WHO-Konferenz 'Psychische Gesundheit' in Helsinki

EU erarbeitet Aktionsprogramm zur Seelischen Gesundheit


Markos Kyprianou, Europäischer Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, hat dazu aufgerufen, der psychischen Gesundheit in Europa einen höheren politischen Stellenwert einzuräumen. In einer Rede vor der WHO-Konferenz der Gesundheitsminister zum Thema psychische Gesundheit Mitte Januar dieses Jahres in Helsinki, nannte Kyprianou die psychischen Erkrankungen Europas unsichtbare Killer.

  • Jedes Jahr sterben etwa 58 000 Menschen in der EU durch Selbstmord oder Selbstschädigungen.
  • Dem stehen etwa 50 700 Todesfälle pro Jahr durch Verkehrsunfälle und etwa 5 350 durch Mord oder Totschlag gegenüber.
  • Die meisten Todesfälle stehen mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhang, vor allem mit Depressionen. 15 % der an schweren Depressionen Erkrankten begehen Selbstmord; 56 % versuchen, sich das Leben zu nehmen.

Kyprianou betonte seine Entschlossenheit, dafür zu sorgen, dass die EU mehr zur Förderung der seelischen Gesundheit unternimmt. Die Kommission ist dabei, eine Strategie zur Förderung der seelischen Gesundheit zu erarbeiten.

EU-Aktionsprogramm: Schwerpunkt liegt auf seelischer Gesundheit

Seelische Gesundheit ist einer der Schwerpunkte des Aktionsprogramms der EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit 2003-2008. Die EU finanziert im Rahmen dieses Programms eine Reihe von Projekten, die zum Verständnis der Ursachen psychischer Erkrankungen und zur Ermittlung von Maßnahmen zu deren Prävention beitragen sollen.

Ein Überblick über diese Projekte und weitere damit zusammenhängende Tätigkeiten ist einer neuen Broschüre mit dem Titel Action for Mental Health zu entnehmen. Im Jahre 2004 veröffentlichte die Kommission außerdem Berichte über den Stand der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union und Depressionsbekämpfung.

Diese drei Berichte wurden von den Delegierten auf der Konferenz in Helsinki diskutiert. Die Ergebnisse aus gemeinschaftlich finanzierten Projekten, die Schlussfolgerungen der Konferenz von Helsinki und frühere politische Erörterungen über die seelische Gesundheit auf EU-Ebene werden in eine EU-Strategie für psychische Gesundheit einflieÿen, die von der Kommission derzeit erarbeitet wird. Die Kommission hofft, etwa Mitte dieses Jahres eine Anhörung zu dieser Strategie einleiten zu können.

Weitere Informationen über die Konferenz von Helsinki sind von folgender Website abrufbar: http://www.euro.who.int
Weitere Informationen über EU-Projekte und Berichte über die psychische Gesundheit (u.a. Psychische Gesundheit  Aktionsplan für die Europäische Region der WHO und Psychische Gesundheit  Erklärung für die Europäische Region der WHO) finden Sie ebenfalls auf der angegebenen Webseite. 

Quelle: 'Rosa Beilage' zur VPP 1/2005


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