Bericht der Landesgruppe Schleswig-Holstein (Rosa Beilage zur VPP 04/2012)
Die Landesgruppe Schleswig-Holstein traf sich am 1. November in Rendsburg – erstmals fand eine gemeinsame Mitgliederversammlung der DGVT und des neu gegründeten DGVT-Berufsverbands (DGVT-BV) statt.
Drei Themen standen auf der Tagesordnung
Thema 1: Der neue DGVT-Berufsverband Psychosoziale Berufe: Perspektiven und Positionierung im Gesundheitswesen. In einer regen Diskussion wurde deutlich, dass wir mehr Mitglieder für den DGVT-BV interessieren möchten und wir eine größere Multiprofessionalität der Berufsgruppen erreichen wollen. Besonders betont wurde der Aspekt der Benefits. Es wurden Ideen generiert, die weiter diskutiert werden sollen, vorgesehen ist eine engere Einbindung aller Mitglieder.
Thema 2: Reform der Psychotherapieausbildung: Welches Modell ist das richtige? Zum Thema Ausbildungsreform ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Aktuell positioniert sich die DGVT in einer Stellungnahme gegen die Einführung einer Direktausbildung ohne vorherige Modellphase. Bei unserem Treffen gab es keinen Konsens bezüglich der richtigen Ausbildung. In unserer Landesgruppe wird die Einführung einer Psychotherapie-Direktausbildung an den Universitäten nicht grundsätzlich abgelehnt. Als positiven Aspekt wird dabei der Abschluss des Studiums mit einer Approbation gesehen. Als kritisch wird u.a. die staatliche Reglementierung, z.B. bei der Festlegung der Anzahl von Studienplätzen, gesehen. Aktuell ist von einer Änderung der Psychotherapieausbildung in dieser Legislaturperiode wohl nicht mehr auszugehen.
Thema 3: Weiterbildung Neuropsychologie: Welche Auswirkungen sind zu erwarten? Als Einstieg zu dem Thema empfiehlt sich der Beitrag unserer Landesgruppe in der Rosa Beilage 2/2012. Bernd Schäfer, Vizepräsident der Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein, berichtete darüber, dass ein Curriculum für eine Weiterbildungsregelung für Neuropsychologie noch nicht verabschiedet sei. Ziel des Kammervorstandes der PKSH sei es, eine „abgespeckte“ Weiterbildungsregelung durchzusetzen, die von der Musterweiterbildungsregelung der BPtK deutlich abweiche. Es bleibt spannend!
Bernd Schäfer informierte weiter darüber, dass der G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) die Fortbildungspflicht für Psychotherapeuten und Fachärzte im Krankenhaus neu geregelt hat (vgl. auch den Bericht auf der Homepage der BPtK).
Nächstes Treffen
Wer Lust und Interesse hat, diese Themen weiter zu diskutieren, ist zu unserem nächsten Treffen am Donnerstag, 7.3.2012, um 19.00 Uhr im Gasthof Paradiso in Weede sehr herzlich eingeladen.
Verabschiedung von Prof. Rechlin in der imland Klinik Rendsburg
Am 18.8.2012 wurde der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik der imland Klinik Rendsburg nach zwölfjähriger Tätigkeit verabschiedet. Der Kreis Rendsburg- Eckernförde liegt im Herzen von Schleswig Holstein und hat ca. 270.000 Einwohner. Die Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik stellt die Pflichtversorgung im Kreis sicher. Der psychiatrischen Klinik mit 110 Betten sind zwei Psychiatrische Tageskliniken in Rendsburg und in Eckernförde und eine Psychiatrische Institutsambulanz angegliedert.
Zum Abschied des Chefarztes fand ein Symposium statt. In den Grußworten von Vertretern des Aufsichtsrat der imland Klinik, der psychosozialen Vereine Brücke e.V. und Tiede e.V., dem 5 K-Verbund und dem ambulant tätigen Psychiatern in RD, wurde Rechlins Arbeit gewürdigt.
Die stationäre psychiatrische Versorgung im Kreis Rendsburg gestaltete sich bis zum Jahr 2000 wenig gemeindenah. Bewohner, die südlich des Kanals wohnten, wurden in der Klinik in Heilighafen behandelt (verbunden mit einem Weg von über 100 km), Patienten die nördlich vom Kanal wohnten, in die Klinik von Schleswig (verbunden mit einem Fahrweg von ca. 40 km). Durch die Eröffnung der Psychiatrischen Klinik im Jahr 2000 in Rendsburg, konnte eine gemeindenahe Psychiatrie aufgebaut werden. Aktuell werden ca. 2.500 Patienten jährlich stationär in der Klinik behandelt.
Zu dem Symposium waren zwei Referenten eingeladen. Der Berliner Philosoph Christian Kuppke hielt einen Vortrag zu dem Thema „Der Begriff der Zeit in der Psychopathologie“. Dr. med. Walter Thomas Kanzow, FA für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie in eigener Praxis und auch als externer Supervisor in der imland Klinik tätig, hielt einen Vortrag zum Thema „Suizidalität“.
Prof. Rechlin ist seit dem 1.10.2012 ärztlicher Direktor an der Vitos-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Heppenheim an der hessischen Bergstraße.
Detlef Deutschmann, Bernd Schäfer, Claudia Tiefert, Patrick Will
LandessprecherInnen Schleswig-Holstein
Kontakt: schleswig-holstein@dgvt.de