Praxistage 2009: Ausführliche Beschreibung der Workshops
Samstag, 7. November 2009
Begrüßung und Eröffungsvortrag |
"Elternarbeit als ein Weg der Prävention" |
11:00 - 12:30 UhrProf. Meinrad Armbruster |
Die Arbeit mit sozial benachteiligten Eltern ist überhaupt kein Kinderspiel! Sie gehört zu den schwierigsten und am meisten vernachlässigten Aufgaben in der Kinder-und Jugendlichenpsychotherapie. Dabei kann gerade sie für TherapeutInnenund Eltern besonders gewinnbringend sein – vorausgesetzt, sie wissen, wie sieaufeinander zugehen können: Die TherapeutInnen werden zu einem positiven Modellim respektvollen Umgang mit Kindern, für Alternativen im Erziehungsverhaltenund für Verhaltensänderung; die Eltern sind Lebensweltexperten und verfügenüber jede Menge Problemlösungskompetenzen und Erfahrungen im Umgang mitbeschränkten Ressourcen, die es mit ihnen zu entdecken gilt. Die ELTERN-AG ist ein Programm zur Steigerung von Erziehungskompetenz undsenkt die Hürden für beide Seiten. Die Methode zeigt, wie TherapeutInnen undEltern zusammenkommen. Als Instrument dient der Empowerment-Ansatz, der ElternMut macht, sie aktiviert und auf Freiwilligkeit basiert. Das niedrigschwellige,primär präventive Programm ist an die Lebenssituation unter sozialer Benachteiligungadaptiert und ermuntert Eltern zur Selbsthilfe. ELTERN-AG baut auf dem bedürfnispsychologischen Modell von Epstein (1990)und Grawe (2004) auf. Die Theorie geht davon aus, dass manche Eltern aufgrundihrer eigenen Lebensgeschichte unter deprivierten Bedingungen nicht in der Lagesind, die Grundbedürfnisse ihrer Babys und Kleinkinder angemessen wahrzunehmenund zu befriedigen. Dadurch werden von Anfang an die Bindungs-, Stressbewältigungs-oder Selbstregulationsfertigkeiten geschwächt. Die Entwicklungemotionaler, sozialer und kognitiver Fähigkeiten der Kinder bleibt suboptimal. MotivationaleVermeidungsschemata hingegen, welche ihre gesamte Lerngeschichteungünstig beeinfl ussen, werden verstärkt. Die TherapeutIn-Eltern-Interaktion konzentriertsich gezielt darauf, die vorhandenen elterlichen Grundfertigkeiten derErziehung freizulegen und zu stärken sowie ihre Fähigkeit zur Empathie stetig zuverbessern.
Kurzworkshops13:30 - 17:00 Uhr (5 UE ) |
KWS 1: Familienarbeit mit psychisch kranken Eltern - AUSGEBUCHT
Michael Borg-Lauffs, Mönchengladbach
Nach einer Einführung, in der die Auswirkungen einiger psychischer Störungen
von Eltern auf die mit ihnen zusammenlebenden Kinder dargestellt werden, sollen Möglichkeiten der Familienarbeit im Rahmen der begleitenden Elterngespräche und im Rahmen der Einleitung komplementärer Hilfen erarbeitet und diskutiert werden. Möglichkeiten und Grenzen des kindertherapeutischen Settings werden dabei ebenso eine Rolle spielen, wie Fragen zu wünschenswerten und/oder vorhandenen Hilfsangeboten außerhalb der Kinderpsychotherapie.
KWS 2. Elternsüchte – Kindernöte – Arbeit mit Kindern und deren suchtkranken Eltern - ENTFÄLLT
Helga Dilger, Freiburg und Katrin Brändle, Freiburg
Bundesweit wird die Zahl der Kinder, die aus Familien mit Suchtproblemen kommen, auf 3 bis 4 Millionen geschätzt. Die Möglichkeit, im Rahmen der Psychotherapie mit dem Thema Sucht konfrontiert zu werden, ist also relativ hoch. Nach einer Einführung zur „Situation und Erlebniswelt von Kindern aus Suchtfamilien“ (z.B. altersunangemessene Übernahme von Verantwortung für die Eltern, Rolle des Ersatzpartners) wollen wir uns im Workshop im Speziellen der Struktur und den damit verbundenen Hilfeangeboten unserer Einrichtung MAKS „Modellprojektes Arbeit mit Kindern von Suchtkranken“ zuwenden.
