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Umsetzung  • Rosa Beilage 1/2011

Psychotherapeutengesetz weiter in der Diskussion

01. März 2011
 

Wie bereits in der Rosa Beilage 4/2010 berichtet (s. Seite 20 f. und 45 f.), stand die Reform des Psychotherapeutengesetzes auf der Tagesordnung des 17. Deutschen Psychotherapeutentages (DPT) am 13. November 2010 in Hannover. Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf den Eingangsqualifikationen des zukünftigen Psychotherapeutenberufes. Die als Gäste geladenen VertreterInnen der sozialpädagogischen Studiengänge äußerten ihre Besorgnis, dass (sozial-)pädagogische Studiengänge die psychologischen Grundlagen in dem geforderten Umfang nicht vermitteln können, da sie ihre Studierenden für Tätigkeiten im Sozialwesen zu qualifizieren haben. Sie betonten außerdem, dass pädagogische Kenntnisse und Fertigkeiten für sie genauso zu den grundlegenden Kenntnissen gehören wie die psychologischen Grundkenntnisse.

Nichtsdestotrotz hat der Bundesvorstand der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) seinen Reformentwurf des Psychotherapeutengesetzes, wie er ihn am 17. DPT vorgelegt hatte, Ende des vergangenen Jahres dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zugeleitet, um eventuell doch noch in dieser Legislaturperiode eine Novellierung erreichen zu können. Gleichzeitig kommen immer wieder Signale aus dem BMG, dass die zuständige Abteilung für Heilberufe überlastet sei und vor der Reform des Psychotherapeutengesetzes andere größere Projekte anstehen (wie z. B. die Pflegeversicherung und die Reform der Bedarfsplanung im Zusammenhang mit dem Versorgungsgesetz).

Der Entwurf der BPtK beruht auf den Beschlüssen des 16. DPT und berücksichtigt bisher nicht die Kritik, dass der Grundlagenbereich nur die psychologischen Inhalte zum Gegenstand hat. Beim 17. DPT einigte man sich darauf, dass der Vorstand der BPtK mit den RepräsentantInnen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften und des Fachbereichstages Soziale Arbeit Details für eine praktikable Ausgestaltung der Eingangsqualifikationen zur Psychotherapeuten-Ausbildung bespricht.

Entsprechende Beratungen haben zwischenzeitlich stattgefunden; ob angesichts der sehr unterschiedlichen Positionen eine Einigung erzielt werden kann, ist zu Redaktionsschluss nicht absehbar.

Waltraud Deubert