Deutscher Psychologie Preis für Prof. Dr. Anke Ehlers
Den Deutschen Psychologie Preis hat dieses Jahr Prof. Dr. Anke Ehlers erhalten. Sie ist Professorin für experimentelle Psychopathologie an der Oxford University und gehört zu den renommiertesten WissenschaftlerInnen auf dem Gebiet psychischer Traumatisierungen.
Der Deutsche Psychologie Preis prämiert alle zwei Jahre herausragende Leistungen in der psychologischen Forschung, die sich durch hohe praktische Bedeutung auszeichnen. Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Leistungen von hoher Qualität und Originalität, die relevant sind für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Der Preis wird vergeben vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zusammen mit der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), der Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie (CDS) und der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs).
Anke Ehlers erforscht seit langem Entstehungsbedingungen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten psychischer Traumata. Mit ihrer Forschung hat sie Antworten gefunden auf Fragen wie: Wer erkrankt nach einem traumatischen Erlebnis an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und wer nicht? Was passiert im Gedächtnis eines traumatisierten Menschen, dass der erlebte Schrecken immer wieder mit solch einer zerstörerischen Wucht zurückkehrt? Und wie kann ein Psychotherapeut am wirksamsten helfen, damit die traumatisierenden Ereignisse verarbeitet werden können?
Unter einer PTBS leiden Menschen, die in Todesangst versetzt wurden oder Entsetzliches erlebten. Ein schwerer Unfall, eine Naturkatastrophe oder eine Gewalttat können das Leben von einem Moment zum anderen von Grund auf ändern. Zu den Erkrankten zählen besonders häufig Opfer von sexueller und körperlicher Gewalt, die sowohl im Alltag wie auch in extremen Situationen wie Krieg erlebt werden können. Seelische Schäden können aber auch entstehen, wenn man selbst unversehrt bleibt oder das erschütternde Ereignis „nur“ beobachtet. Insofern gehört für Polizisten und Rettungskräfte das Risiko, an einer PTBS zu erkranken, zum Berufsalltag.
Anke Ehlers, geboren 1957 in Kiel, studierte Psychologie an der Universität Tübingen und promovierte bei Prof. Niels Bierbaumer und Prof. Walton T. Roth (Stanford University). An der Universität Marburg habilitierte sie sich. Berufliche Stationen waren die Freie Universität Berlin, die Universität Göttingen, die Oxford University und das King‘s College in London. Seit 2012 ist sie Professorin für experimentelle Psychopathologie an der Oxford University. Anke Ehlers ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Die DGVT gratuliert Anke Ehlers, der sie seit ihren Studientagen in Tübingen verbunden ist, herzlich zu der bedeutenden Auszeichnung.
Angela Baer, Tübingen