KWS 3 Magersüchtige und bulimische Jugendliche – Möglichkeiten der
Einbeziehung der Herkunftsfamilie in die Einzeltherapie
Elisabeth Jürgens, Braunschweig
In der ambulanten Therapie mit anorektischen und bulimischen Jugendlichensind TherapeutInnen in besonderem Maße aufgefordert, nicht nur mit den Jugendlichen allein, sondern auch mit den relevanten Bezugspersonen zu kommunizieren: Oft zwingen schon Fragen zur Gewichtskontrolle und eine drohende Klinikeinweisung bei stark abgemagerten KlientInnen dazu; oder die Angehörigen haben selbst „therapeutische“ Lösungen zum Umgang mit dem Essproblem des Kindes entwickelt, die der Strategie des/der Behandlers/in nicht entsprechen. Der Workshop widmet sich der Beziehungsgestaltung zur Familie in der Eingangsphase der ambulanten Therapie, insbesondere zur Frage des Umgangs mit der drohenden Gewichtsabnahme und der Zusammenarbeit zwischen TherapeutIn, ÄrztIn, Familienangehörigen und der Jugendlichen.
KWS 4 Die Rolle der Familie in der Psychotherapie bei Menschen mit
Migrationshintergrund
Jan Kizilhan, Freiburg
In dem Workshop wird unter Berücksichtigung des kulturellen Hintergrundes und des eignenen Verständnisses von Psychotherapie die Rolle der Familie bei Menschen mit Migrationshintergrund bearbeitet. Einführung in die Migrationsgeschichte, interkulturelle Diagnostik, unterschiedlicher Krankheitsverständnis und Krankheitsverarbeitung sowie Fallbeispiele werden Themen des Workshops sein. Konkrete Videofälle werden vorgestellt und anschließend diskutiert.
KWS 5 ELTERN-AG in der Praxis
Meike König, Magdeburg und Richard Jourdant, Magdeburg
Die ELTERN-AG ist ein niedrigschwelliges, sozialraumorientiertes Bildungsprogramm für sozial benachteiligte Eltern. Als Maßnahme der Primärprävention hat sie zum Ziel, die Entwicklungsbedingungen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien zu verbessern. Das geschieht über die Vermittlung von Erziehungskompetenzen an die Eltern sowie über die Förderung der Netzwerkbildung. Neben einer kurzen theoretischen Einführung über die Grundidee der Entstehung der ELTERN-AG soll die Umsetzung der Praxis im Vordergrund stehen.
KWS 6 Kinderneuropsychologie – Eine Einführung unter Berücksichtigung der
Perspektive der Eltern
Karen Krause, Dortmund
Die Klinische Kinderneuropsychologie versteht sich als Teildisziplin der Klinischen Kinderpsychologie. Sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Hirnfunktionsstörungen im Kindesalter auf die psychomentale und soziale Entwicklung. Der praxisorientierte Workshop möchte einen Einblick in die Möglichkeiten neuropsychologischer Diagnostik und Intervention geben. Anhand von exemplarischen Fallbeispielen sollen häufige Ursachen für Hirnfunktionsstörungen im Kindes- und Jugendalter, typische Syndrombilder, ihre sequentielle Diagnostik und Therapie vorgestellt werden. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Elternarbeit im Arbeitsfeld der Klinischen Kinderneuropsychologie gerichtet werden.
KWS 7 Eltern-Säuglings-Kleinkindpsychotherapie - AUSGEBUCHT
Christiane Ludwig-Körner, Potsdam
Die neuere Säuglingsforschung sowie klinische Erfahrungen bestätigen die
Wichtigkeit früher Prävention und Intervention. Beratung und Therapie von Eltern mit ihren Säuglingen und Kleinkindern können verhindern, dass sich frühe Störungen verfestigen und die weitere Entwicklung beeinträchtigen. Frühkindliche Verhaltensstörungen können Ausdruck einer sich entwickelnden dysfunktionalen Familiendynamik sein. Das komplexe Bedingungsgefüge von Familien setzt spezifi sche diagnostische und therapeutische Kompetenzen voraus, die speziell auf Familien mit kleineren Kindern abgestimmt sind und auf die behandlerischen Besonderheiten bei Familien mit Säuglingen und Kleinkindern eingehen. Anhand von Beispielen soll dieses exemplarisch verdeutlicht werden.
