Präventionsbericht 2007
Ziel ist es, vielversprechende Innovationen frühzeitig zu identifizieren und ihre Aufnahme in den Beratungsprozess des Gemeinsamen Bundesausschusses zu beschleunigen. Umgekehrt sollen schädliche, zweifelhafte und ungeprüfte Verfahren verhindert bzw. ausgeschlossen werden, denn nicht immer bringen Innovationen in der Medizin auch einen wirklichen Fortschritt für die Patienten.
Für den Bereich Prävention wurde eine für alle Kassenarten verbindliche Handlungsanleitung erarbeitet: der Leitfaden „Gemeinsame und einheitliche Handlungsfelder und Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung von § 20 Abs. 1 und 2 SGB V“ (siehe unter www.mds-ev.org/index2.html, 2. aktualisierte Fassung vom 10.2.2006). Dieser wird regelmäßig unter Einbeziehung unabhängigen Sachverstandes - dazu zählt auch der MDS - aktualisiert. Schwerpunkte sind die Themenfelder Bewegung, Ernährung, Stress und Genuss-/Suchtmittel.
Seit dem Jahr 2001 werden die erbrachten Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und betrieblichen Gesundheitsförderung jährlich bundesweit und kassenartenübergreifend dokumentiert. Diese Berichte zu den „Leistungen der Primärprävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung“ entstehen in enger Zusammenarbeit des MDS mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen. Die jährliche Leistungserfassung und Dokumentation soll die bundesweiten primärpräventiven Aktivitäten der Krankenkassen transparenter machen: Bestehende Potenziale in der Gesundheitsförderung sollen aufgezeigt, mögliche Defizite ermittelt und wettbewerbsbedingte Fehlentwicklungen vermieden werden.
Der Präventionsbericht 2007 ist in der Zwischenzeit erschienen:
Im Jahr 2006 haben rund 5,7 Millionen Menschen und damit 1,9 Millionen mehr als im Vorjahr an Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) teilgenommen.
Die GKV gab damit den Angaben nach im Jahr 2006 mehr als 232 Millionen Euro für Prävention und Gesundheitsförderung aus. Pro Versicherte seien dies ca. 3,30 Euro und damit mehr als das gesetzlich vorgesehene Ausgabensoll von 2,74 Euro.
Ihr Engagement für Prävention im Lebensumfeld – also in Schulen, Kindergärten und Stadtteilen – hätten die Kassen nochmals verstärkt: Insgesamt seien 1.083 Projekte in 19.700 Einrichtungen dokumentiert worden. Einen Zuwachs verzeichneten die Kassen eigenen Angaben nach auch im Bereich der Primärprävention. Rund 1,4 Millionen Erwachsene, meist Frauen, hätten diese Angebote genutzt. Ein wichtiges Handlungsfeld sei außerdem die betriebliche Gesundheitsförderung mit rund 935.000 teilnehmenden Arbeitnehmern 2006.
Der Präventionsbericht dokumentiere, dass die GKV ihren Part in der Prävention überaus aktiv wahrnehme. "Dies macht einmal mehr deutlich, dass es in einem Präventionsgesetz nicht darum gehen darf, die Gesetzliche Krankenversicherung in ihren Handlungsmöglichkeiten zu beschneiden, sondern Prävention endlich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu etablieren und alle verantwortlichen Ressorts und Ebenen – nicht zuletzt auch finanziell – einzubinden", erklärten die Kassenverbände.
Die bisherigen Ansätze des Bundesministeriums für Gesundheit werden nach Ansicht der Spitzenverbände diesem Ziel nicht gerecht. So sei die vorgesehene ausschließliche Finanzierung der Prävention und Gesundheitsförderung durch einzelne Sozialversicherungsträger und die Private Krankenversicherung nicht sachgerecht. Insbesondere müsse verhindert werden, dass sich die öffentlichen Haushalte zu Lasten einzelner Sozialversicherungsträger aus der Finanzierung der Prävention zurückzögen. Außerdem dürfe ein Präventionsgesetz zu keiner Einschränkung etablierter Präventionsaktivitäten der Krankenkassen führen: "Denn die bieten Qualität und Erfolg, wie die Ergebnisse des Berichtes deutlich machen", hieß es weiter.
Alle verfügbaren Dokumentationen – ausgehend vom Pilotbericht 2001 bis zum Präventionsbericht 2007– finden Sie unter www.mds-ev.org/index2.html
Quelle: facharzt.de vom 09.01.2008