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Heiner Vogel, Würzburg

Bundesarbeitsgemeinschaft Psychosoziale Versorgung im Akutkrankenhaus (BAG) – Sitzung am 15. Januar 2007 in Frankfurt am Main

08. März 2007

Die erste diesjährige Sitzung der BAG, eines Zusammenschlusses von 17 Verbänden psychosozialer Berufe, die vorwiegend im Krankenhaus tätig sind, diente zunächst dem Zwischenresumee. Nach ca. fünf Jahren Zusammenarbeit könne man eine relativ stabile Zusammenarbeit feststellen; die BAG werde auch als Ansprechpartner wahrgenommen.

 

Das Schreiben an den Bundestagsgesundheitsausschuss vom vergangenen Dezember, in dem man die Sorge um die Budgets der Krankenhäuser mit befürchteten negativen Folgen für die psychosozialen Angebote im Krankenhaus ausdrückte, da diese mit der Gesundheitsreform abermals gekürzt werden sollten („Notopfer“), sei positiv aufgenommen worden. Auch mit dem DIMDI gebe es gute Kontakte, bei der Weiterentwicklung der psychosozialen OPS-Ziffern im Rahmen der Fallpauschenklassifikation sei man akzeptierter Gesprächspartner. Um diese Position zu festigen und die psychosoziale Versorgung im Krankenhaus möglichst auch auszubauen, sollte das Treffen zu einer zukunftsweisenden Programmplanung für 2007 kommen.

Als erster wichtiger Punkt wurde die Beteiligung der psychosozialen Berufe in den Leitlinien besprochen. Eine vorläufige Materialsammlung dazu soll vervollständigt werden, und es soll in der nächsten Zeit daran gearbeitet werden, die Verankerung der psychosozialen Berufe in den Leitlinien auszubauen und den Verbindlichkeitscharakter von Leitlinien zu verstärken.

Ausführlich und kontrovers wurde über die Chancen und Risiken eines Kostenkalkulationsprojektes für psychosoziale Leistungen im Krankenhaus diskutiert. Die derzeitige Möglichkeit, psychosoziale Leistungen per OPS zu dokumentieren, hat noch keine Kostenrelevanz. Damit das zuständige Bundesinstitut INEK über die Kostenrelevanz dieser Ziffern berät, müsse vorab in einer Studie die wirtschaftliche Bedeutung dieser Leistungsbereiche aufgezeigt werden. Bedenken ergaben sich daraus, dass Krankenhausträgern mit dieser Studie möglicherweise Anlass und Hinweise geben könne, um im psychosozialen Bereich weiter zu sparen. Anderseits wird befürchtet, dass die Kosten dieser psychosozialen Leistungen (relativ) unerheblich sein könnten, während der Nutzen wiederum nicht nachweisbar sein könnte. Als Pro-Argument wurde vor allem angeführt, dass die Erbringung psychosozialer Leistungen für Krankenhäuser für die Krankenhausträger – in einem derzeit und auch zukünftig ökonomisch gesteuerten Gesundheitswesen - dauerhaft nur interessant sein werde, wenn es sich auch in der Bezahlung im Fallpauschalensystem auszahlt. Dieses Argument überzeugte die Mehrheit aber nicht, so dass das bereits seit ca. drei Jahren diskutierte Projekt vorerst auf Eis gelegt wurde.

Hinsichtlich der Dokumentationsmöglichkeiten psychosozialer Leistungen in der OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel) wurde über einige Anpassungsnotwendigkeiten gesprochen. Sie sollen dem Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) als dem für diese Klassifikation beauftragten Bundesinstitut zeitnah zurück gemeldet werden.

Erneut wurde in diesem Zusammenhang, auch auf der Basis vorliegender unsystematischer Umfragen unter KollegInnen im Krankenhaus, festgehalten, dass es von besonderer Bedeutung ist, dass die psychosozialen OPS-Ziffern soweit wie möglich ausgeschöpft und erbrachte psychosoziale Leistungen von den KollegInnen vor Ort auch dokumentiert werden. Die beteiligten Fachgesellschaften sollen ihre Mitgliedern noch einmal nachhaltig dazu aufrufen.
Weitere Themen der Beratung waren die vorsichtige Verstärkung der Zusammenarbeit der Verbände durch eine die Einführung Mailingliste und die perspektivische Planung einer eigenen Homepage.