KWS 8 Werte in der Praxis - ENTFÄLLT
Nina Pflugradt, Naumburg
In mancher Therapie kann man staunen, wie unterschiedlich die Werthaltungen der Kinder, Jugendlichen oder Bezugspersonen sein können. Wie können wir Therapeuten in diesem Spannungsfeld angemessen und heilsam agieren, ohne die KlientInnen und ihre Würde und auch ohne uns selbst zu verbiegen oder auf dem eigenen Standpunkt zu verhärten? Mittels verschiedener Methoden werden wir uns gemeinsam verdeutlichen, was wir als „wert-voll“ bezüglich der Lebensbereiche Beruf, Familie, Freundschaft, Partnerschaft, Kindererziehung, Selbstentfaltung empfi nden. Oft ist vom Werteverfall die Rede, doch sind wir uns unserer durchaus vorhandenen Werte vielleicht nur zu wenig bewusst! Hilfreich für die Bewusstwerdung ist, wenn Sie im Vorfeld dieses Workshops bereits auf einen typischen Fall achten, bei dem eine besonders weite, interessante Wertediskrepanz zwischen der Wertehierarchie eines Patienten und Ihnen besteht und wenn Sie dies dann einbringen.
KWS 9 Wissenschaft trifft Praxis – Elternarbeit bei ADHS - AUSGEBUCHT
Claudia Ruff, Bottrop
Beratung von Eltern ist ein integrativer Bestandteil bei der Therapie von Kindern
und Jugendlichen mit ADHS. Im Seminar sollen die Strategien für die Arbeit mit
Eltern und anderen Bezugspersonen unter wissenschaftlichen und praktischen
Gesichtspunkten erarbeitet werden. In der Psychotherapie mit ADHS-betroffenen Kindern und Jugendlichen stellt die Arbeit mit Eltern und anderen Bezugspersonen eine Notwendigkeit, aber auch eine Herausforderung dar. In verschiedenen Therapiemanualen werden vielfältige Anregungen für die Arbeit mit Eltern gemacht. Im Workshop soll der Schwerpunkt auf die Anpassung bewährter Verfahren an unterschiedliche Familien und Lebenssituationen der Betroffenen gelegt werden. Welche Methoden haben sich bewährt? Welche müssen an die Praxis adaptiert eingesetzt werden? Neben der Arbeit mit jüngeren Kindern und Schulkindern soll auch die Elternarbeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besprochen werden. Außerdem soll es einige Anregungen für die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Ausbildern geben.
KWS 10 Approbation – was nun? Psychotherapeutische Versorgung und Chancen der Niederlassung als VertragspsychotherapeutIn für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Moderation: Christoph Hölting, Erfurt
Teil 1: Versorgungsdialog
Wie groß ist der Bedarf für Psychotherapie in Sachsen-Anhalt? Welche unterschiedlichen psychotherapeutischen Versorgungsangebote für psychisch
kranke Kinder und Jugendliche gibt es? KollegInnen und Fachleute aus Klinik,
Beratungsstelle, Jugendhilfe, Kassenpraxis und KJP-Ambulanz stellen ihre Einrichtungen, ihren Arbeitsansatz und ihr Behandlungsprozedere vor und zeigen auf, wo Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen (KJP) gegenwärtig und zukünftig gebraucht werden. Schnittstellen zwischen den Einrichtungen werden deutlich und die KJP muss lernen, sich in den bestehenden Strukturen zu behaupten.
Teil 2: Vertiefte Informationen zum Berufsfeld
Im zweiten Teil haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, den ReferentInnen
vertiefende Fragen zu stellen. Ziel der Veranstaltung ist, jungen KollegInnen die
Chancen für eine Tätigkeit als PsychotherapeutIn in Sachsen-Anhalt vorzustellen und sie so für eine Zeit nach der Verhaltenstherapieausbildung vorzubereiten. Bereits psychotherapeutisch in der ambulanten Praxis tätige Niedergelassene könnten wiederum am Thema „Kooperationsformen“ Geschmack fi nden und direkt vor Ort Kontakt zu jungen KollegInnen knüpfen.
