Impulse für die VT in Afrika - Der EABCT-Kongress 2013 „CBT and Culture“ findet erstmals außerhalb Europas - in Marrakesch - statt
Impulse für die VT in Afrika
Der EABCT-Kongress 2013 „CBT and Culture“ findet erstmals außerhalb Europas - in Marrakesch - statt
Der 43. Kongress der European Association for Behavioural and Cognitive and Therapies (EABCT), unserer europäischen Dachgesellschaft, wird vom 25. bis 28. September 2013 in Marrakesch/Marokko stattfinden. Und damit das erste Mal außerhalb Europas!
Üblicherweise wird der Kongress von einer der Mitgliedsgesellschaften der EABCT organisiert Im nächsten Jahr ist das anders: Wie der Weltkongress 2007 in Barcelona wird der Kongress 2013 von der EABCT selbst organisiert in Kooperation mit der marokkanischen VT-Gesellschaft.
Wie kam es zu dieser Entscheidung? Der Kongress in Barcelona war ein großer Erfolg für die EABCT. Mit 3600 Besucher war es der wahrscheinlich größte verhaltenstherapeutische Kongress jemals und die gebündelte Kraft alle Mitgliedsgesellschaften sorgte für ein an Menge und Qualität überwältigendes inhaltliches Angebot. Das Gleiche in etwas abgespeckter Form erhoffen wir uns vom Kongress in Marrakesch. Ein weiterer wichtiger Grund war die begeisterte Reaktion der marokkanischen VT-Gesellschaft, als wir uns erstmals mit der Idee an sie wandten: Sie erhofft sich vom Kongress in Marrakesch viele Anregungen und Anstöße zur weiteren Entwicklung der VT in Marokko und in ganz Afrika. So wird angestrebt, den Kongress zum Anlass zu nehmen, mindestens eine nordafrikanische, wenn nicht sogar eine afrikanische VT-Dachgesellschaft zu gründen. Damit wäre der letzte weiße Fleck auf der VT-Landkarte geschlossen! Über die marokkanische VT-Gesellschaft, die auf dem diesjährigen Kongress zum „Affiliate Member“ („angegliedertes Mitglied“) der EABCT wurde, werden wir in der nächsten Ausgabe der VPP berichten.
Der Bezug auf den Weltkongress in Barcelona zeigt sich auch daran, dass dasselbe Team, das 2007 für die Organisation des Kongresses zuständig war, auch 2013 diese Aufgabe übernommen hat. Andreas Veith, damals Congress Coordinator im Vorstand der EABCT und DGVT-Europadelegierter, ist diesmal für die Gesamtorganisation des Kongresses verantwortlich.
Inhaltlich schlägt sich der Bezug zum Barcelona-Kongress auch darin nieder, dass das wiederum von Philip Tata aus England zusammengestellte Programm auch diesmal in „Streams“ organisiert ist, so dass Veranstaltungen zu gleichen Themenbereichen nicht gleichzeitig stattfinden sollen und TeilnehmerInnen, die sich für bestimmte Themenbereiche interessieren, diese über die Kongresstage hinweg verfolgen können.
Einer dieser „Streams“ wird sich – neben dem üblichen breitgefächerten Angebot der EABCT-Kongresse – mit dem Leitthema des Kongresses „CBT and Culture“ beschäftigen, mit der Bedeutung der Zugehörigkeit von TherapeutIn und KlientIn zu gleichen oder unterschiedlichen (sub-)kulturellen Gruppen und den Herausforderungen, die dies für den therapeutischen Prozess mit sich bringt. Betrachtet man die Relevanz dieses Themas in der alltäglichen therapeutischen Arbeit, erscheint es überraschend, wie wenig es bislang in der Forschung berücksichtigt wurde.
Übrigens wurde auch in Bezug auf dieses Thema eine ideale Tagungsstadt gefunden: In der Geschichte Marokkos haben verschiedenste afrikanische und europäische Bevölkerungsgruppen ihre Spuren hinterlassen und das Land zu einem kulturellen Schmelztiegel werden lassen.
