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Rosa Beilage 1/2016

Aktuelle Studien der DAK und der Barmer GEK

11. Februar 2016
 

DAK-Studie: Die Angst vor Demenzerkrankungen und ihre Ursachen

(ja). Im November 2015 wurden in einer Studie des Forsa-Instituts für die DAK Gesundheit 3.500 Personen in Bezug auf ihre Angst vor verschiedenen Erkrankungen befragt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Befragten am meisten Angst vor einer Krebserkrankung haben (68%). Am zweithäufigsten wurde die Angst vor einer Demenzerkrankung genannt (50%). Die Furcht vor einem Unfall, einem Schlaganfall (jeweils 48%) oder einem Herzinfarkt (41%) ist etwas geringer. Die Angst vor psychischen Erkrankungen kommt mit 30% an siebter Stelle.

Während die Angst vor einer Krebserkrankung bei den jüngeren Befragten am größten ist (73% bei den 14-44-Jährigen) und bei den älteren Personen etwas zurückgeht (60% bei den über 60-Jährigen), zeigt sich bei der Sorge vor Demenz ein umgedrehtes Bild. Hier wächst die Angst mit steigendem Alter (45% bei den jüngeren und 55% bei den älteren Befragten).

Die Befragen gaben an, dass die Sorge vor Demenz daher kommt, dass diese Erkrankung jeden Menschen treffen kann (71%) und die Betroffenen auf Pflege angewiesen sind (70%). 48% der Befragten fürchteten sich am meisten vor einer Demenzerkrankung, weil die Krankheitsfälle so stark anstiegen. 34% nannten Medienberichte als Grund.

Laut DAK leiden aktuell 1,5 Mio. Menschen unter einer Demenz. Es wird erwartet, dass sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf etwa 3 Millionen erhöht. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. lässt sich dieser Anstieg dadurch erklären, dass es aufgrund der demographischen Entwicklung zu mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten kommt.

Dies ist für die psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung durchaus von Bedeutung. Erstens wird die Gerontopsychologie in den nächsten Jahren eine immer bedeutsamere Rolle spielen und zweitens ist anzunehmen, dass die Anzahl der pflegenden Angehörigen steigen wird. Pflegende Angehörige sind starken Belastungen ausgesetzt, die nicht nur körperliche, sondern auch psychische Folgen haben können.

Weitere Informationen finden Sie hier:

www.deutsche-alzheimer.de fileadmin/alz/pdf/factsheets/ infoblatt1_ haeufigkeit_demenzerkrankungen_dalzg.pdf

 

DAK Umfrage: Die Mehrheit der Bevölkerung wünsche sich weniger Stress

(ja). Nach einer aktuellen Befragung der DAK wünscht sich die Mehrheit der Befragten für 2016 weniger Stress. 62% der Befragten nehmen sich für das kommende Jahr vor, gezielt Stress abzubauen oder zu vermeiden. Vor drei Jahren waren es noch 57%.

Dieses Thema scheint vor allem für die 30-59-jährigen bedeutsam zu sein. 70% der Befragten in dieser Altersgruppe gaben an, dass sie 2016 gezielt daran ansetzen möchten. Jede zweite Frau gab an, dass sie sich mehr Zeit für sich selbst nehmen möchte.

Weitere Informationen finden Sie hier:

www.dak.de/dak/download/Forsa-Umfrage-1740646.pdf?

 

Studie der DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen zu den Folgen intensiver Computernutzung bei Jugendlichen 

(ja). Im Auftrag der DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen hat das Forsa-Institut 1.000 Eltern zum Internet- und Computergebrauch ihrer 12-17-jährigen Kinder befragt. Die Ergebnisse der Befragung zeigten, dass viele Jugendliche den Computer und das Internet sehr intensiv nutzen, was in vielen Haushalten zu Problemen führt.

Die durchschnittliche Internetnutzung der Jugendlichen wurde bei einem normalen Werktag auf 2,6 Stunden geschätzt, wobei die Dauer der Internetnutzung mit steigendem Alter auch ansteigt (12-13-Jährige: 2,0 Stunden, 16-17-Jährige: 3,3 Stunden). Am Wochenende sitzen die Jugendlichen im Durchschnitt 3,7 Stunden am Computer. Wieder zeigen sich Unterschiede in Bezug auf das Alter (12-13-Jährige: 3, Stunden, 16-17-Jährige: 4,5 Stunden). Es zeigte sich auch, dass Kinder von Alleinerziehenden im Vergleich zur Gesamtstichprobe länger nutzen (Werktag: 3,4 Stunden, Wochenende: 4,5 Stunden).

