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Rosa Beilage 2/2015

Gutachten „Migration und Jugenddelinquenz - Mythen und Zusammenhänge“

11. Mai 2015
 

(wd). Das vom Mediendienst Integration in Auftrag gegebene Gutachten „Migration und Jugenddelinquenz - Mythen und Zusammenhänge“ von Christian Walburg, Institut für Kriminalwissenschaft, Universität Münster, kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Kriminalitätsbeteiligung nicht primär herkunftsspezifisch erklären lässt. Ein wesentlicher Schlüssel zur Verringerung von Delinquenz-Risiken sei vielmehr die Förderung der Bildungsbeteiligung.

Nach den genannten Forschungsbefunden ist die Förderung der Bildungsbeteiligung insbesondere von Jugendlichen aus Migrationsfamilien ein wesentlicher Schlüssel zu Verringerung von Delinquenzrisiken. Je besser deren Einbindung in das Bildungssystem gelingt, desto mehr verliert gewalttätiges Verhalten an Attraktivität. Neben dem Abbau von struktureller Desintegration geht es jedoch auch in einem umfassenderen Sinne um die Verringerung von Spannungen der Identitätsentwicklung. Bedeutsam für die Herausbildung eines positiven Selbstbildes ist es auch ein Gefühl des Dazugehörens, und dies nicht nur in Schule und Beruf, sondern in der Gesellschaft insgesamt. Dies setzt eine größere gesellschaftliche Anerkennung von Einwanderernachkommen mit ihren häufig „multiplen“ oder auch „hybriden“, also Mehrfach-Identitäten voraus, zum Beispiel als „muslimische Deutsche“ oder auch „Deutsche mit polnischen Wurzeln“. Ethnisierende öffentliche Diskurse, die soziale Probleme wie Kriminalität auf vermeintlich unabänderliche „kulturelle Andersartigkeiten“ zurückzuführen, helfen dagegen eher nicht weiter.

Das vollständige Gutachten finden Sie unter https://mediendienst-integration.de/ 

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 2/2015