Der Kongress selbst wird im „Palais de Congrès de la Palmeraie“ stattfinden, einem im marokkanischen Stil gehaltenen Kongresszentrum wenige Kilometer (ca. 10 Minuten im Taxi) außerhalb von Marrakesch. Der Name „La Palmeraie“ verrät, dass das Kongresszentrum und die angeschlossenen Hotels mitten in einem wunderschönen mit großen Palmen bewachsenen Areal liegen. Kongresszentrum und angeschlossene Hotels sind selbst schon eine Reise wert und bieten jede Möglichkeit zu konzentriertem Arbeiten wie auch zu Entspannung und Wohlbefinden. Zum Wohlbefinden gehört auch, dass in den Kongressgebühren ein umfangreiches Mittagsbuffet sowie der Pausenkaffee morgens und nachmittags inbegriffen sind.
Neben der inhaltlichen und organisatorischen Qualität, die dieser Kongress bieten wird, gibt es zwei weitere Argumente, an diesem Event teilzunehmen: Marrakesch und Marokko!
Marrakesch selbst ist ein Erlebnis: Die Medina (Altstadt) entführt in eine andere Welt genauso wie ein Bummel durch die Souks, die alten Marktgassen der Stadt. Koutoubia-Moschee, die Kashbah, die Ben-Jussuf-Medersa, die Agdal- und Menara-Gärten und der unfassbare zentrale mittelalterliche Markt und Henkersplatz, der „Djemaa el Fna“ (etwa „Versammlung der Toten“), auf dem sich tagsüber ein riesiges Spektakel von Gauklern, Wahrsagern, Schlangenbeschwörern etc. versammelt und der sich in den Abendstunden zu einem riesiges Freiluft-Restaurant verwandelt: All dies und vieles mehr führte dazu , das die Altstadt Marrakeschs im Jahre 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde. Man sollte für die Besichtigung der Stadt unbedingt ausreichend Zeit einplanen! Die ursprüngliche Bezeichnung Marrakeschs kommt übrigens von den Berbern und der Name bedeutete in etwa „Das Land Gottes“. Das sagt viel!
Der Landesname Marokko ging aus einer Ableitung von Marrakesch hervor. Marokko selbst ist nicht weniger spektakulär als Marrakesch und lädt natürlich dazu ein, den Kongressbesuch mit einem kürzeren oder längeren Urlaub zu verbinden. Ouarzazate mit Hohem Atlas und Atlasgebirge, Essaouira, die Königsstädte, Badeurlaub in Agadir: die Liste der Möglichkeiten ist lang. Die marrokanische Agentur, mit der die EABCT für die Organisation des Kongresses zusammenarbeitet, bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten an, die auf Wunsch auch individuell zusammengestellt werden können.
Vielleicht doch noch ein letztes Argument, diesen Kongress nicht zu verpassen: Da er von der EABCT selbst organisiert wird, verbleiben etwaige Überschüsse bei der EABCT und verschaffen damit finanzielle Möglichkeiten. So wurden die Überschüsse des Weltkongresses 2007 dazu genutzt, in verschiedenen europäischen Ländern die Entwicklung der VT durch Projekte anzustoßen und weiter zu fördern. Zum Beispiel wurde in Slowenien ein SupervisorInnen-Training mitfinanziert und in weiteren Ländern Workshop-Angebote (insbesondere für Trainer und Supervisoren) gemacht.In der nächsten Ausgabe der VPP werden wir über diese Projekte, die ein wichtiger Aktivitätsbereich sind, ausführlicher berichten.
Alle Informationen und Anmeldeformular finden sich auf der Webseite www.eabct2013.org!
Wir würden uns freuen, Sie in Marrakesch zu treffen!
Thomas Heidenreich und Andreas Veith