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Rosa Beilage 1/2016

Bericht der Landesgruppe Niedersachsen (Rosa Beilage zur VPP 1/2016)

11. Februar 2016
 

Mitgliederversammlung der Landes-gruppe Niedersachsen am 21.11.2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein Jahr vor dieser Mitgliederversammlung habe ich die Damalige noch als teilnehmendes Mitglied erlebt und nach vorne geschaut. Dieses Mal ging die Sicht in die andere Richtung. Perspektivenwechsel können schon spannend sein!

Wir organisierten die Mitgliederversammlung 2015 wieder im Stephansstift in Hannover und begannen mit einem Workshop zum Thema „Soziale Netzwerke und Psychotherapie - Kann denn Facebook hilfreich sein?“. Für dieses Thema konnten wir Prof. Dr. Michael Borg-Laufs von der Hochschule Niederrhein (Krefeld) gewinnen, der seit Jahren den Bereich der Sozialen Medien erforscht und sich intensiv mit sozialen Netzwerken (SNS) auseinander setzt. Michael Borg-Laufs hat es zusammen mit den Teilnehmern geschafft den Workshop über einen lebendigen Mix aus Wissensvermittlung, Erfahrungsaustausch und Diskussion zu gestalten. Dabei vertrat er den Standpunkt, dass soziale Netzwerke mittlerweile fester Bestandteil der Gesellschaft sind und akzeptiert werden müssen. Eine rein kritische Haltung gehe am Leben der Menschen, mit denen wir arbeiten, vorbei und sei auch für therapeutische Beziehungen schwierig. Allerdings hatten fast alle Teilnehmer Erfahrungen mit sozialen Netzwerken und nutzen diese selber regelmäßig. Somit gab es wenig grundsätzliche Kritik an den SNS, für einige Wenige zu wenig. Ich hatte den Eindruck, dass dafür einige KollegInnen erleichtert über die akzeptierende Haltung waren, denn häufig wird gerade im psychosozialen Bereich die Nutzung von Computer, Handy, Internet und sozialen Medien unter den Aspekten von Sucht und sozialer Isolierung im „echten Leben“ betrachtet und die potentiellen positiven Auswirkungen werden vernachlässigt. Auch hier zeigte sich, dass Perspektivenwechsel spannend sein können!

Nach einer kurzen Pause begannen wir dann mit der Mitgliederversammlung. Alexandra Klich begann mit einen Überblick über den DGVT-Verein sowie den DGVT-Berufsverband, und berichtete über die Arbeit in der Landesgruppe Niedersachsen. Die Themen, mit denen sich die Landesgruppe aktuell beschäftigt sind u.a. „Ausbildungsreform“, „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, „Praxiswertermittlung“, „Honorare im kassenärztlichem System“ und das „Versorgungsstärkungsgesetz“.

Aber die Landesgruppe ist offen für neue Themen. Wenn Du also ein Thema hast, das Dich interessiert, kannst Du Dich gerne an der Landesgruppenarbeit beteiligen und Deine eigenen Themen einbringen oder an den Vorhandenen mitarbeiten! Natürlich im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten, die Du Dir vorstellst. Wir freuen uns immer über interessierte Kollegen und Kolleginnen, die einen Perspektivenwechsel für spannend halten! Erreichen kannst Du uns über: niedersachsen@dgvt.de

Alexandra Klich, Susanne Ehrhorn und Michael Lingen berichteten aus der niedersächsischen Psychotherapeutenkammer (PKN). Bei den Wahlen zu PKN haben wir erfolgreich abgeschnitten und einen Sitz mehr errungen. Somit sind wir mit 6 PP und 3 KJP in der Kammer vertreten. Die Funktionen und Besetzungen der Ausschüsse und Kommissionen durch unsere VertreterInnen können auf der Homepage der PKN nachgelesen werden. Herauszuheben ist, dass unsere Liste mit Jörg Hermann ein Vorstandsmitglied in der PKN stellt und sich Eric Leibing, Alexandra Klich und Susanne Ehrhorn die Aufgaben als unsere Delegierten auf dem DPT teilen. Hervorheben möchte ich auch Michaels Bericht, dass unsere Kammerdelegierten erfolgreich für einen stabilen Kammerbeitrag 2016 eingetreten sind.