Die Jugendlichen verbringen die Zeit vor dem Computer hauptsächlich damit Videos anzusehen, Online- bzw. Computerspiele zu spielen, zu Chatten oder sich in sozialen Netzwerken auszutauschen. Während Jungen die Zeit am häufigsten mit Computer- und Online-Spielen verbringen, nutzen Mädchen das Internet am häufigsten zum Chatten. Die meisten Jugendlichen dürfen spätestens ab 12 Jahren das Internet selbstständig nutzen (ab 10 Jahre: 17%, ab 11 Jahre: 19%, ab 12 Jahre: 28%). Oft werden keine Regeln beim Umgang mit dem Computer und dem Internet vereinbart (51%). Bei Jungen werden häufiger Regeln vereinbart (55%) als bei Mädchen (41%). Gefragt wurde auch nach dem Ort der Nutzung (71% ohne Regelung) und den Inhalt der Nutzung (32% ohne Regelung). 42% der Eltern gaben außerdem an, dass sie zwar Regeln hätten, diese aber nicht „voll und ganz“ umsetzen würden. 

49% der Befragten gaben an, dass ihre Kinder länger online bleiben würden, als sie es sich vorgenommen hätten. 22% der Kinder reagieren ruhelos, launisch, niedergeschlagen und gereizt, sie versuchen die Internetnutzung zu vermindern oder ganz aufzuhören. Ungefähr jedes zehnte Kind verwendet das Internet, um vor Problemen zu fliehen. 11% der Befragten gaben an, dass ihr Kind mehrfach erfolglos versucht hat, die Internetnutzung zu reduzieren. Bei 7% der Kinder gefährdet die Onlinewelt eine wichtige Beziehung oder eine Bildungschance. In jeder dritten Familie sorgt die Internetnutzung manchmal bis häufig für Streit. Dies betrifft vor allem Kinder im Alter zwischen zwölf und dreizehn Jahren. Interessanterweise zeigte sich ein deutlicher Geschlechterunterschied Jungen sind doppelt so häufig betroffen als Mädchen.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die Vermittlung von Medienkompetenz sowohl bei den Eltern als auch bei den Jugendlichen ein guter Ansatz für präventive Maßnahmen wäre. Kindern und Jugendlichen sollte frühzeitig ein sorgsamer Umgang mit dem Computer und dem Internet beigebracht werden, sodass sie potenzielle Risiken auch selbst erkennen können.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.dak.de/dak/bundes-themen/ Internetsucht_im_Kinderzimmer-1728418.html

www.computersuchthilfe.info
www.dak.de/internetsucht


PädExpert: Barmer GEK entwickelt

Telemedizin-System zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen

(ja). Die Barmer GEK hat zusammen mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) PädExpert entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Telemedizin-System, das die Behandlung von Heranwachsenden und Jugendlichen mit chronischen und seltenen Erkrankungen, wie beispielsweise Zöliakie und Rheuma, verbessern soll. Mit PädExpert können niedergelassene Kinder- und Jugendärzte ab sofort einen pädiatrischen Facharzt online zu Rate ziehen, um unklare Diagnosen abzusichern und die Behandlung abzustimmen. Damit sollen sie innerhalb von 24 Stunden die Einschätzung eines Experten/einer Expertin einholen können.

Laut Barmer GEK wurde hierfür ein eigenes IT-Verfahren entwickelt, das einen bestmöglichen Datenschutz garantieren soll. Bei der Übertragung von Anfragen von einem Arzt zum anderen werden die persönlichen Daten des Patienten von den medizinischen Daten vor der verschlüsselten Übertragung getrennt und auf verschiedenen physikalischen Servern in Deutschland gespeichert.

Das Programm wurde in den letzten drei Jahren von Kinder- und Jugendärzten in Bayern getestet und soll im Laufe des Jahres bundesweit verfügbar sein.

Nach Dr. Mani Rafii, Vorstandmitglied der Barmer GEK wird durch PädExpert die medizinische Versorgung optimiert, vor allem auf dem Land, da sich die Versicherten lange Anfahrtswege und Wartezeiten beim Spezialisten sparen können.

Es ist zu vermuten, dass zukünftig vermehrt Angebote dieser Art von den Krankenkassen entwickelt werden. Inwieweit dies tatsächlich zur versprochenen  Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung führt bleibt abzuwarten.

Weitere Informationen finden Sie hier:

presse.barmer-gek.de/barmer/web/Por tale/Presseportal/Subportal/Presseinformatio nen/Aktuelle-Presse-mitteilungen/160107-PaedExpert/PDF-Pressemappe,property=Data.pdf