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VPP 1/2011

In guter Gesellschaft - Anmerkungen zur Gründung der DGVT-AusbildungsAkademie -

28. Februar 2011
 

Sie sei darüber erleichtert, meinte eine befreundete DGVTlerin vor knapp einem Jahr, als ich ihr davon erzählte, dass die Gründung einer Tochtergesellschaft für den DGVT-Aus­bildungsbereich nun doch konkret zu werden scheint. Weshalb sie diese Erleichterung ver­spürt, hatte ich leider nicht mehr nachgefragt. Tatsächlich bietet dieser Schritt, der nun zum Ende des vergangenen Jahrs auch Wirklichkeit geworden ist (vgl. Bericht „Gemeinsam eigenständig“ in dieser VPP), unterschiedlichen Anlass für Erleichterung.

Da wäre zunächst die ökonomische Klarstellung. Zum einen sind die regionalen Ausbil­dungsleiterInnen, die zum Teil erhebliche finanzielle Risiken tragen, jetzt als Gesellschafter­Innen am Ausbildungsbetrieb beteiligt. Zum anderen ist die DGVT als ehrenamtlich geführ­ter Verein nun nicht mehr mit zuletzt immer größer gewordenen Haftungsrisiken belastet. Zumal diese im Rahmen der Vereinstrukturen von den geschäftsführenden Vorständen auch persönlich zu tragen waren.

Dann bietet die neue Gesellschaftsstruktur die Chance zu schnelleren und effektiveren Ent­scheidungen, was für den Ausbildungsbereich mit seiner mittlerweile doch beachtlichen Di­mension auch angemessen erscheint. Immerhin hat sich mit der DGVT-AusbildungsAkademie der bundesweit größte Träger von Psychotherapie-Ausbildung gebildet: Mittlerweile entscheidet sich fast jede/r fünfte angehende PsychotherapeutIn für ein DGVT-Institut. Hier waren moderne und handlungsfähige Strukturen sicher überfällig.

Erleichterung kann auch darüber empfunden werden, dass diese neuen Strukturen unter Bei­behaltung einer eindeutigen Anbindung an den Verein gelungen sind. Dieser bleibt Mehr­heitsgesellschafter, und die Nähe zwischen Verein und AusbildungsAkademie konnte so dau­erhaft sichergestellt werden. Dazu trägt auch die neue Geschäftsführerstruktur bei: Mit Günter Ruggaber und Waltraud Deubert als Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH wird die Verschränkung von Verein und seiner Tochtergesellschaft sowohl organisatorisch wie auch inhaltlich in bewährter Weise erhalten bleiben. Alle AusbildungsteilnehmerInnen dürfen sich sicher sein, dass ihre Ausbildung in Kontinuität weitergeführt werden kann.

Zusätzlich werden aber durch die gefundenen neuen Organisationsstrukturen Einflussmöglich­keiten und Entscheidungswege transparenter als bisher definiert. Bestehende Vereinsgremien können nun klarer als bisher Wege beschreiten, um mit der AusbildungsAkademie in Dialog zu treten. Inhaltliche Diskussion und formale Verantwortung sind unmissverständlich zuorden­bar.

Außerdem gibt die Zusammensetzung der Gesellschafterversammlung viel Anlass zur Zuver­sicht, was die zukünftige Kooperation zwischen Akademie und DGVT anbetrifft: Finden sich hier doch aktive oder ehemalige DGVT-Vorstandsmitglieder, LandessprecherInnen, Kammer­delegierte bzw. GremienvertreterInnen in großer Zahl zusammen. Dass die Vereinsziele der DGVT deshalb auch Satzungsziele der neuen, selbstverständlich gemeinnützigen GmbH, bleiben, stand deshalb von vorneherein außer Frage.

Einen solchen Schritt erfolgreich umzusetzen braucht viel Energie und Durchhaltevermögen. Der DGVT-Vorstand und die DGVT-Mitgliederversammlung haben in den letzten beiden Jahren bewiesen, dass sie dazu in der Lage sind. Einen großen Anteil, dass hier eine gute Lö­sung erreicht worden ist, gebührt der Unterstützung dieses Prozesses, den der Paritätische, die Dachgesellschaft, der die DGVT angehört, geleistet hat. Deren Geschäftsführer Werner Hesse hat mit großem Sachverstand und viel Erfahrung ganz wesentlich zum Gelingen beigetragen.

Verein und Psychotherapie-Ausbildung haben in den vergangenen Jahren eine echte Erfolgsge­schichte geschrieben. Und vieles an der Neuaufstellung lässt erhoffen, dass diese Erfolgsge­schichte auch in die Zukunft transportierbar sein wird. Erleichterung und Hoffnung sind also aus vielfältiger Sicht angebracht. Vielleicht werde ich die erwähnte Freundin auch irgend­wann einmal noch nach ihrem Grund dafür fragen.

Günter Ruggaber