Die Diskussion mit den Mitgliedern über ihre Anliegen an die Landesgruppe und die Kammerdelegierten ergab zahlreiche, zum Teil gemeinsame Themen. Neben den Wünschen nach Seminaren zur beruflichen Zukunft (Approbation was nun? Neuapprobierte, Niederlassung, Praxisstart, unabhängige Informationen über Versicherungen) und zu professionellem Datenschutz soll das Thema „Finanzierung der Ausbildungsreform“ endlich transparenter angegangen werden. Das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ soll stärker in der Arbeit auf Landes- und Kammerebene berücksichtigt werden; eine Unterstützung im Bereich Entlastungsassistenz gegenüber der KV sowie eine Verbesserung der Zusammenarbeit der PKN mit der niedersächsischen Ärztekammer  wurden gewünscht. Von der Kammer im Speziellen wird mehr Mitgliedernähe (Infos und Beratung) und eine Unterstützung im Bereich Assistenzen gegenüber der KV erwartet. Insbesondere wurde eine Verhinderung der Inflation curricularer Weiterbildungen gefordert.

Im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und der Gesundheitspolitik gibt es seit einiger Zeit viel Bewegung. Endlich gab es im Honorarbereich eine Bewegung, auch wenn das Ergebnis nicht akzeptabel ist. Die beschlossenen Honorarerhöhungen entsprechen nicht der vom BSG in verschiedenen Urteilen geforderten gerechten Honoraranpassung und wir müssen weiter kämpfen. Zu dieser aktuellen Situation habe ich die KollegInnen mit einem, eigentlich viel zu kurzen, Vortrag informiert. Tatsache ist, dass wir als Niedergelassene weiterhin Widerspruch gegen die Honorarbescheide einlegen müssen, um unsere Interessen weiter wahren zu können. Hierzu stellt der DGVT-BV für die verschiedenen Bundesländer Widerspruchstexte zur Verfügung, die von unserer Juristin Kerstin Burgdorf auf dem aktuellen Stand gehalten werden.

Honorargerechtigkeit, psychotherapeutische Sprechstunde und Terminvergabestelle - es gibt viele Themen, auf die wir über die KV Einfluss nehmen müssen. In 2016 werden wir bundesweit KV-Wahlen haben. In Niedersachsen wird die Wahl voraussichtlich im November 2016 stattfinden. Petra Voges ist aktuell unsere Vertreterin in der Vertreterversammlung (VV) der KV, und wir wollen auch in der zukünftigen VV vertreten sein. Hierzu befinden wir uns in Wahlvorbereitungen. Aber wir können nur erfolgreich sein, wenn Ihr Mitglieder uns helft! Wir werden euch über die Vorbereitungen informieren und bitten euch, dass Ihr unsere KandidatInnen unterstützt, indem ihr sie wählt und auch selbst im KollegInnenkreis für sie werbt. JEDE STIMME ZÄHLT!

Alexandra und Susanne informierten anschließend über verschiedene anstehende Veranstaltungen. Der 29. DGVT-Kongress mit dem Titel „The Dark Side of the Moon“ findet vom 24.-28. Februar 2016 in Berlin statt. Auf der DGVT-Homepage gibt es hierzu mehr Infos. Susanne berichtete über das anstehende BPtK-Symposium „Was ist eine Praxis wert"  und stellte den aktuellen Stand der Diskussion zur Praxiswertermittlung dar.

Am Ende stand noch die neue Landessprecherwahl an, mit deren Leitung ich von der Versammlung beauftragt wurde. Die Amtszeit von Susanne Ehrhorn lief aus und Susanne hatte sich aus familiären Gründen dazu entschlossen, zunächst etwas kürzer zu treten. Wir bedanken uns ganz herzlich für ihre Jahre lange engagierte Arbeit im LS-Team! Mit Tatjana Rieger wurde einstimmig eine Nachfolgerin gewählt, die bereits länger in der Landesgruppe engagiert mitgearbeitet hatte und die wir herzlich im Landessprecherteam begrüßen!

André Podziemski
Landessprecher Niedersachsen
Kontakt:
niedersachsen@dgvt.de;
niedersachsen@dgvt-bv.de