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VPP 1/2011

Bericht vom DGVT-Intergremientreffen am 4.12.2010 in Bonn

28. Februar 2011
 

Kurzbericht

Beim Intergremientreffen Anfang Dezember in Bonn wurden naturgemäß alle Themen angeschnitten, die im Augenblick in der DGVT aktuell sind: Die Gründung der AusbildungsAkademie, die geplante Satzungsänderung, die Reform der Psychotherapie-Ausbildung, die Mitgliederentwicklung u.v.m. Es berichteten der Vorstand, die Kommissionen und die Fachgruppen sowie die MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle über ihre Aktivitäten.

Die DGVT ist auf Wachstumskurs, informierten Waltraud Deubert und Günter Ruggaber von der Geschäftstelle in Tübingen. Ende Dezember 2010 betrug die Zahl der Mitglieder 6037. Das sind 7,5% mehr als im Vorjahr. Auch wenn (noch) kein akuter Handlungsbedarf besteht, wurde darüber diskutiert, wie die Mitgliederwerbung verbessert werden könnte. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Internet-Auftritt: Außenstehenden sollen sich die Aktivitäten des Vereins leichter erschließen. Deshalb werden nun die Kommissionen und die Fachgruppen besser auf der Homepage präsentiert.

Nach den Worten von Kerstin Burgdorf (Geschäftsstelle Tübingen) ist die Regionalisierung innerhalb der DGVT gelungen. In allen Ländern haben sich Landesgruppen gebildet, die bei ihren Treffen aktuelle Themen diskutieren. In den Landespsychotherapeutenkammern ist der Anteil der DGVT-Delegierten, wie die Statistik zeigt, gestiegen.

Den Länderrat hat sich nach den Worten ihres Sprechers Bernd Schäfer im vergangenen Jahr vor allem mit dem Thema „Europa“ beschäftigt. Neues Schwerpunktthema ist die „psychosoziale Versorgung von MigrantInnen“. Die Reform der Psychotherapie-Ausbildung und die Musterweiterbildungsordnung waren weitere aktuelle Fragen, die der Länderrat behandelte.

Die Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung regte an, mit dem Gender-Aspekt verstärkt zu werben: Die Tatsache, dass DGVT-Frauen bei Kammerwahlen gut abschneiden, sollte mehr in den Vordergrund gerückt werden. Die Fachgruppe plant für den 7. Oktober 2011 eine Fachtagung zum Thema „Sexuelle Übergriffe in der Therapie“ und will in Bezug auf die erste Tagung zu diesem Thema vor 20 Jahren Bilanz ziehen, aber auch einen Ausblick geben, was zukünftig noch getan werden muss.

Das Forum Beratung ist damit beschäftigt, die Frankfurter Erklärung (Papier zum Diskurs über Beratung) zu überarbeiten: Es werden neue Themen aufgenommen wie die Online-Beratung und Zwangsberatung. Im Oktober 2011 soll es ein Dialogforum geben, bei dem der Stellenwert der Beratung innerhalb der DGVT festgelegt wird.

Günter Ruggaber berichtete über die Gründung der DGVT-AusbildungsAkademie (formaljuristisch eine gemeinnützigen GmbH) im Oktober 1010. Die DGVT hält 51% der Anteile, die Ausbildungszentren zusammen 49%. Günter Ruggaber und Waltraud Deubert fungieren als Geschäftsführer (siehe hierzu den separaten Bericht).

Im Bereich Fort- und Weiterbildung ist einiges im Fluss, berichtete Anke Heier von der Geschäftsstelle. Eine Frage ist, inwieweit die Fort- und Weiterbildungsseminare von DGVT und afp durch die Hochschulreform aufgrund des Bologna-Prozesses eine Neuausrichtung erfahren sollten. Eine weitere Frage war, ob die Angebote auf einen breiteren Interessentenkreis zugeschnitten werden sollen. Organisatorisch soll die afp wieder der DGVT angenähert werden. Die DGVT als „Dachmarke“ soll wieder stärker in den Vordergrund treten.

Ein wichtiges Thema für die DGVT ist, ob nach der Akademiegründung die Vereinsgremien und -aufgaben noch in der derzeitigen Struktur effektiv abgebildet werden. Wie die Mitwirkung der Ausbildungszentren in der DGVT geregelt werden soll, ist ebenfalls zu definieren. Angedacht ist, dass die ABZ-LeiterInnen einen Sprecher/eine Sprecherin bestimmen, die/der dem erweiterten Vorstand angehört.

Welche Funktion das Intergremientreffen in Zukunft haben soll, wurde ebenfalls intensiv diskutiert. Bislang ist es ein Treffen ohne formale Verankerung in der Satzung, was bedeutet, dass die Diskussionsergebnisse lediglich Meinungsbilder und keine Entscheidungen sind. Es soll, so der Wunsch der TeilnehmerInnen am Intergremientreffen, weiterhin einmal im Jahr stattfinden und darüber hinaus in der Satzung festgeschrieben werden.

Angela Baer und Waltraud Deubert