delegiertenversammlung beteiligen. Aus unseren Reihen wurden in den Vorstand in NRW Oliver Kunz und Birgit Wich-Knoten sowie in den Vorstand in Hamburg Thomas Bonnekamp gewählt.

Von NRW zum DPT delegiert wurden Wolfgang Schreck, Wolfgang Schneider, Oliver Kunz und Birgit Wich-Knoten. Aus Hamburg zum DPT delegiert wurde Thomas Bonnekamp. Als Nachrücker ist kürzlich Kay-Uwe Kleine von der OPK zum DPT delegiert worden.

In Niedersachsen lief die Kammerwahl bis Mitte März 2020. Die Kandidat*innen engagierten sich auf der Liste "VT in Kooperation". Für den PP-Bereich gewählt wurden Klaus Ditterich, Alexandra Klich, André Podziemski, Jörg Hermann und Dominik Derer. Für den KJP-Bereich gewählt wurden Janina Fiedler, Melany-Lavinia Moise und Mirja Rößner.

Im Juli 2020 ging die Kammerwahl in Schleswig-Holstein zu Ende. Unsere Kandidat*innen engagierten sich auf der Liste KamOn, welche insgesamt 9 Sitze erhielt und damit einen zusätzlichen Sitz gewinnen konnte.

Wir gratulieren allen Verbandskolleg*innen zur Wahl und bedanken uns bei allen Kandidat*innen für ihr Engagement! Großer Dank geht ebenfalls an alle, die bei der Organisation und Vorbereitung mitgewirkt haben (hier sei auch explizit die Geschäftsstelle genannt).

Aktuell laufen die Kammerwahlkämpfe in Hessen und in Berlin, beide Länder wählen nahezu parallel im Juni 2021.

Danksagung

Ein ganz herzlicher und großer Dank geht an alle Landessprecher*innen, Kammerdelegierten und aktiven DGVT(-BV)-Mitglieder in den Landesgruppen und Kammern, die sich auch in den vergangenen zwei Jahren wieder intensiv im Sinne der Satzungsziele für eine gute psychosoziale Versorgung, Therapieaus- und -weiterbildung und die Weiterentwicklung der damit zusammenhängenden Strukturen und der Verhaltenstherapie eingesetzt haben.

Der Länderrat und die Länderkonferenz wurden seitens des Vorstands durch Judith Schild und als Nachfolger durch Oliver Kunz in ihrer Arbeit begleitet, denen wir an dieser Stelle ebenfalls herzlichst danken möchten.

Ein besonderes Dankeschön geht an die Geschäftsstelle für die Begleitung und Unterstützung unserer Arbeit. Ohne diese Hilfe würden wir unsere Arbeit gar nicht machen können.

Für den Länderrat:
Alexandra Klich und Andreas Böse


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