Skip to main content
 
Rudi Merod, Bad Tölz

"Nationale Versorgungsleitlinie Depression (S3-Leitlinie)"

01. Februar 2007

Bericht von der 3. Sitzung am 15.12.2005 in Frankfurt a. M.

 

Es lag bei dieser Sitzung eine umfangreiche Tagesordnung vor, in der es darum gehen sollte, den Einleitungstext für die Leitlinien zu diskutieren und gegebenenfalls zu verabschieden. Um dies noch zu vereinfachen, hatte die Organisationsgruppe verschiedene "Kernsätze" zusammengefasst, die dann in der Runde diskutiert werden sollten. Ferner wurde ein klar strukturiertes Vorgehen vorgeschlagen und auch weitestgehend eingehalten. Dennoch war die Diskussion sehr mühsam, und es wurden immer wieder Grundsatzfragen diskutiert.

Die wichtigste Frage, die sich auch bereits bei den vorangegangenen Treffen immer wieder aufgetan hatte, drehte sich darum, was die Gruppe als Grundlage für die Diskussion hernehmen möchte/sollte. Bei 2. Treffen war zwar bereits diskutiert worden, dass die ICD 10 Grundlage der Diskussion sein sollte.

Bei der Frage, was die Gruppe unter "Depression" verstehe, wurden aber wiederum uralt-Begriffe wie "larvierte Depression" o. ä hergenommen, und es wurde anhand dieser Begriffe diskutiert, dass es sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber in der Runde gibt, was unter den Begriff der "Depression" zu fassen ist. Vor allem die Vertreter der Hausärzte und der psychoanalytischen Verbände wollten immer wieder eine Erweiterung des Depressionsbegriffes, da die Begrifflichkeit des ICD 10 ihre Position nicht erfassen würde. Es wurde aber nicht klar, um was die Definition der ICD 10 denn erweitert werden sollte und auf welche (Daten-)Basis dabei zurückgegriffen werden sollte.

Es wurde dann auch immer wieder darüber diskutiert, ob die Manie  bzw. die bipolaren Störungen auch mit erwähnt werden sollten; dies, obwohl es sich dann um affektive Störungen handelte. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass einigen TeilnehmerInnen die Klassifikationssystematik der ICD 10 nicht geläufig ist und es von daher immer wieder zu diesen Unstimmigkeiten kam.

Das Ergebnis dieses Treffens besteht darin, dass ein neuer Kernsatz beschlossen wurde, der lautet: "Geltungsbereich dieser Leitlinie sind unipolare depressive Störungen. Depressive Störungen kommen in vielfältigen Formen vor (Auflistung des ICD 10 F3 anfügen)"

Ein zweiter Kernsatz wurde mit den gleichen Argumenten wie Satz 1 diskutiert, aber innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit konnte er nicht zu Ende diskutiert werden. Immer wieder wurde angeführt, dass Depressionen in verschiedenen Altersgruppen, verschiedenen sozialen Gruppierungen usw. auch andere Symptomausprägungen haben könnten, und es wurde darüber diskutiert, ob alle möglichen Ausprägungen aufgelistet werden sollten oder nach welchen Kriterien diese ausgewählt werden sollte. Das gleiche Problem ergab sich bei der Frage, welche Symptome denn in die Auflistung aufgenommen werden sollten.

Bei diesem Satz gab es bis zum Ende des Treffens keinen Konsens. Der Satz in seiner jetzigen noch weiter zu diskutierenden Form lautet: "Kennzeichen der Depression können sein: deutlich gedrückte Stimmung, Interessenlosigkeit und Antriebsminderung über mindestens 2 Wochen, starke Selbstzweifel und Konzentrationsstörungen sowie Schlaflosigkeit und/oder Appetitstörungen, häufig in Verbindung mit verschiedenen körperlichen Beschwerden. Nicht selten stehen somatische Symptome im Vordergrund der Symptompräsentation, insbesondere im Alter."

Um mit dem Projekt insgesamt weiter zu kommen, wurde abschließend beschlossen, dass jeder Verband durch seine/n Vertreter/in schriftlich Anmerkungen, Veränderungsvorschläge usw. an das Organisationsteam geben kann. Diese werden dann in einer Synopse an alle versandt, um dann im schriftlichen Verfahren abgestimmt zu werden. Dabei sollen nicht nur die Kernsätze diskutiert werden, sondern der gesamte einleitende Abschnitt. In der nächsten Sitzung sollen dann nur noch die Teile diskutiert werden, zu denen im schriftlichen Verfahren kein Konsens von mehr als 75% gefunden werden kann.