Die Landessgruppe Sachsen-Anhalt möchte im Anschluss (ca. 17.30 Uhr) die Diskussion aufgreifen, die Vernetzung anregen und noch weitere Punkte besprechen, die für die fach- und berufspolitische Arbeit in der DGVT interessant sind. Dazu laden die Landessprecherinnen Claudia Giese und Barbara Zimmermann interessierte TeilnehmerInnen und DGVT-Mitglieder herzlich ein.
Treffen der FachgruppenAb 17:30 Uhr
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Magdeburg entdecken! - Stadt- und Domführung18:00 - 20:00 Uhr |
Sonntag, 8. November 2009
Langworkshops (8 UE) |
LWS 1 Elternarbeit bei Angststörungen im Kindes- und Jugendalter
Sabine Ahrens-Eipper, Halle
Im Rahmen des Workshops werden Strategien für die Elternarbeit bei Angststörungen
im Kindes- und Jugendalter vorgestellt. Sowohl Forschungserkenntnisse
zu Elternvariablen und deren Einfl uss auf die Symptomatik bzw. den Therapieverlauf
als auch Fallvignetten sollen behandelt werden. Fälle der TeilnehmerInnen
können gerne eingebracht werden.
LWS 2 Kleiner Bruder, große Schwester? - Systemische Teile-Arbeit mit Geschwistern in der Familientherapie - AUSGEBUCHT
Ines Brock, Halle (Saale)
Geschwister werden in der Familientherapie noch zu oft als Ressource unterschätzt. Wenn Kinder als Symptomträger identifi ziert sind, können die Ressourcendes horizontalen Subsystems in Mehrkindfamilien als heilende Kraft genutztwerden. Eine Möglichkeit bietet die Teile-Arbeit mit Kuscheltieren oder Handpuppenim Geschwistersetting.
LWS 3 Elterntraining in der Frühtherapie autistischer Kinder - ENTFÄLLT
Ragna Cordes, Bremen
Der Einbezug der Eltern in die Therapie ist besonders für die Förderung autistischerKinder von großer Bedeutung. Junge autistische Kinder können durch einespezifi sche, auf ihre Störung abgestimmte Therapie, in die die Eltern maßgeblicheinbezogen sind, erhebliche Entwicklungsfortschritte machen. Die Elemente desElterntrainings werden vorgestellt und an Fallbeispielen per Video dokumentiert.
LWS 4 Mit Kindern über Sterben und Tod reden - AUSGEBUCHT
Barbara Cramer, Düsseldorf
Was sage ich, wenn ein Kind neugierige Fragen über das Sterben stellt, sichein junger Mensch einem Verstorbenen nahe fühlt, selbst Todessehnsucht oderAngst vor dem Sterben spürt oder um seinen bevorstehenden Tod weiß? In demWorkshop werden Wege und Hilfsmittel aufgezeigt, die Bezugspersonen befähigeneinfühlsam mit Kindern ihrem Entwicklungsstand der Todesvorstellungentsprechend zu reden. Neben praktischen Hilfestellungen werden problembewussteBilderbücher zu Sterben und Tod vorgestellt.
LWS 5 Kinder und Jugendliche mit einer Zwangs störung – Möglichkeiten der Einbeziehung von Familienmitgliedern in die einzeltherapeutische Arbeit.
Elisabeth Jürgens , Braunschweig
Wenn ein Kind unter einer Zwangsstörung leidet , so sind die Familien mitglieder oft in den Ablauf der Zwangshandlungen mit einbezogen. Sie sollen bei Kontrollzwängen Rückversicherungen geben, sie dürfen bestimmte Gegenstände nicht mehr berühren, familiäre Mahlzeiten wer den unterbrochen, weil das Kind sich sooft die Hände waschen muss etc. In der einzeltherapeutischen Arbeit mit dem zwangskranken Kind tauchen wegen dies er familiären Verstrickungen besondere Probleme auf, denen sich dieser Works hop widmet . Möglichkeiten der Einbeziehung der Familienmitglie der in die therapeutische Arbeit werden vorgestellt,so dass die Einzeltherapie – z.B. mit tels Exposition – besser gelingen kann.
