Skip to main content
 
Berufsbild KJP / PP

Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe PP - Brief der Psychotherapieverbände - Gesprächskreis II

16. Januar 2007
 

Download:Original Artikel als pdf

An die Geschäftsführung
des Deutschen Ärzteblattes

3. Dezember 2002

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Psychologische PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen (PP/KJP) im Jahr 1999 Vollmitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen wurden, haben sie auch einen Anspruch auf das Mitteilungsblatt der KBV, das Deutsche Ärzteblatt.

Diesen Anspruch hatte die KBV zunächst erfüllt, indem für die Angehörigen der beiden neuen Berufsgruppen in den KV-en eine Schmalspurausgabe des Ärzteblattes, "Ausgabe P" genannt, geschaffen wurde. Diese Ausgabe enthielt nur jene Beiträge, die aus Sicht der Redaktion für die neuen PsychotherapeutInnen in der KV interessant sein könnten, keine Werbung, keine Anzeigen und nicht den Kulturteil. Von den allgemeinen gesundheitspolitischen Beiträgen des Ärzteblattes enthielt die Ausgabe P auch nur einen Bruchteil.

Seit Anfang 2002 erscheint die Ausgabe P als Ausgabe PP und in anderer Form: Nicht mehr wöchentlich, sondern alle vier Wochen und sie enthält neben Beiträgen aus dem Ärzteblatt, die die Psychotherapie betreffen, zusätzlich auch Artikel, die speziell für diese Ausgabe geschrieben werden. Die Redaktion wird seit Anfang 2002 durch einen erfahrenen Psychiater, der gleichzeitig auch Psychologe ist, beraten (Prof. Remschmidt aus Marburg). Der Schönheitsfehler ist nur, dass Herr Remschmidt weder als Psychologischer Psychotherapeut noch als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut approbiert ist.

Aus Sicht der unterzeichnenden Psychotherapeutenverbände ist dieses Vorgehen der Herausgeber
nicht akzeptabel:

    • Während die KV-en und die KBV sich als selbstverwaltete Institutionen verstehen, wird den Psychologischen PsychotherapeutInnen und den Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen hier die Konzeption einer Mitgliederzeitschrift von Anderen vorgesetzt, ohne dass sie selbst dabei mitbestimmen konnten bzw. können (autorisierte Vertreter der beiden Berufe sind bekanntlich im beratenden Fachausschuss der KBV, wurden aber in die entsprechenden Entscheidungen zur Ausgabe P bzw. PP zu keinem Zeitpunkt einbezogen).
    • Die außerordentlichen Mitglieder der KV-en aus den beiden neuen Berufen erhalten das Ärzteblatt bis heute überhaupt nicht (anders als die außerordentlichen ärztlichen KV-Mitglieder). Eine anteilige Finanzierung des Deutschen Ärzteblattes durch die Bundesärztekammer kann dafür nicht der Grund sein, denn die Finanzierung erfolgt, wie von der Redaktion mehrfach (z.B. als Replik auf Leserbriefe) betont, vollständig durch die KBV bzw. durch Einnahmen für Werbung und Anzeigen.
    • Die Auswahl des "Quasi-Beirates" der Zeitschrift (Prof. Remschmidt) erfolgte nicht von den PP/KJP bzw. autorisierten VertreterInnen.
    • Ärztliche PsychotherapeutInnen einerseits und Psychologische PsychotherapeutInnen bzw. Kinder-/JugendlichenpsychotherapeutInnen andererseits erhalten unterschiedliche Informationen.
    • Das bisherige Vorgehen führt faktisch zu einer gewissen Ausgrenzung der PP und KJP. Damit wird die eigentlich mit dem Psychotherapeutengesetz vorgesehene Integration der neuen PsychotherapeutInnen in die Strukturen der KV-en eher verhindert als gefördert, ihre gruppenspezifischen Selbstverwaltungsansprüche können nicht artikuliert und diskutiert werden.

Die Verbände des GK II erwarten, dass die Geschäftsführung der Zeitschrift die Konzeption des Ärzteblattes zusammen mit Vertretern der PsychotherapeutInnen (entweder im beratenden Fachausschuss Psychotherapie oder im Rahmen der sich in Gründung befindlichen Bundespsychotherapeutenkammer) unter Berücksichtigung der o.g. Punkte korrigiert und im Benehmen mit diesen neu festgelegt.

Mit freundlichen Grüßen

(Dr. Frank Roland Deister, bvvp) (Dr. Heiner Vogel, DGVT)

 

Anhang: Übersicht über die Verbände im GK II

Dem Gesprächskreis II der Psychotherapieverbände gehören die nachfolgend genannten Verbände an. Die Stellungnahme erfolgt in ihrem Namen:

Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation (AVM)
Arbeitsgemeinschaft Psychotherapeutischer Fachverbände (AGPF)
Berufsverband der approbierten Gruppenpsychotherapeuten (BAG)
Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten(BKJ)
Bundesverband der Krankenhauspsychotherapeuten (BVKP)
Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (BVVP)
Bundesvereinigung Verhaltenstherapie im Kindes- und Jugendalter e.V. (BVKJ)
Deutsche Fachgesellschaft für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie e.V. (DFT)
Deutscher Fachverband für Verhaltenstherapie (DVT)
Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychologie (DGAP)
Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologie (DGAPT)
Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie (DGIP)
Deutsche Gesellschaft für Körperpsychotherapie (DGK)
Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT)
Deutsche Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und -forschung (DGPSF)
Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS)
Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT)
Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG)
Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV)
Deutsche Psychologische Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie (DPGG)
Deutscher Psychotherapeutenverband - Berufsverband Psychologischer Psychotherapeuten (DPTV)
Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs)
Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP)
Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG)
Gesellschaft zur Förderung der Methodenvielfalt in der Psychologischen Psychotherapie (GMVPP)
Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (M.E.G.)
Neue Gesellschaft für Psychologie (NGfP)
Sektion Analytische Gruppenpsychotherapie im DAGG (Deutscher Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik)
Verband für Integrative Verhaltentherapie (VIVT)
Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im BDP (VPP)
Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten (VAKJP)
Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten (Vereinigung)