Bericht der Landesgruppe Baden Württemberg ('Rosa Beilage' zur VPP 1/2002)
Zunächst die neuesten Nachrichten aus der Kammer.
Am 18. Januar fand die konstituierende Sitzung der Vertreterversammlung der Kammer statt. Sozialminister Repnik hielt ein Grußwort, in dem er auf die wichtige Aufgabe der Kammer bei der Qualitätssicherung psychotherapeutischer Berufsausübung hinwies. Unter anderen hat er zugesagt, dass er sich noch innerhalb seiner Amtszeit dafür einsetzen will, die gesetzlichen Vorgaben für die Aufgaben der Psychotherapeutenkammer um die Verantwortung für die Fort- und Weiterbildung zu erweitern.
Die wichtigsten Schritte für die Funktionsfähigkeit der Kammer sind die Wahl eines Vorstandes und die Besetzung der gesetzlich vorgeschrieben Ausschüsse. Als Vorstand wurde zunächst mit großer Mehrheit gewählt:
- Detlev Kommer (Kammerpräsident)
- Siegfried Schmieder (Vizepräsident)
- Dr. Thomas Fydrich (Rechnungsführer)
- Trudi Raymann (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten-Vertreterin)
- Mareke Sandos Dot (Beisitzerin)
Wir gratulieren dem neuen Vorstand herzlich zur Wahl !
Im weiteren wurden die Ausschüsse der Kammer behandelt. Von Seiten der Satzung der Psychotherapeutenkammer sind vier Ausschüsse vorgesehen: Umlageauschuss, Berufsordnungsausschuss, Aus-, Fort- und Weiterbildungsausschuss sowie ein Ausschuss für Fragen der Qualitätssicherung.
Von seitens der Gemeinsamen Liste hält man die Ausschüsse nicht für ausreichend, um die vielfältigen Interessen der Kammermitglieder zu vertreten. Es wurde vorgeschlagen, folgende weitere Ausschüsse einzurichten:
- Ein Ausschuss für Psychotherapie in Institutionen. Hier sollen die Interessen der angestellten PsychologInnen aus den verschieden Institutionen wie Kliniken, Heim, Beratungsstellen, Strafvollzug usw. behandelt und vertreten werden. Ferner wurde
- ein Ausschuss der ambulanten Psychotherapie beantragt. Hier geht es um die Anliegen der ambulant tätigen PsychologInnen. Schließlich
- ein Ausschuss für die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen.
Die Vertreterversammlung genehmigte den Antrag zur Einrichtung der weiteren Ausschüsse. Die personelle Größe und Besetzung werden in der nächsten Vertreterversammlung am 23.02.02 behandelt.
Der Haushaltsplan für 2002 ist der nächste wichtige Schritt für die Funktionsfähigkeit der Kammer und wird vom Umlageauschuss entwickelt. Deshalb musste dieser Ausschuss noch in der ersten Vertreterversammlung gewählt werden. Der Umlageauschuss hat die Aufgabe, unabhängig vom Vorstand den Haushaltsplan zu erstellen und der Vertreterversammlung zur Abstimmung vorzulegen. Neben der Kalkulation der einzelnen Haushaltspositionen werden hier Vorschläge erarbeitet für die zukünftige Kammerbeitragsstaffelung. Es wurde folgende Besetzung des Umlageausschusses (Finanzausschuss) gewählt:
- Ralf Adam (Auschussvorsitzender), Frau Steglich (Stellvertretende Vorsitzende), Herr Feyerabend, Herr Koch und Herr Hölle.
Bei der Wahl der Vertreterversammlung der Kammer, war, wie wir bereits mitgeteilt hatten, keine DGVT-KandidatIn in die Vertreterversammlung gewählt worden. Für die Auschüsse gilt, dass die TeilnehmerInnen nicht unbedingt KammervertreterInnen sein müssen, sondern nach Qualifikation und Kompetenzen ausgesucht werden können. Hier ergibt sich die Gelegenheit, einige VertreterInnen der DGVT zu platzieren, wie es am Beispiel von Ralf Adam im Umlageauschuss deutlich wurde. Es wird somit doch Möglichkeiten geben, DGVT-Positionen in die Kammerarbeit hinein zutragen.
Insgesamt ist zu beobachten, dass die Angestellten trotz ihren hohen Anteils bei den Kammermitgliedern in der Vertreterversammlung nur gering vertreten sind. Hier gilt es, in der Kammerarbeit darauf zu achten, wie die Interessen der angestellten Psychologen in der Kammerarbeit berücksichtigt werden.
Eine neue Entwicklung, die sich im Angestelltenbereich anbahnt, ist die "Privatisierung" der Zentren für Psychiatrie. Die Zentren für Psychiatrie werden in ihrer Rechtsform in eine Holdinggesellschaft, einer gGmbH, umgewandelt. Diese Entwicklung wird mit der Zeit auch einen Einfluss auf die therapeutische Arbeit und die psychotherapeutische Versorgung der Patienten haben. Hinzu kommen die sozial tariflichen Veränderungen für die angestellten Psychologen. Hier ist die Landesgruppe aufgerufen, schnell Veränderungen zu erfassen und darauf zu reagieren und entsprechende Konzepte zu entwickeln und in die Diskussion zubringen.
Neues aus dem APAS, dem mit der DGVT kooperierenden Ausbildungszentrum für Psychotherapie:
Der südwürttembergische Verbund der Zentren für Psychiatrie hat sich dazu entschlossen, allen AusbildungsteilnehmerInnen eine Praktikumsvergütung zu zahlen (400 DM pro Monat).
Aus dem Arbeitsbereich "Sucht"
Das Sozialministerium Baden-Württemberg informiert, dass es nun ein Neuauflage des Einrichtungsverzeichnisses der Suchthilfe in BW gibt. In dem Verzeichnis sind u.a. alle Suchtberatungsstellen, alle Fachkliniken und spezialisierte Heime aufgeführt. Der Praktiker hat damit einen Wegweiser zur Information und Weitervermittlung zur Hand, beziehungsweise im PC: Die Broschüre ist im Internet unter www.sm.bwl.de zu finden.
Übrigens, fast alle Kostenträger der "ambulanten Rehabilitation Sucht" erstatten nun 46 Euro pro Behandlungseinheit innerhalb der ambulanten Rehabilitation (Einzel- oder Gruppenbehandlung). Damit werden die Leistungen der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstellen (PSBs) bei der ambulanten Entwöhnungsbehandlung von suchtkranken Menschen etwas besser honoriert.