LWS 6 „Halt die Schnauze, Mutter! “ – Eltern-Jugendlichen-Mediation - AUSGEBUCHT
Heiner Krabbe, Münster
Die Familie hat sich verändert: von der „Befehls-Familie“ zur „Verhandlungs familie“, bisweilen zur Familie mit ohnmächtigen Eltern. In der Mediation sollen sowohl die Eltern als auch die Jugendlichen befähigt werden, Verantwortung für die Gestaltung des Familienalltags wieder zu übernehmen, Umgangsformen miteinander abzusprechen und festzulegen.
LWS 7 Patchworkfamilien – alle unter einen Hut?
Christine Krug, Blaustein und Heike Tittel, Tübingen
Patchworkfamilien sind eine Herausforderung für Kinder und Eltern. Trotz groß er Vielfalt gibt es einige typische Gemeinsamkeiten zwischen ihnen. Das Wissen um die Strukturen in Patchworkfamilien und die Kernaufgaben der Eltern kann in der Arbeit mit den Bezugspersonen von Kindern lösungsorientiert eingesetzt werden. Im Workshop entwickeln Sie lösungorientiertes Umgehen mit typisc hen Stolperfallen mit denen Patchworkfamilien zu kämpfen haben.
LWS 8 Jedes Kind braucht einen Vater (auch wenn er nicht da ist) –Geschlechtsspezifische Positionen im Trennungsfall
Rainer Neutzling , Köln und Birgit Wich-Knoten, Münster
Was brauchen Eltern, um ihren Kindern auch in der Krise der Trennung als kompetente Eltern zur Verfügung zu stehen und ihnen das Recht auf beide Elternteilezu ermöglichen? Was brauchen professionelle Berater, um notwendige Veränderungsprozesse bei den Eltern einzuleiten und zu begleiten? Ziel jeder professionellen Hilfe für Trennungsfamilien sollte es stets sein, beiden Eltern Wege zu eröffnen, den Kindern Mutter und Vater zu bleiben, und Hindernisse aus demWeg zu räumen, die sie daran hindern.
LWS 9 Woher, wohin? – Pflegeeltern in Beratung und Therapie
Heidi Rosenow, Bielefeld
Der Workshop vermittelt Einfühlung und Verständnis für die besondere Situation von Pflegeeltern und mehr Sicherheiten, welche Erwartungen an Pflegeeltern gerichtet werden können. Mit der Aufnahme eines Pflegekindes wird die Familie zur „öffentlichen Familie“. Eine besondere Rolle spielt die Beziehung zwischender Pflegefamilie und den leiblichen Eltern des Pflegekindes. Die Gestaltung dieser Beziehung zur Herkunftsfamilie stellt oft hohe Anforderungen an die Pflegefamilie. Beratungstätigkeiten in diesem komplexen psychosozialen Arbeitsfeld können zu Herausforderungen werden.
LWS 10 Der Weg ist das Ziel oder: Was soll ich nur nach dem Studium machen? Tipps und Anregungen erfahrener KollegInnen aus dem psychosozialen und therapeutischen Feld zur Planung des eigenen Berufswegs
Moderation: Günter Ruggaber, Tübingen
Im Workshop werden KollegInnen aus den Arbeitsfeldern Psychotherapie und psychosozialer Beratung zu ihrem beruflichen Werdegang Rede und Antwortstehen. Die WorkshopteilnehmerInnen werden kurze Interviews vorbereiten, damit diese KollegInnen zu deren Erfahrungen bei ihrer beruflichen Entwicklungbefragen und diese Interviews dann auswerten. Dabei werden typische Entscheidungssituationen und Weichenstellungen erfahrbar und für die Planung der eigenen beruflichen Perspektive wichtige Tipps und Anregungen gewonnen. Es werden verschiedene Arbeitsfelder und ihre Zugangswege aus Bereichen wie Psychosoziale Beratung, (Kinder- und Jugendlichen-)Psychotherapie bzw. verwandter Bereiche thematisiert. Eine Darstellung der Bedingungen einer postgradualen(Kinder- und Jugendlichen-)Psychotherapieausbildung runden den Workshop ab. Die aktive Beteiligung der WorkshopteilnehmerInnen wird erwartet. Ein Workshop speziell für Studierende psychologischer und (sozial-) pädagogischerStudiengänge. Dieser Workshop ist für StudentInnen kostenfrei. Eine Anmeldungist wegen der begrenzten TeilnehmerInnenzahl dennoch erforderlich.