Bericht der Landesgruppe Baden-Württemberg ('Rosa Beilage' zur VPP 1/2007)
Deutsche Bahn: Was hat die Bahn mit den Anliegen der DGVT zu tun? Welchen Einfluss hat sie auf Psychotherapie und Gesundheitswesen? Als Mitglieder eines zukunftsorientierten Fachverbands finden wir den Öffentlichen Verkehr (ÖV) und damit die Möglichkeit einer ressourcenschonenden Mobilität unterstützenswert. Ab Juni 2007 werden entgegen unserer Haltung etliche Nahverkehrszüge in Baden-Württemberg (BW) aus dem Fahrplan genommen, obwohl die Züge in der Regel gut besetzt verkehren. Hintergrund dieser Maßnahmen sind Kürzungen der Zuschüsse des Bundes. So wird beispielsweise die Verbindung Horb/Tübingen/Stuttgart seltener bedient.
Und es geht weiter mit der Bahn. Von CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla (Stuttgarter Zeitung vom 9.1.07) wird der neue Stuttgarter Hauptbahnhof (Projekt Stuttgart 21) an die Gesundheitsreform geknüpft. Das wäre doch zu schön, die Landesregierung Baden-Württembergs gibt ihre Bedenken wegen zu erwartender, überproportionaler finanzieller Belastungen des Landes im Zuge der Gesundheitsreform auf und stimmt der Reform im Bundesrat zu, und wenig später gibt das Bundesverkehrsministerium seine finanzielle Unterstützung am Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs bekannt. Dieser (suggerierte) Zusammenhang wurde sofort zurückgenommen, so ein Kuhhandel hätte mit verantwortlicher Politik wenig zu tun.
Wer sich für das Projekt Stuttgart 21 interessiert, kann im Turm des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes eine Ausstellung dazu besuchen (Eintritt frei).
Ein interessantes Projekt, allerdings, die hohen Kosten, die derzeit schon in der Planungsphase von Stuttgart 21 anfallen, schränken an anderen Stellen die Handlungsfähigkeit der Region ein.
Sozialpsychiatrischer Dienst: Die neuen Verwaltungsvorschriften zur Förderung der Sozialpsychiatrischen Dienste gelten ab 1.1.2007 und bringen einen Systemwechsel in der Förderung. Eine ausführliche Darstellung und erste Bewertungen sind für die nächste Ausgabe der Rosa Beilage geplant. Weitere Informationen: http://www.sozialministerium-bw.de/
Landeskammer: Eine Zusammenfassung der Inhalte der Vertreterversammlung vom Dezember 06 erscheint wie üblich im Psychotherapeutenjournal (PTJ) oder ist auf der Homepage der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg (LPK-BW: http://www.lpk-bw.de/) zu finden.
Ein Grundsatzbeschluss über die Grundlagen einer neuen Beitragsordnung wurde von der Vertreterversammlung verabschiedet. Bislang gab es in der LPK-BW einen Einheitsbeitrag, der nur wenige Reduktionsmöglichkeiten vorsah. Der verabschiedete Beschluss sieht vor, den Kammerbeitrag bei diesem Einheitsbeitrag zu belassen, allerdings sollen die Reduktionsmöglichkeiten für einzelne Untergruppierungen genauer formuliert werden.
Der Landespsychotherapeutentag der LPK-BW soll diesmal Themen der angestellten PsychotherapeutInnen in den Mittelpunkt stellen. Das genaue Programm folgt.
Heroinmodellversuch: Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe hat sich für eine Weiterführung der Diamorphinvergabe für schwerstabhängige Betroffene eingesetzt. Nun hat die Bundestagsfraktion der CDU/CSU endlich doch eingelenkt, die Gesetzesvorlage als Voraussetzung für eine Weiterführung der Modellprojekte, nicht weiter zu blockieren. Das Einlenken ist jedoch an die Forderung der Union geknüpft, dass Diamorphin nicht als Arznei für Süchtige zugelassen werden darf. In Ausgabe 4/2006 der Rosa Beilage wurde bereits über das drohende Aus für die Modellprojekte in den beteiligten sieben deutschen Städten berichtet. Es ist erfreulich, dass weiterhin die Möglichkeit besteht, Schwerstkranken eine sinnvolle Lebensperspektive zu eröffnen. Besonders Heroinabhängige mit komorbiden Erkrankungen wie einer Schizophrenie können sich unter dem Angebot und auch durch die dann mögliche psychosoziale Betreuung stabilisieren.
Landesgruppentreffen: Das nächste Treffen der Landesgruppe ist für Ende September geplant. Genaueres folgt mit der nächsten Ausgabe der Rosa Beilage. Als Themen sind Berichte und Diskussionen zu aktuellen sozial- und gesundheitspolitischen Fragen, zur Kassenärztlichen Vereinigung und zur Kammer geplant.
Kontakt: baden-wuerttemberg@dgvt.de