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bvvp

Aufruf zu Petitionen an den Deutschen Bundestag

16. Januar 2007
 

Freiburg, den 18.11.99

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die ambulante Psychotherapie ist mit dem Psychotherapie-Budget '99, seiner Umsetzung in den KVen, und der bisherigen Weigerung der Krankenkassen zur Budgetaufstockung in einem Maße bedroht wie nie zuvor:

Bei einem - bundesweit gemitteltem Punktwert von unter 5 Pf im Jahr '99 beträgt bei Vollauslastung mit GKV-Patienten (30 Behandlungsstunden bzw. 45 Arbeitsstunden pro Woche) im Schnitt unser Brutto-Einkommen '99: 26 000;- bis 36 000,-DM

Nach Abzug von Krankenversicherungsbeiträgen und angemessener Altersvorsorge bleibt uns buchstäblich nichts für den Lebensunterhalt übrig. In den neuen Bundesländern ist die Situation noch krasser: dort erwirtschaftet man mit vollerm Praxisbetrieb bereits Schulden.

Wir haben zwar zwei wichtige BSG-Urteile erwirkt, die längerfristig uns bei unserem Bemühen um existenzsichernde Honorare helfen werden, jedoch ist die Situation so akut bedrohlich geworden, daß uns für ein Erstreiten unseres Rechtes für das Jahr '99 und folgende mit Hilfe der Urteile keine Zeit mehr bleibt: Viele Praxen stehen schon jetzt vor dem Konkurs - für sie kommt eine Hilfe in 1-2 Jahren zu spät.

Auch das von der Koalition vorgesehene Gebot einer angemessenen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen bei der Honorarverteilung ( in SGB V § 87a) ab 2000 wird im Falle der Verabschiedung des Gesundheitsreform -2000-Gesetzes sich frühestens in der 2.Jahreshälfte 2000 auswirken, bei Verzögerung der Verabschiedung oder Verzögerung der Umsetzung durch die KVen erst Ende des Jahres 2000 oder sogar erst in 2001. Mit anderen Worten, auch diese geplante Gesetzesregelung kann nicht den Konkurs eines Großteils unserer Praxen rechtzeitig aufhalten.

Wir sehen daher als vorerst letztes Mittel Petitionen an den Deutschen Bundestag von einer möglichst großen Zahl von Psychotherapeuten.

Wir greifen mit diesem Aufruf die erfolgreiche Petition des BVVP-Bayern auf, die mit über 2000 Petenten nicht nur ein unübergehbares Zeichen gesetzt hat, sondern für '99 die Schaffung eines Notpunktwertes in der KV Bayern und die Weiterleitung der Petitionen an den Bundestag erreicht hat.

Damit die Petition auch beim Bundestag den überlebenswichtigen Erfolg haben kann, braucht es jetzt die Teilnahme der Psychotherapeuten aller KVen. Die Beteiligung möglichst vieler Psychotherapeuten ist dabei für das Anliegen von ausschlaggebender Bedeutung. Da nur eine durch die Petition zu befördernde rasche Korrektur für das laufende Jahr 1999 Abhlife schaffen kann und bisher keine durchschlagende Hilfe in Sicht ist, hängt der Fortbestand unserer Berufsgruppe von Ihrem Engagement wesentlich mit ab:
bitte beteiligen Sie sich!

Ihre Petition sollte aus 2 Teilen bestehen:
den allgemeinen Teil haben wir für Sie vorbereitet und in der Anlage beigefügt.
Bitte fügen Sie daran ihren persönlichen Teil, die Darstellung ihrer individuellen Situation bei.