Länderratsforum beim DGVT-Kongress 2010: „Meine Kammer und ich“
Mit dem Ziel, berufspolitisch Interessierte und berufspolitisch Aktive an einen Tisch zu bringen und gemeinsam aktuelle kammerpolitische Themen und Perspektiven zu diskutieren, hatte der DGVT-Länderrat zu einer weiteren Auflage der Veranstaltung „Meine Kammer und ich“ im Rahmen des DGVT-Kongresses in Berlin am 7. März 2010 eingeladen.
Anknüpfend an die kammerpolitischen Veranstaltungen bei den vergangenen DGVT-Kongressen, die auf große Resonanz gestoßen waren, stellten Kolleginnen und Kollegen, die in den Kammerversammlungen und Kammervorständen der Landespsychotherapeutenkammern engagiert sind, einzelne kammerspezifische Themen vor und diskutierten mit DGVT-Mitgliedern und Kongress-TeilnehmerInnen. Einige Delegierte der DGVT in den Kammern berichteten über neuere Entwicklungen und Arbeitsschwerpunkte der Landeskammern. Die TeilnehmerInnen konnten jeweils im Anschluss Fragen stellen bzw. diskutieren.
Die Organisatoren der Veranstaltung, Jürgen Kuhlmann (Kammerdelegierter NRW) und Dr. Jürgen Friedrich (Kammerdelegierter OPK), beide Landessprecher der DGVT, setzten dabei Schwerpunkte, die bei den DGVT-Mitgliedern eine große Relevanz haben: das Kammerbeitragswesen, die Situation der Kammerneulinge, d.h. der neu approbierten KollegInnen sowie die Idee der „schlanken Kammer“. Zu letzterem Thema gab Bernd Schäfer, DGVT-Länderratssprecher aus Kiel, ein mit viel Beifall bedachtes Kurzreferat, das die Idee der schlanken Kammer mit den Entwicklungen auf landespolitischer bzw. bundespolitischer Ebene auf humorige Art in Verbindung setzte. Die DGVT macht sich seit vielen Jahren stark für den Zusammenschluss der vier Landeskammern Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu einer „Nordkammer“. Die Chancen für deren Realisierung stehen nach Einschätzung Bernd Schäfers derzeit nicht schlecht. Wesentliche weitere Effizienzsteigerungen der Kammerarbeit erscheinen mittlerweile nicht nur aus DGVT-Sicht durch verstärkte kammerübergreifende Kooperationen möglich. Es gebe inzwischen bei bestimmten Themen mehr Offenheit für kammerübergreifende Zusammenarbeit, so Bernd Schäfer.
Die Entwicklung des Kammerbeitragswesens stellte einen weiteren Themenschwerpunkt dar. Die Kammerbeitragsordnungen[1] unterliegen aufgrund einer ausführlichen Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte in den Ländern recht klaren rechtlichen Vorgaben, erläuterte Kerstin Burgdorf, für die Arbeit der DGVT-Kammerdelegierten und Mitgliederberatung zuständige Referentin in der DGVT-Bundesgeschäftsstelle. In Mitgliederanfragen an die DGVT-Geschäftsstelle seien derzeit v.a. die Härtefallregelungen Thema, seltener werde die Beitragspflicht insgesamt in Frage gestellt – diese zu umgehen würde die Rückgabe der Berufsausübungserlaubnis bedeuten und werde daher meist nicht ernsthaft erwogen.
Der DGVT-Länderrat wird diese Veranstaltung weiterführen, da das große Interesse der Kongress-TeilnehmerInnen am Thema einmal mehr gezeigt hat, dass Kammer-(Pflicht)mitglieder die Entwicklungen in den Kammern und die Schwerpunktsetzungen durch die Kammervorstände bzw. Delegiertenversammlungen kritisch mitverfolgen. Die DGVT hat es sich seit der Errichtungsphase der (mittlerweile 11) Landespsychotherapeutenkammern zum Ziel gesetzt, regelmäßig aus den Kammern, Kammer-Delegiertenversammlungen und Ausschüssen zu berichten, um die Entwicklungen kontinuierlich zu begleiten und die Transparenz für die Kammermitglieder zu erhöhen. Auch in dieser Ausgabe der Rosa Beilage finden sich wieder unter der Rubrik Berichte aus den Landesgruppen zahlreiche aktuelle Informationen aus den Kammern.
Kerstin Burgdorf
[1]Die DGVT bemüht sich durch die kontinuierlich aktualisierten und auf der DGVT-Homepage veröffentlichten Übersichten über die Beitragsordnungen der Landeskammern Transparenz in dieses Thema zu bringen (vgl. aktuelle Synopse veröffentlicht in diesem Heft).